EBU ordnet Huck vs Joyce an

EBU ordnet Huck vs Joyce an

Nachdem EBU-Europameister Agit Kabayel seinen Titel Anfang des Monats niedergelegt hat, weil er einen Vertrag mit dem US-amerikanischen TV-Giganten  ESPN unterschrieben hatte, steht nun fest, wer um den vakanten Titel boxen könnte.

Die European Boxing Union hat einen Fight zwischen Ex-WBO-Cruisergewichtsweltmeister Marco Huck und dem britischen Schwergewichtler Joe Joyce angeordnet. Falls die beiden Parteien sich nicht über die genaueren Modalitäten einigen können, findet am 16. Oktober eine Purse Bid für die Ansetzung statt.

Den deutschen Boxfans ist Huck wohlbekannt. Unter den Fittichen von Wilfried Sauerland und Uli Wegner machte der gebürtige Serbe Karriere, nach der Trennung vom Sauerland-Team im Jahr 2014 gings bergab: Am 14. August 2015 verlor Huck seinen Titel im Prudential Center in Newark an Krzysztof Głowacki. Zwar konnte sich Huck 2016 mit einem Sieg über Ola Afolabi die unbedeutende IBO-Weltmeisterschaft holen, erlitt aber 2017 bei seiner Titelverteidigung gegen Mairis Briedis, bei der es auch um den vakanten WBC-Titel ging, eine einstimmige Punktniederlage.

Die Teilnahme an den World Boxing Super Series verlief für Marco Huck ebenfalls nicht erfolgreich: gegen WBO-Weltmeister Oleksandr Usyk erlitt Huck eine TKO-Niederlage in der zehnten Runde. Auch der Aufstieg ins Schwergewicht  brachte für den ehemaligen Cruisergewichtler bisher keine erkennbaren Verbesserungen: zwar konnte der „Käpt`n“ 2018 seinen Gegner Yakup Saglam besiegen, Hucks bislang letzter Kampf im Schwergewicht  am 17. Mai wurde allerdings nicht gewertet, weil er im Ring beim Fight gegen den 40-jährigen Aufbaugegner Nick Guivas nach einem Trennkommando des Ringrichters noch nachgeschlagen hatte.

Hucks Bilanz: 41-5-1. Damit verfügt der 34-jährige zwar über mehr Erfahrung als der ‚Juggernaut‘, der gerade mal 10 Profikämpfe „auf der Uhr“ hat, doch Joyce hat nicht nur bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio eine Silbermedaille geholt, er überragt Huck auch um fast 10 cm, hat rund 8 cm mehr Reichweite.

Bei 10 Profikämpfen kann Joe Joyce 9 KO-Siege für sich verbuchen – ein hartes Stück Brot für Marco Huck, der möglicherweise deswegen auch kein gesteigertes Interesse an einem Aufeinandertreffen mit Jocye haben wird.

36 Gedanken zu “EBU ordnet Huck vs Joyce an

    1. Den Plan das HW zu dominieren..?
      Huck ist mMn nicht der Typ, der zwingend einen Plan B in der Tasche hat.. Und mit dem Anspruch sollte Joyce ja nur eine kleine Zwischen-Hürde darstellen.. besserer „stay-busy-fight“ sozusagen.. 😉

  1. Huck glaubt ja von sich das er wirklich gut ist……somit könnte er sich ja Joyce stellen, allerdings glaube ich nicht wirklich daran das der Kampf zustande kommt!?

    Zu WM-Ehren im Schwergewicht wird es für Huck wohl nicht reichen, auch nicht wenn es nur, irgend wann mal, um den regulären WBA-WM-Titel gehen würde.

    Gestern war bei boxen1.com zu lesen das Charr vs Bryan am 2.11. in Kinshasa boxen würden. Ist da was dran?

  2. Liebe Sportsfreunde,
    ich möchte hier ausdrücklich betonen, dass die großen Boxevents,(wie früher mit Klitschko, Ottke, Maske) aus volkswirtschaftlichen Gründen für den deutschen Boxsport unbedingt erforderlich sind. D.h.,diese Veranstaltungen sollten aus deutscher Sicht nicht irgendwo im Ausland stattfinden.
    Wir brauchen diese Events in Deutschland, um den Boxsport, der sehr an Popularität verloren hat, am Leben zu erhalten.
    Die gilt für Boxer wie Charr, Huck, Feigenbutz, Brähmer, Zeuge, Culcay u.a., um nur einige zu nennen.
    Andernfalls stirbt der Boxsport in Deutschland.
    Ich hätte abschließend noch drei Fragen an die geschätzten Sportsfreunde und die Redakteure Johannes
    (den ich immer wieder lobend erwähnen muss) und Schreiberling.
    Dies ist jedoch nur eure persönliche Einschätzung.
    1.Wie gewiss ist eurer Ansicht nach der Termin am 2.11. Charr vs.
    .Bryant?
    Boxen 1 erwies sich in jedem Fall immer als bestinformierte Quelle.
    2.Ist Sky Sport News HD wieder, wie in der Vergangenheit, der Überträger des Events?
    3.Hat Mahmoud Charr inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft?
    Bin da momentan nicht ganz auf dem Laufenden.

  3. Deutschland braucht zu allererst die Modernisierung des Ausbildungssystems der Amateure. Weg von der alten deutschen Sportschule die von Wolke, Sdunek, Wegner und Konrad über Jahrzehnte geprägt wurde. Hin zu der modernen amerikanischen und mexikanischen Schule, bei der Angriff die beste Verteidigung ist. Mit viel Bewegung im Oberkörper, bei der viel Wert auf flexible Beinarbeit gelegt wird und variable Kombinationenaus der Pocket geschlagen werden. Mit Doppeldeckung und eins zwei Kombination gewinnt man im modernen Boxen nichts mehr Großes, bringt keine jungen Talente mehr dazu sich für diesen großartigen Sport zu interessieren, füllt schon gar irgendwelche großen Hallen und verdientso ne Menge Schotter. Wenn du heute als junger Mensch Sportler werden willst, gehst du zum Fußball. Da verdienen die Athleten sehr viel mehr Held für sehr viel weniger Aufwand, respektive sehr viel weniger Schmerzen. Dazu kommen auch noch die brutal korrupten Promoter die ihre Athleten nach Strich und Faden bescheissen.

    1. Oder bei „Vera“ am Mittag. Manchmal schliddert man mit „max“ imaler „Power“ ins Unglück und verläuft sich in vermeintlich falschen Quellen und verrennt sich in blinden Aktionismus ohne die Konsequenzen abschätzen zu können. GFFG😜

  4. Auf jeden Fall kommt es am 09.11 wieder mal zu einem Sauerland – Universum duell wenn Leon Bauer auf Toni Kraft trifft.
    Außerdem boxen ja auch noch am 26.10 Nick Hanning gegen Ryno Liebenberg.
    Voller Programm ab Ende Oktober. Jürgen Brähmer wollte auch noch diese Jahr um die EM boxen und Tyron Zeuge bzw. Björn Schicke werden am 23 bzw. 30.11 um die EBU EU Titel boxen.

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