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ECB-Weihnachtsboxen in Hamburg

Am Freitag vor Weihnachten gab es in Hamburg eine Veranstaltung des ECB-Teams. Es sollte eine „Leistungsschau“ werden und den ECB-Boxern Gelegenheit geben, sich noch einmal vor dem Jahresende dem Publikum zu präsentieren. Es wurde gegen handverlesene Gegner geboxt, gegen die zu verlieren zumindest auf dem Papier unmöglich war. Doch nicht alle Kämpfe waren so „easy“ wie man es nach den Ansetzungen vielleicht erwartet hätte.

Einige Kämpfe endeten kurzrundig. Schwergewichts-Debütant Danilo Milacic, Cruisergewichtler Huseyin Cinkara, sowie die Schwergewichtler Agron Smakici und Adrian Granat setzten sich vorzeitig durch. Für den Schweden Granat war es der erste Kampf nach seiner Niederlage gegen Dimitrenko. Nachdem er am Freitag einen Georgier in 4 Runden mürbe geklopft hatte, soll er demnächst einen Europameisterschaftskampf gegen seinen Landsmann Otto Walin bestreiten. Der Kampf gegen diesen Sauerland-Boxer wird endgültig zeigen, wo die Reise mit Granat zukünftig hin geht.

Nuri Seferi musste volle 8 Runden gegen den Georgier Gogita Gorgiladze kämpfen um zu einem Punktsieg zu kommen. Der 24-jährige erwies sich erneut als zäher Gegner, wie schon zuletzt im Abschiedskampf von Werner Kreiskott in Wuppertal.

Auch der in bisher 17 Kämpfen ungeschlagene Sebastian Formella („Hafen Basti“) bekam es mit einem gebürtigen Georgier zu tun. Der 33-jährige stellte zu keiner Zeit eine wirkliche Gefahr dar. Hafen-Basti bot seinen Hamburger Fans eine gute Vorstellung und zeigte 8 Runden lang gutes Boxen, was die Punktrichter mit einem klaren Punktsieg belohnten. Mehr als eine Runde konnte man dem Georgier Karlo Tabaghua nicht geben. Demnächst will Sebastian Formella gegen Angelo Frank antreten. Bei diesem mit Spannung erwarteten Duell wird es nicht reichen, nur einen lockeren Stiefel runter zu boxen.

Im Rematch zwischen dem in Hamburg lebenden Türken Fatih Keles und dem Franzosen Renald Garriodo gab es auch diesmal einen engen Kampf um den WBO-Europameistergürtel im Superleichtgewicht. Nach einem Unentschieden im Juli setzte sich Keles diesmal knapp mit 96:94, 95:95 und 97:93 durch.

Alles andere als wunschgemäß verlief der Kampf zwischen Alexander Dimitrenko und dem bisher ungeschlagenen Serben Miljan Rovcanin (18(12)-0-0). Man muss dabei ehrlicherweise dazu sagen, dass der Serbe einen offensichtlich gepimpten Kampfrekord hat und seine bisherige Gegnerschaft aus Aufbaukämpfern bestand. Dimitrenko wirkte behäbig und untrainiert. Nach seinem Sieg über Granat wurde schon über einen möglichen WM-Kampf spekuliert. Nach diesem Kampf gegen Rovcanin kann man das wohl erst einmal getrost abhaken. Bezeichnend für diesen Kampf ist die 3. Runde.

Dimitrenko kassiert einen Treffer und lässt sich fallen. Ob es davor ein Trennkommando gab, ist nicht genau zu hören. Rovcanin kassiert dabei einen Punktabzug. Wenig später kommt die Ermahnung, nicht zu halten. Dann halten Beide (eigentlich mehr Dimitrenko als Rovcanin) und der Gastboxer bekommt in der gleichen Runde noch einen Punkt abgezogen. Später wurde auch Dimitrenko noch ein Punkt abgenommen. Die Punktabzüge bei Rovcanin waren am Ende die Rettung für Dimitrenko. Die Punktrichter gaben für diesen Kampf mit 93:93, 94:92 und 90:96 ein geschmeicheltes Unentschieden. Nach seinem Sieg gegen Adnan Granat war man voll des Lobes für Alexander Dimitrenko. Nach dem Kampf am Freitag ist davon fast Nichts übrig. Der 2,02 m Hühne boxte einfallslos und lies sich viel zu oft treffen. Gegen einen Top-Schwergewichtler hat er keine Chance. Das Unentschieden war nur für Miljan Rovcanin hilfreich. Dank des BoxRec-Punktesystems kam er damit im Schwergewichtsranking um 163 Plätze vorwärts auf #69. Dimitrenko fiel um 9 Plätze auf #26. Direkt hinter Manuel Charr und direkt vor Artur Szpilka. Vielleicht wäre es doch besser gewesen, wenn Dimitrenko seine Karriere bereits vor 5 Jahren beendet und sich voll und ganz der Juristerei gewidmet hätte.

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12 Kommentare

  1. 23. Dezember 2017 at 22:07 —

    Dimi hat einfach zu wenig Herz für den Sport, keine Agressivität dahinter. Sieht aus wie Teamsport bei dem.

    Seferi hat sich auch schön abgemüht, was der überhaupt noch im Ring will.

    Formella gegen Frank wird sicher ein Knaller.

    • 26. Dezember 2017 at 15:18 —

      zitat karate kid: Dimi hat einfach zu wenig Herz für den Sport, keine Agressivität dahinter.

