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EBU ordnet Stallduell an

Laut einer Pressemitteilung des SES-Teams hat die „European Boxing Union“ eine Pflichtverteidigung von EBU-Halbschwer-Champion Robert Stieglitz gegen seinen SES-Stallkollegen Dominic Bösel angeordnet. Das dürfte einiges an Stirnrunzeln bei den Beteiligten hervorgerufen haben.

Im Ranking der EBU wird Bösel hinter Titelträger Stieglitz und Jürgen Brähmer auf #2 geführt. Weshalb nun ausgerechnet er und nicht Brähmer zum offiziellen Herausforderer berufen wird, ist schon etwas seltsam. Der Boxstall verhält sich in der kühl formulierten Presseerklärung äußerst neutral. Es sieht fast so aus, als wäre man von dieser Entscheidung der in Rom beheimateten EBU etwas überrumpelt.

Beide Boxer standen zuletzt am 18. März bei einer SES-Boxgala in Leipzig im Ring. Während Bösel den völlig überforderten Finnen Sami Enbom in Runde 6 abservieren konnte, hatte es Stieglitz mit Nikola Sjekloka aus Montenegro zu tun, der einen guten Kampf machte. Das Urteil: „Unentschieden“, was angesichts des Kampfes reichlich geschmeichelt ist. Nur mit der Hinzunahme von einem imaginären Heimbonus und allen Hühneraugen zudrücken kann man mit dieser Punktrichterentscheidung leben. Stieglitz sagte nach dem Kampf, er sei ausgelaugt und würde über ein Karriereende nachdenken. Eine Entscheidung dazu gibt es noch nicht. Ein Rematch gegen Sjekloka wäre auf jeden Fall angebrachter, als ein Kampf gegen Bösel.

Will die EBU jetzt in irgend einer Form nachhelfen und Stieglitz zur Aufgabe seiner Karriere zwingen? Wie denkt der Boxstall SES wirklich über diese Kampfansetzung? Was soll Trainer Dirk Dzemski machen, der ja beide Boxer seit Jahren betreut? Soll er eine Münze werfen um zu entscheiden, bei wem er sich in die Ecke stellt?

Auch interessant: Wie wird Jürgen Brähmer darüber denken, dass ihn die EBU übergeht? Schließlich wäre ein Kampf gegen einen SES Boxer um einen Titel für das Publikum interessant und lässt sich wieder einmal prima an das deutsche Publikum verkaufen. Und: Kämpft Brähmer gegen Stieglitz, hat er bessere Chancen, als in einem möglichen Rematch gegen Nathan Cleverly.

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2 Kommentare

  1. 8. Mai 2017 at 23:59 —

    Eigenartig, durch den Blätterwald der Presse ging vor einigen Wochen die Nachricht um das Stieglitz seine Karriere als Boxer beendet hat.

    Naja, der Vorteil der Ansetzung würde da beim SES-Stall liegen denn den EM-Titel würden sie auch weiterhin halten egal wie der Kampf ausgeht.

    Bösel könnte sich auch mal beweisen, denn diese Pseudogegner gegen die er seine Interconti-Titel immer verteidigt bringen ihn auch nicht wirklich weiter und was die Trainerfrage anbelangt, da würde sich auch eine Lösung finden.

    Für Brähmer wäre es wohl ein Rückschritt wenn er nochmal um die EBU-EM kämpfen würde und ich glaube auch nicht das Bösel gegen ihn antreten würde.
    Ob Brähmer überhaupt noch mal boxt steht so wie so auf einen anderen Blatt, er kann sich nur noch beweisen wenn er nochmal gegen Clevery antritt und ihn besiegt!

    Könnte mir aber durchaus auch vorstellen das Stieglitz jetzt tatsächlich seine Karriere beendet und Bösel um den vakanten Titel boxt…….obwohl, dann wäre der Gegner vermutlich Brähmer!?
    Also erstmal abwarten was da nun wirklich passiert?

  2. 9. Mai 2017 at 12:36 —

    Ja genau, ich dachte eigentlich auch das Stieglitz seine Boxerkarriere beendet hätte, zumindest stand das auf einigen Internetseiten!
    Wenn man es mal genau nimmt wäre der “alte” Stieglitz aber auch ein sehr guter Test für Bösel und ein stallinternes Duell lässt sich auch gut verkaufen und für Bösel der ja unbedingt einen WM-Kampf will wäre Stieglitz der beste Gegner seiner bisherigen Karriere!

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