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Dillian Whyte: who`s next?

Dillian Whyte: who`s next?

Beim 41 Jahre alten russischen Schwergewichtler Alexander Povetkin sind mit der Niederlage gegen ‚Body Snatcher‘ Dillian Whyte wohl die Schlussakkorde einer erfolgreichen Karriere erklungen. Povetkins Promoter Andrey Ryabinsky sagte, er glaube, der 41-Jährige werde sich nun vom Boxen zurückziehen und ergänzte: „Ich werde ihn überreden, seine Karriere zu beenden.”

Für den klaren Gewinner des Gefechts, den 32-jährigen Dillian Whyte, haben sich dagegen wieder viele Möglichkeiten aufgetan. Zumindest theoretisch. Denn durch den Sieg eroberte sich Whyte die Position als WBC-Pflichtherausforderer zurück. Ob das allerdings tatsächlich dazu führt, dass der britische Schwergewichtler in absehbarer Zeit zu einem Weltmeisterschaftskampf kommt? Eher nein.

Denn schon in der Vergangenheit war Whyte – als Pflichtherausforderer – fast drei Jahre lang in der Warteschleife. Und die bestehenden Verträge zwischen WBC-Champion Tyson Fury und Anthony Joshua, der die Gürtel von IBF, WBA und WBO hält, sehen vor, dass der ‚Gypsy King‘ und ‚AJ‘ im Laufe des Jahres zwei Mal aufeinandertreffen. Zuerst im Juni oder Juli, dann zum Rematch im November oder Dezember.

Das weiß auch Dillian Whyte, der nun scherzhaft in einem Interview bei „SkySports“ gesagt hat: „Ich habe lange genug gewartet und ich möchte nicht noch länger warten. Ich werde Joshua ein Bein brechen, damit sie den Kampf nicht machen können. Dann tauche ich einfach auf und kämpfe gegen Fury.”

Nachdem Whyte unmittelbar nach dem Sieg über Povetkin von seinem Promoter Eddie Hearn einen „leichten Gegner zum Geld verdienen“ eingefordert hatte, scheint der ‘Body Snatcher‘ nun auf eine andere – und möglicherweise bessere – Idee gekommen zu sein, wie er im Interview bei „IFT TV“ verlauten ließ: er wolle als nächstes gegen Trevor Bryan antreten.

Wir erinnern uns: der 31 Jahre alte Don King-Boxer konnte sich Dank „king`scher Ränkespiele“ den regulären Weltmeistertitel der WBA sichern, während Mahmoud Charr von King ausgebootet worden war.

Ein Kampf gegen Bryan? Grundsätzlich eine nachvollziehbare Überlegung. Dass Don King oder Trevor Bryan sich für diese Idee begeistern können, dürfte aber eher unwahrscheinlich sein. Zumal Bryan laut WBA-Regularien seinen Titel bis zum 30. Mai gegen “Champion in der Pause“ Charr verteidigen muss.

Und egal, wer dann den Ring als Sieger verlässt: an einer Begegnung mit Dillian Whyte dürfte weder Mahmoud Charr noch Trevor Bryan interessiert sein. Der zeigt nämlich, seitdem er im Oktober vergangenen Jahres Harold Knight in sein Team holte, deutliche Verbesserungen. Der ehemalige Co-Trainer von Lennox Lewis, der früher eng mit dem verstorbenen Emanuel Steward zusammengearbeitet hat, sagte vor dem Fight zwischen Povetkin und Whyte: „Ich bin hier, um Dillian zurück auf die Nummer 1 Position zu bringen.” Nachdem das geklappt hat, darf man gespannt sein, was ‘The Shadow’ Knight aus Dillian Whyte noch herausholen kann.

Eddie Hearn hat angedeutet, dass Whyte bald in den USA kämpfen könnte: „Ich würde ihn gerne im Sommer wieder boxen lassen, vielleicht in die Staaten gehen und dort einen großen Kampf haben”, sagte der Matchroom Boxing Boss im Interview mit „SkySports“.

Dass der Gegner dann Deontay Wilder heißt, ist aber eher unwahrscheinlich.

Box-Insider Michael Benson hat dazu übrigens vor kurzem eine Abstimmung bei Twitter initiiert:

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15 Kommentare

  1. 29. März 2021 at 00:46 —

    Nur ein Kampf gegen Michael Hunter würde wirklich Sinn machen und Dillian Whyte m Falle eines Sieges in die Top 10 aller 4 großen Verbände befördern. Bisher ist er dort nur beim WBC vertreten. WBC hat ihn lange genug verar***t.

  2. 29. März 2021 at 11:14 —

    whyte gegen bryan wäre ein guter kampf dillan würde bryan in der luft zerreisen. aber das wird nicht kommen. mal sehen wie die wba reagiert wenn bryan auch nicht gegen charr boxt?

  3. 29. März 2021 at 11:42 —

    @ Brennov

    Man darf gespannt sein, was King und die WBA da noch mauscheln.