      100% Zustimmung. Guck mir den nicht mehr an. Seit seinen Dünnschissabbruch damals ist er eh bei mir unten durch

  2. 23. Dezember 2017 at 23:27 —

    welcher vollpfosten hat den bericht über den dimitreko kampf geschrieben. es sehr klares und deutliches schlagen sogar sehr lange nach dem break. Bei ranfighting war das trenn Kommando deutlicher zu hören. es war eig. eine klare Disqualifikation aber wegen der schauspielerei von dimitrenko hat er es wohl nur einen punkt abgezogen. die Verwarnung fürs halten haben beide gleichzeitig bzw. direkt nacheinander für die gleiche aktion ehalten. es gab danach noch 2 mal nachschlagen vom serben. einmal gabs nochmal punktabzug einmal blieb es ungesühnt. außerdem gabs nen Kopfstoß.
    der kampf war miserabel wenn auch ganz unterhaltsam. ich hatte es am ende 94:92 (durch die 4 punktabzüge eig. wäre es 95:95). Aber unentschieden ist auch ok. das 90:96 war ein Witz, dimitrenko nur eine runde zu geben ist lächerlich!

    • 24. Dezember 2017 at 00:02 —

      Ich bin der Vollpfosten, der das Break in dem Clip oben nicht gehört hat. Das Dimi nach dem Wischer mit leichter Verzögerung runter geht, sieht für mich nach Schauspielschule aus.

      Danach kam einen Ermahnung an Beide, nicht zu halten. Dann gab es einen Punktabzug nur für Rovcanin, der aber nur das Gleiche gemacht hat wie Dimi. In anderen Kämpfen wird viel mehr gehalten und geschoben, ohne das es gleich Abzug gibt.

      Wer sagt denn, dass das 90:96 gegen Dimitrenko war? Laut Boxrec war es 96:90 für Dimi, 93:93 und 92:94 gegen ihn.

      Ich fand den Kampf nicht unterhaltsam. Eher Mitleid erregend.

      • 24. Dezember 2017 at 12:25 —

        ja auf dem scheis handy video sieht man so einiges nicht. es gab einen punktabzug für beide! schau es dir bei 1:30 nochmal an erst der serbe und dann dimi 1 point!
        das war ein salomonisch urteil beide zu verwarnen um den sehr unsauberen und zerfahrenen kampf etwa zu beruhigen. hat auch ganz gut geklappt!

      • 24. Dezember 2017 at 16:59 —

        Ein Break war schon zu hören aber Dimi hat sich mal wieder die Goldene Himbeere verdient, zudem kommt das der Ref ihn mit “umgeworfen” hat?

        • 24. Dezember 2017 at 23:38 —

          genauer war es ein stop aber schon deutlich vorher. und der ref stand ja vollkommen zwischen beiden und hielt dimi gerade fest und der serbe hat um den ref bzw. durch ihn durch voll aufs kinn geschlagen. es war eig. eine klare Disqualifikation vorallen da dimi ja schon gegen parker hätte durch DQ gewinnen müssen. damals wars noch klarer als er KO geschlagen wurde als er schon am boden war!

  3. 24. Dezember 2017 at 01:04 —

    Den Kampfabend hätte man getrost ausfallen lassen können, da war keine Ansetzung dabei die wirklich gut war und die Leistungen waren es auch nicht!
    Ceylan hat am Beginn seiner Promotertätigkeit mal gesagt das er nur Kämpfe auf Augenhöhe veranstalten will, wenn man die Leistungen seiner “Heimboxer” vom letzten Freitag bewertet, war es das wohl auch…Kämpfe auf Augenhöhe, obwohl man ja eigentlich nur Fallobst eingekauft hatte!

    Granat brauch mit solch einer Leistung erst gar nicht gegen Wallin antreten…..da fängt er sich gleich die nächste frühzeitige Ko-Niederlage!
    Im Kampf Wallin vs Granat soll es im übrigen um die EU-Meisterschaft gehen und nicht um die EM so wie es im Bericht steht!

    Dimitrenko…….ohne Worte! Einzig die 3 Punktwertungen wären erwähnenswert, einzig das Unentschieden passt!

    Der Punktsieg von Keles kommt eher einen Fehlurteil gleich!

  4. 24. Dezember 2017 at 10:04 —

    In fast jedem Bericht, den ich bisher gelesen habe, auch auf anderen Boxsportseiten, wird behauptet. dass Adrian Granat nächstes Jahr gegen Otto Wallin um die Europameisterschaft boxen will.
    Und hier hat Sportsfreund Tom recht:
    Dies kann nicht sein, da aktuell Agit Kabayel Europameister ist.
    Es kann hier nur, wie Tom ja bestätigt, um die EU-Meisterschaft gehen.

    Allen Sportsfreunden:

    FROHE WEIHNACHTEN!!

    • 25. Dezember 2017 at 16:24 —

      Es gibt genau wie bei den “Weltmeistern” auch bei den “Europameistern” nicht nur einen.

      Ich denke mal, dass Hammer seinen WBO-Europameister Titel nach der Niederlage gegen Povetkin abgeben muss und das es darum gehen wird. Es wird sich schon noch herausstellen.

  5. 24. Dezember 2017 at 11:24 —

    EBU-Europameisterschaft:
    Europäische Boxunions-Europameisterschaft.

    EU-Meisterschaft:
    Europäische Unionsmeisterschaft.

    WBO-Europameisterschaft:
    World Boxing Organisation-Europameisterschaft.

  6. Für mich war es das Event des Jahres, frei nach dem Motto ‘Das Beste kommt zum schluss’.

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