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Glanzlose Dreifach-WM im Super-Bantamgewicht – Carson / Kalifornien

Im Hauptkampf der Tom Löffler-Veranstaltung in Carson / Kalifornien standen sich Brandon Figueroa und Luis Nery gegenüber. Dabei sollte es gleich um 3 Gürtel (WBA, WBC und WBO) im Super-Bantamgewicht gehen. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an das Niveau dieser Begegnung. Was man dann zu sehen bekam, war zwar ein Boxkampf mit viel Körpereinsatz, aber es war absolut keine feine weltmeisterliche Klinge, die da geschlagen wurde.

Schon in Runde 1 konnte man ahnen, worauf das Ganze hinaus laufen wird. Ein wildes Gekeile in der Nahdistanz. Figueroa und Nery schienen sich regelrecht abgesprochen zu haben. Keiner von beiden machte den auch nur irgendwie den Eindruck, etwas anderes zu wollen als einen Kampf mit der Brechstange. Damit hatte wohl besonders Nery nicht gerechnet. Er schien beinahe an seinem Gegner zu verzweifeln und ließ von Runde zu Runde mehr “Federn”. In Runde 4 wurde Nery in einer Ringecke gestellt und kassierte so einige Treffer. Allerdings kommt man nicht umhin zu sagen, dass es sich dabei eher um den Austausch von ziellosen Schwingern, als einen niveauvollen WM-Kampf handelte.

In Runde 5 landete Nery auf dem Hosenboden. Nicht etwa durch einen Treffer, sondern weil Figueroa ihn schlichtweg geschoben und umgerannt hatte. In dieser Phase war ein normaler Boxkampf schon längst nicht mehr zu sehen. Beide Boxer verhakelten sich ständig und versuchten irgendwie zu punkten. Dabei sah es so aus, als würde sich Figueroa bei dieser Art zu kämpfen, sogar wohl fühlen. Das sollte sich bis zum Kampfende in Runde 7 nicht mehr ändern.

Bei einem seiner Angriffe gelang Figueroa ein Zufallstreffer(?) zum rechten Rippenbogen von Nery. Der sank mit ein paar Augenblicken Verzögerung zu Boden und wurde ausgezählt. Endlich war dieser Kampf vorbei. Damit hat sich Nery seine erste vorzeitige Niederlage eingehandelt, während Figueroa seine „weiße Weste“ behält. Alles in Allem war dieser WM-Kampf es kaum wert, sich die Nacht um die Ohren geschlagen zu haben.

Ein weiterer Kampf im Super-Bantamgewicht fand direkt vor dem Hauptkampf zwischen Daniel Roman vs Ricardo Espinoza Franco statt. Augenscheinlich lief dieser Fight auf gleichem Niveau beider Boxer. Davon ging man bereits vor dem Kampf aus, denn die Kampfrekorde der Kontrahenten ähnelten sich ebenfalls. Zu Beginn zeigten sowohl Roman als auch Espinoza annähernd gleichen Einsatz und Siegeswillen. Im weiteren Verlauf bis zum Ende des auf 10 Runden angesetzten Kampfes wurde allerdings deutlich, dass Roman immer eine Hand mehr drin hatte und damit die Mehrzahl der Runden für sich verbuchen konnte.

Ob dann die Höhe des Sieges (97:93 und 2 Mal 98:92) wirklich so deutlich sein musste, sei einmal dahin gestellt. Aber auch wenn der Mexikaner eine Runde mehr bekommen hätte, gäbe es keinen Zweifel am Sieg von Daniel Roman. Dieser Fight war auf jeden Fall sehenswerter als der Hauptkampf.

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