  4. 29. März 2021 at 13:30 —

    Laut einem Bericht von Boxen1 vom 30.Januar 21 muss Trevor Bryan laut WBA-Reglement innerhalb der nächsten 120 Tage gegen den “Champion in Recess” Mahmoud Charr boxen.
    Von Agit Kabayel, dem Bezwinger von Derrick Chisora, hört man auch nichts mehr.
    Sein letzter Kampf war am 18.Juli 20 gegen Evangenius Lazaridis.
    Wo bleiben die Fights gegen die großen Namen?

  5. 29. März 2021 at 13:36 —

    Evgenios Lazaridis

  6. 29. März 2021 at 14:55 —

    Sorry “Schreiberling”,
    hatte den Bericht auf “Boxen.de” tatsächlich nicht gelesen.

  7. 29. März 2021 at 15:09 —

    @ globuli

    Schwamm drüber

  8. 29. März 2021 at 16:48 —

    Finde, sinnvolle Fights wären Wilder, Ruiz jr. und Hunter. Wenn man jegliche Rankings und Verbandspolitik ignoriert, natürlich auch Usyk und Joyce, aber die beiden werden sich schon bald einigen und dann ist das vom Tisch.

    Wilder und Whyte haben sich ja verbal schon ziemlich angegiftelt, und von der möglichen Börse her ist das sicher der attraktivste Fight. Vom Matchup her ebenfalls, weil beide mit wenig Technik und viel Power vorgehen, wobei der Schlag, der Povetkin vor dem Niederschlag in die Seile wuchtete, also die rechte Gerade durch die Mitte, bewiesen hat, dass Whyte es vielleicht schon etwas besser kann, als er es öfters mal zeigt. Auf der anderen Seite schätze ich Whytes Kinn (noch) schwächer ein als Wilders, von daher auf jeden Fall ein spannender Kampf, der hohe Einschaltquoten garanieren würde.

  9. 29. März 2021 at 18:21 —

    Ist eine schwierige Situation für Whyte. Hearn hält die Zügel in der Hand. Da hilft der Interims-Titel nicht. Eigentlich müsste Whyte sich in den Rankings der anderen Verbände nach oben kämpfen. Die Idee mit der WBA ist nicht so schlecht.

    Was die anderen Verbände angeht, dürfte Ortiz zu gefährlich sein. Charles Martin wäre ok, ein Kampf gegen Joseph Parker interessant, Bogdan Dinu … da wäre er in den Top 5 der WBA und könnte Charr / Bryan herausfordern.

    So sehe ich Whyte nur noch weiter rumdümpeln. Hearn wird weder Usyk, noch AJ, noch Steinmanns Flip in Gefahr bringen wollen.

    • 29. März 2021 at 19:28 —

      Hast schon recht, vielleicht müsste er einfach mal bei TR oder Haymon anklopfen, ich denke, die Rankings sind weniger das Problem, wenn man zum Beispiel sieht, wen Joyce besiegt hat oder Pulev, um an ihre jeweiligen Titelkämpfe zu kommen. Der Kampf gegen AJ kam halt für ihn zu früh – im Prinzip hängt alles immer noch an dieser Niederlage. Allerdings sah er zwischendurch gegen Chisora und Parker auch alles andere als souverän aus, von daher weiß ich nicht, ob man ihn jetzt nicht ein wenig zu hoch einschätzt, nur weil er Covidkin KO geschlagen hat.

  10. 29. März 2021 at 19:48 —

    @ ak

    Ein berechtigter Einwand: vermutlich hätten auch Jungpfeife Wardley oder Steinmanns Flip an diesem Abend Pove weggehauen.
    Ich denke trotzdem, Whyte solle sich mal von der WBC weg orientieren. Da kann er 50 werden, bevor er nen Titelfight bekommt. Nicht zuletzt dank Eddie H.

    Das erinnert an GGG und Universum. Der Joker war Sturm, GGG hatte nichts zu melden.

    • 29. März 2021 at 20:27 —

      Die IBF-Schiene via Hunter oder Martin wäre vermutlich das Schnellste – aber was hätte er davon? Dann wäre er dort PH, was er ja bei der WBC auch schon ist. Und AJ hat ja gerade gegen Pulev gekämpft, die IBF lässt ihn jetzt erstmal ein- bis eineinhalb Jahre in Ruhe.

      Deshalb sollte er die Gürtel stecken lassen und sich eher am großen Geld orientieren – und das liegt realistisch imo näher bei Wilder/Ruiz als bei Fury/AJ oder Usyk. Bei Usyk kann ich mir nicht vorstellen, dass der mit der B-Side zufrieden wäre, obwohl er das aus kommerzieller Sicht auf jeden Fall wäre und Fury/AJ dauert einfach zu lange, bis die sich ausgeschissen haben – da wird er wirklich vorher 50. Könnte mir halt vorstellen, dass Wilder eher bereit ist, gegen ihn zu kämpfen, wenn er zur PBC wechselt. Aber Hearn macht das ja immer ganz geschickt, auf der einen Seite ist Whyte die klare (und ewige) #2 bei matchroom – auf der anderen Seite verdient er halt trotzdem Unmengen, was vermutlich der Grund ist, warum er immer noch bei ihm ist.

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