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EBU ordnet Huck vs Joyce an

EBU ordnet Huck vs Joyce an

Kaum, dass ich diese Zeile zu Papier gebracht hatte, schwante es mir: das hatte ich doch schon mal geschrieben. Und zwar im September 2019. Damals hatte EBU-Europameister Agit Kabayel seinen Titel niedergelegt und die European Boxing Union legte fest, dass Huck und Joyce um den vakanten Titel boxen müssten.

Huck bot die stolze Summe von 480.000 Euro und sicherte sich bei einer Purse bid die Rechte an dem Kampf. Doch dazu kam es nicht: der Käpt`n brach sich im Dezember 2019 die Hand, die Begegnung am 11. Januar 2020 in der Tui-Arena in Hannover fiel aus. Joyce kämpfte daraufhin gegen Daniel Dubois. Mit dem bekannten Ergebnis.

Nun also „alles auf Anfang“. Wie die EBU mitgeteilt hat, kommt es am 14. Juni erneut zur Versteigerung der Austragungsrechte an „Huck vs Joyce“. Während Joe Joyce aber mittlerweile den WBC Silver-, WBO International-, den Britischen und den Commonwealth-Titel trägt, hat der mittlerweile 36 Jahre alte Marco Huck nichts vorzuweisen, was den Briten interessieren könnte.

Zudem hat sich Huck im Ring rar gemacht, hatte 2018, 2019 und 2020 nur einmal im Jahr gekämpft. Zuletzt gegen Dennis Lewandowski: ein zwar ungefährdeter, aber unspektakulär Sieg. Und so stellt sich die Frage, ob Joe Joyce überhaupt Interesse daran hat, seinen EBU-Europameister-Titel gegen Marco Huck zu verteidigen. Ich gehe davon aus, dass die Antwort „nein“ lautet.

Die Planung des britischen Heavyweights dürfte eher darauf abzielen, einen WM-Kampf zu bestreiten. Und falls Anthony Joshua seinen WBO-Gürtel nicht gegen Pflichtherausforderer Oleksandr Usyk verteidigen möchte, könnte ein Titelkampf zwischen Usyk und ‚Juggernaut‘ Joyce schnell Realität werden.

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14 Kommentare

  1. 27. Mai 2021 at 22:58 —

    Huck war zu seiner Prime nicht so schlecht wie oft behauptet wird: Seine boxerischen Schwächen konnte er im Normalfall meist gut durch seine Physis und auch durch seine mentale Stärke kompensieren.

    Aber den Juggernaut in seiner jetztigen Form hätte ich auch gegen Prime-Huck als relativ deutlichen Favoriten gesehen, und die Prime von Huck ist schon sehr lange her…

    Falls sich kein anderer lukrativer Fight für Joyce ergibt, wäre ein Kampf gegen Huck für ihn vermutlich relativ leicht verdientes Geld…

  2. 28. Mai 2021 at 04:02 —

    Huck und Charr sollten ein Allmann-Duell veranstalten, als Prämie könnte man eine goldene Pommesgabel ausloben, um den Trainings Eifer der beiden entsprechend zu würdigen.

  3. 28. Mai 2021 at 11:48 —

    Huck war jetzt kein Weltklasse Boxer , dass weiß auch jeder!!
    Trotzdem hat er viel erreicht. Wurde Weltmeister und hat sich gut gegen Povetkin Verkauft. Außerdem hat er die Leute gut unterhalten im Gegensatz zu Wladimir Klitschko ….

    Ich denke gegen Joyce, wird er schwer Ko gehen keine frage.
    Gegen uysk war er schon kurz davor und er ist kein puncher…

    Er sollte wirklich gegen charr Kämpfen. Beide würden dadurch viel Geld machen. Ich denke Charr kann er schlagen.

