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Dmitry Bivol bleibt Weltmeister – nur Punktsieg gegen Pascal

Ein Beitrag von F. W. :

Im Hard Rock Hotel & Casino in Atlantic City, New Jersey, konnte WBA-Weltmeister Dmitry Bivol seinen Gürtel im Halbschwergewicht gegen Herausforderer Jean Pascal verteidigen. Pascal verlor klar nach Punkten, damit hat Bivol allerdings nun bereits zwei Kämpfe in Serie nicht mehr durch KO gewinnen können.

Das Urteil der Punktrichter: 117 – 111, 119 – 109 und 119 – 109 für den alten und neuen Weltmeister. Und damit ist das Wissenswerteste zu diesem Kampf eigentlich schon gesagt. Bleibt die Frage, warum Bivol sich nicht einen weiteren KO-Sieg gegönnt hat.

An Pascal – beziehungsweise dessen Leistung im Ring – dürfte es kaum gelegen haben. Der wirkte nicht wirklich so, als ob er Bivol boxerisch etwas entgegenzusetzen hätte: mit viel gutem Willen kann man allenfalls behaupten, Pascal sei gelegentlich aggressiv zu Werke gegangen. Der Aktivere während des ganzen Kampfverlaufes war der amtierende Weltmeister.

So landete laut HBO-Zählung Bivol in der ersten Runde 17 Schläge, Pascal nur einen. Nach der dritten Runde wertete Compubox immer noch weniger als 10 Schläge für den Herausforderer. Oft ließ der 36-jährige Konterboxer seine Deckung hängen und versuchte, seinen russischen Gegner damit zu locken. Ab und zu warf sich Pascal überfallartig nach vorne und versuchte mit wilden Schwingern sein Glück. Die landeten allerdings meist auf Bivols guter Deckung, zuweilen – wenn er dabei Luftlöcher schlug – verlor Pascal auch sein Gleichgewicht und landete auf der Matte. Zudem wirkte Pascal müde und erschöpft, in der Pause zur achten Runde fragte Pascals Trainer Stéphan Larouche seinen Schützling dann auch, ob man das ungleiche Gefecht nicht besser beenden solle, Pascal verneinte.

Bivol ganz klar der schnellere Mann, der bessere Techniker, der Mann mit den meisten Treffern. Nach 12 nicht wirklich spannenden Runden hatte Bivol 217 Treffer anbringen können, bei Pascal waren es insgesamt nur 60. Ob das in Zukunft gegen Gegner wie Adonis Stevenson, Eleider Alvarez, Badou Jack, Artur Beterbiev oder Sergey Kovalev reicht, bleibt abzuwarten: für Pascal war es mehr als genug Und so ist nun auch geklärt, was der ehemalige WBC-Weltmeister mit einem Fragezeichen versehen im Interview mit dem amerikanischen „Ring Magazine“ in den Raum stellte: „Am Samstag werden wir sehen, wie voll der Tank noch ist!“ Die Antwort ist: es müsste wohl noch Sprit rein, um nochmal auf der Überholspur zu landen.

Dass Pascal seinen Zenit überschritten hat, war schon vor diesem Kampf klar, dass es Zeit ist, nun besser endgültig die Handschuhe an den Nagel zu hängen, sollte der Kanadier nun auch selber wissen. Trotz der eindeutigen Niederlage schien das Thema Karriereende zumindest unmittelbar nach dem Kampf für Pascal und Trainer Larouche keine Option zu sein.

Auf der Undercard dieser Weltmeisterschaft konnte sich Murodjon Akhmadaliev mit einem TKO in Runde 9 gegen den ehemaligen Olympiasieger Isaac Zarate durchsetzen.

 

 

 

 

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3 Kommentare

  1. 26. November 2018 at 08:24 —

    Pascal war doch nur Survival-Modus, nachdem er guten Treffer kassiert hatte. Ich würde sagen, dass nach den Treffern auf seine große Schnauze, sich der Tank in seine Unterhosen entleert hatte.

    • 26. November 2018 at 10:41 —

      …ist ja mal wieder ein fantastisches Deutsch von mir. Sollte lieber warten, bis sich die Morgen-Hektik im Büro gelegt hat.

  2. 27. November 2018 at 12:12 —

    “Ob das in Zukunft gegen Gegner wie Adonis Stevenson, Eleider Alvarez, Badou Jack, Artur Beterbiev oder Sergey Kovalev reicht, bleibt abzuwarten”

    Naja, ob Stevenson und Kovalev mittelfristig noch zur Weltspitze zählen, muss man ebenfalls erstmal abwarten..
    Bei Bivol weiß ich nicht so Recht, schätze aber Beterbiev, Jack und auch Alvarez etwas besser ein.. Zu Gvozdyk kann man ja auch bald mehr sagen..
    Für Bivol spricht dafür allerdings, dass er noch deutlich jünger ist als all seine aktuellen Rivalen im LHW..

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