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„Draw“ bei Jose Pedraza vs Richard Commey

„Draw“ bei Jose Pedraza vs Richard Commey

Beide Boxer waren mit einer Niederlage im letzten Kampf angereist: Jose Pedraza musste sich zuletzt im März Jose Carlos Ramirez geschlagen geben und Richard Commey hatte im Dezember 2021 gegen Vasyl Lomachenko das Nachsehen. Beiden hätte also ein Sieg gut getan, doch stattdessen gab es nach 10 geboxten Runden im Hard Rock Hotel & Casino in Tulsa ein Draw.

Kann man so machen, denn beide Boxveteranen hatten ihre Momente. Pedraza  – der als klarer Favorit in den Ring gestiegen war – zu Kampfbeginn der bessere Mann, Commey zwar mit harten Händen unterwegs, die aber zumeist auf Pedrazas Deckung landeten. Gegen Ende des Durchgangs dann noch mal eine gute Rechte von Pedraza zum Körper seines Gegners.

In der zweiten Runde Commey etwas aktiver, erwischte Pedraza – trotz vieler „Luftlöcher“ – mit einigen guten linken Haken, Pedraza wechselte die Auslage, womit Commey Probleme hatte. Trotzdem eher eine Commey-Runde.

Auch im dritten Durchgang Commey mit „Oberwasser“, der Mann aus Ghana machte Druck, landete mehrere harte rechte Hände. Pedraza nach vielen Schlägen zu Commeys Körper, jetzt eher mit Uppercuts unterwegs. Nach einer Linken von Commey blutete Pedraza aus der Nase.

In Runde 4 kommt Pedraza zurück, Commey „verschläft“ die Runde ein wenig, wird dann aber in den letzten 60 Sekunden des Durchgangs wieder aktiver  und versucht, dagegen zu halten.

Runde 5 dann wieder eine Commey Runde. Der 35-jährige ist fleißiger und trifft auch häufiger. Pedraza kann dagegen erneut einen harten Körpertreffer landen.

Nachdem der eigentlich nicht cut-anfällige Richard Commey in der sechsten Runde durch einen versehentlichen Zusammenstoß der Köpfe eine Verletzung über seinem linken Auge erlitten hatte, übernahm Pedraza die Kontrolle, landete eine starke Linke, Commey schien schwächer zu werden, konnte trotzdem eine harte Rechte am Kopf von Pedraza anbringen.

Zwar startete Commey stark in den siebten Durchgang, dann aber „übernahm“ Pedraza. Die achte wieder eine konzentrierte Runde von Commey, der aber im Folgedurchgang einbricht. Pedraza kann die neunte Runde dominieren, landet gute Körpertreffer, die Wirkung hinterlassen, Commey mit offenem Mund. Nach der Runde große Aufregung in Commeys Ecke: „What you`re doing, man? Don` t give him this fuckin` fight, man!“

Commey mobilisiert daraufhin im letzten Durchgang seine Reserven, Pedraza nicht mehr so aktiv und mit weniger Druck, trotzdem eine gute Runde von beiden.

Laut CompuBox landete Pedraza 165 von 496 seiner Schläge (und damit 33,3 %)  und 134 von 291 (46 %) seiner Power-Punches, während Commey mit 149 von 684 (21,8 %) seiner Schläge und 130 von 377 (34,5 %) seiner Power-Punches treffen konnte.

Am Ende werteten die Punktrichter 97:93 für Pedraza, 96:94 für Commey und 95:95, für beide Boxer sicher kein zufriedenstellendes Ergebnis.

Auf der Card konnte Jared Anderson – Bilanz: jetzt 12-0-0 bei 12 KO-Siegen – sich gegen Miljan ‚The Serbian Stallion‘ Rovcanin durchsetzen. Nach einer ausgeglichenen ersten Runde machte der 22-jährige Anderson im zweiten Durchgang den Sack.

Nach dem Kampf sagte Anderson, er wäre sehr an einer Begegnung mit Filip Hrgovic interessiert: „Ich würde diesen Kampf lieben. Filip Hrgovic oder irgendjemand in den Top 10 der IBF oder WBO, WBC. Wir suchen nur nach größeren Namen.“ Auch, wenn ich den Kroaten nicht für einen Überboxer halte, wäre das meiner Meinung nach für Anderson nach noch zu früh.

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