    Ich wette Charr hat kein Bock gegen Huck zu Kämpfen.
    Sein Ziel ist es ja gegen Anthony oder Tyson anzutreten , damit er noch einmal richtig Kohle macht

  4. Wie ist das eigentlich wenn man eine purse bid gewinnt und der Kampf nicht zustande kommt? Das ganze Geld ist dann weg oder gibts da irgendwelche ausnahmeregelungen?

    • 28. Mai 2021 at 21:23 —

      Die Ausschüttung der purse bid erfolgt natürlich erst nach dem Kampf.
      So lange ist das Geld allerdings beim Verband hinterlegt.

      Und wenn bei der WBC Sulaiman mal Hunger auf nen kleinen Snack bekommt oder WBA-Mendoza Bitcoin oder Tesla für eine gute kurzfristige Geldanlage hält, um den Betrag in 2-3 Monaten mal schnell zu verdoppeln…

      Wie es mit einer möglichen Verzinsung bei langwieriger Hinterlegung aussieht, falls ein Kampf sich über +6Monate hinzieht ohne letztendlich statt zu finden, wäre tatsächlich interessant.

      Der Grundbetrag wird auf jeden Fall zurückzuzahlen sein.
      Sonst könnten die Boxverbände ja selbst einfach alle Titelkämpfe platzen lassen und jedes mal Millionen einbehalten.

  5. 28. Mai 2021 at 13:40 —

    @ Doc Fallobst

    Komplett weg vermutlich nicht, aber da kocht jeder Verband sein eigenes Süppchen.
    Bei der WBO ist es so: jeder Veranstalter muss zusammen mit seinem Angebot eine Bietkaution in Höhe 1.000 US-Dollar Dollar hinterlegen, wenn er sein Angebot einreicht. Die Bieterkaution für alle Bieter wird von der WBO einbehalten und als “Servicegebühr” verwendet (angeblich, um die Kosten zu decken).

    Mehr findest Du (für die WBO) hier … wobei ich auf die Schnelle da nichts gesehen habe, was Deine Frage beantwortet.

    http://www.wboboxing.com/wp-content/uploads/2015/12/Purse-Bid-Rule.pdf

    • 28. Mai 2021 at 15:02 —

      @ Schreiberling

      Wie ist das eigentlich wenn ein Kampf ND oder NC endet, bekommen dann die Boxer dennoch ihre volle Börse?

      • 28. Mai 2021 at 21:26 —

        Der Kampfausgang spielt bei der Auszahlung der Börse natürlich keine Rolle.
        Außer bei einer Disqualifikation (auch nachträglich!) wegen Regelverstößen oder Dopings.
        Dann kann von der Börse ein entsprechender prozentueller Anteil als Strafe abgezogen und einbehalten werden.

    • jo danke. Interessant.

      Ist halt im Boxen noch wie im Wilden Westen. Da macht jeder was er will.

  6. 28. Mai 2021 at 14:59 —

    Hmm…wenn die Kampfansetzung Joyce vs Huck zustande kommen sollte, wird es wohl leicht und schnell verdientes Geld für Joyce sein!?
    Allerdings gehe ich eher davon aus das Joyce den Titel niederlegt und Hukic um den vakanten Titel gegen X kämpft.

  7. 28. Mai 2021 at 16:38 —

    @ Luzifer
    Schnell verdientes Geld? Eher wenig verdientes Geld. Ich denke nicht, dass sich da so viele Interessenten finden würden. Und von der Höhe der Purse bid hängen ja auch die Börsen ab.
    Weil Purse bids nicht mein Spezialgebiet sind, habe ich vorhin mal Erol Ceylan kontaktiert. Der sagte: “Aus einer EBU-Nummer kommt man immer leicht raus.” Falls Jocye den Titel nicht verteidigen will, gibt er ihn ab und die EBU bestimmt einen neuen Gegner.

    Was Deine andere Frage angeht, muss ich mich auch erstmal schlau machen. Ich werde mal die vier großen Verbände kontaktieren und nen Artikel darüber schreiben.

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