Dmitry Bivol: „Sparring ist Sparring!“

Dmitry Bivol: „Sparring ist Sparring!“

Der Kampf zwischen WBA-Champ Dmitry Bivol und Gilberto Ramirez am Samstag ist wohl einer der großen Kämpfe des Jahres 2022. Beide sind ungeschlagen, beide gefährlich. Und so kann man über den Ausgang nur spekulieren.

Ramirez präsentiert sich als selbstbewusster Herausforderer. ‚Zurdo‘ war Weltmeister im Supermittelgewicht und hat, seitdem er eine Gewichtsklasse aufgestiegen ist, fünf Kämpfe gewonnen. Alle durch KO.

„Ich hole den Gürtel am 5. November zurück! Ich bin sehr stolz darauf, (…) ganz Mexiko und alle Latinos zu vertreten. Ich kann es kaum erwarten, allen und mir selbst zu beweisen, dass ich es schaffen kann. Bivol ist ein harter Brocken. Er ist eine wirklich gute Herausforderung. Aber ich werde die mexikanische Bevölkerung rächen, denn er hat Canelo geschlagen.“

Ramirez` Zuversicht beruht unter anderem auf Sparring-Sessions, die er mit Bivol vor ein paar Jahren absolviert hat, was Dmitry Bivol ziemlich kalt lässt: „Er arbeitet gut zum Körper. Er bringt Kombinationen, normalerweise drei oder vier Schläge. Aber das spielt für mich keine Rolle. Ich weiß nicht, warum er so zuversichtlich ist. Vielleicht, weil er nie verloren hat. Vielleicht, weil er etwas Aufmerksamkeit will. Für mich spielt das keine Rolle. Mein Selbstvertrauen hängt nicht von meinen letzten Siegen ab. Mein Selbstvertrauen hängt von meinen Trainingslagern ab. Wenn ich alles gemacht habe, was mein Coach im Trainingslager verlangt hat, bin ich zuversichtlich. Und ich weiß, dass ich gute Fähigkeiten habe. Manchmal kann man sein Können zeigen, manchmal kann man es aus bestimmten Gründen nicht, aber wenn das Trainingslager gut war, dann kann man sein Können zeigen!“

Und vor diesem Können hat Gilberto Ramirez Respekt, der Mexikaner weiß, dass er sich nicht auf „taktisches Geplänkel“ mit Bivol einlassen sollte. Stattdessen will ‚Zurdo’ vor allem eines: Druck machen: „Ich denke, ich muss (…) die ganze Zeit nach vorne gehen und viele Schläge austeilen. Es wird ein spannender Kampf.“ 

Eines möchte Ramirez allerdings nicht: zugeben, dass Bivol sein bisher bester Gegner ist: „Nicht wirklich“, sagte Ramirez in einem Interview mit FightHype.com, „Ich war mit so vielen guten Fightern im Ring. Es ist wichtig für mich, weil es ein Titelkampf ist, aber habe schon gegen wirklich gute Kämpfer geboxt!“

Sorgen wegen der Größe von ‚Zurdo‘ (1,89 m) macht sich Bivol nicht. Warum auch, Umar Salamov, den er  Ende 2021 schlug, war mit 1,92 m noch etwas größer: „Im Boxen gibt es Gewichtsklassen und er (Ramirez) ist aus meiner Gewichtsklasse. Er wird am Freitag das gleiche Gewicht haben wie ich. Ich denke nicht über Größen nach. Ja, vielleicht ist er ein bisschen größer, aber wir sind in der gleichen Gewichtsklasse. Wenn man größer ist, ist man langsamer. Wenn man größer ist, sollte man Abstand halten. Einige Pluspunkte, einige Minuspunkte. Es ist einfach anders.“

Ob die Begegnung mit Gilberto Ramirez dann auch anders läuft, als die 20 bisherigen Profifights des gebürtigen Kirgisen? In den Wettbüros ist der 31-jährige Bivol der klare Favorit. Und was glauben die Leser von Boxen.de?

Quelle: bivol_d / Instagram

3 Gedanken zu “Dmitry Bivol: „Sparring ist Sparring!“

  1. Ja, Ramirez hat 44 Kämpfe gewonnen. Aber so viel extrem gute Fighter waren da nun auch nicht dabei. Ich will seine Leistung nicht abwerten, aber ein Kaliber wie Bivol hatte er wohl noch nicht vor den Fäusten. Ich sehe aber dennoch einen offenen Fight, mit seinem Mexican-Style und hoher Workrate könnte er Bivol durchaus gefährlich werden.

  2. War schon ein Fan von Bivol, als er Jackson Junior ausknockte und das hat sich bis heute nicht geändert, auch wenn er ab und an unterperformt oder langweilig gekämpft hat. Für mich verkörpert er die perfekte (osteuropäische) Boxschule, ein superästhetischer, flüssiger Stil ohne Schnörkel und Show, dafür gnadenlos effizient. Und: physisch ist er eigentlich ein SMW, was ihm bisher nicht geschadet hat. Und das macht die Begegnung am Samstag zu einer echten Herausforderung für ihn, denn Zurdo wird als De-Facto-Heavyweight in den Ring steigen. Freue mich auf den Fight, wird geil!

  3. Seit Bivol Canelo ausgeboxt hat, ist er bei mir definitiv im Ansehen stark gestiegen. Gegen Ramirez sehe ich ihn daher auch klar als Favorit. Alles andere als ein Sieg des Kirgisen würde mich doch sehr stark wundern. Ich glaube auch nicht, dass Ramirez gegenüber Bivol seine Größen- und Gewichtsvorteile irgendwo ausspielen kann.

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