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Dillian Whyte besiegt Joseph Parker nach Punkten

Nach seiner Niederlage gegen Anthony Joshua war für den Neuseeländer Joseph Parker das Thema Großbritannien noch nicht erledigt. Ein zweiter Payday und im Falle eines Sieges evt. ein Rematch gegen Joshua wurden ihm in Aussicht gestellt. Es sollte am Samstag in London gegen Dillian Whyte um 2 kleine Titel der Verbände WBC und WBO gehen. Die Mehrzahl der Fans sahen gute Chancen für Parker, dass er diesmal im Milleniumdome gewinnen kann. Es sollte anders kommen.

Zu Beginn des Kampfes gab es das übliche Abtasten. Beide Boxer suchten erst einmal die richtige Schlagdistanz. In den 2 ersten Runden wsah man Parker knapp im Vorteil. Die 2. Runde ging dann aber in letzter Sekunde doch noch an Whyte. Man kann sich streiten, ob es ein regulärer Treffer oder der Kopfstoß war, was den Neuseeländer auf den Ringboden zwang. Parker wurde angezählt, aber ehe der Kampf wieder aufgenommen werden konnte, kam die Pausenglocke. Die Runde ging unverdient 10:8 an Whyte.

Von den nächsten Runden bis zur Kampfmitte konnte man Parker bestenfalls eine geben. Whyte hatte „Oberwasser“ und Parker einfach immer eine Hand zu wenig im Spiel. Parker hätte mehr Mut zeigen und mehr Druck aufbauen müssen. Es war für den Neuseeländer schon kaum noch möglich, den Kampf nach Punkten zu gewinnen. Parkers Kampfstil war einfach zu abwartend, aber auf was wartete er eigentlich?

In Runde 8 langweilten sich beide Boxer gegenseitig mit gelegentlichem Jab und Täuschungsmanövern. Im der 9. schien sich das fortzusetzen, aber die Aktivitäten nahmen dann doch auf beiden Seiten zu. Schließlich gelang Whyte ein linker Aufwärtshaken und Parker musste um ersten mal in seiner Karriere nach eindeutiger Schlagwirkung zu Boden. Whyte hatte diesmal noch mehr als eine Minute Zeit, „den Sack zu“ zu machen. Er dachte aber nicht daran, Parker zu finishen und boxte genau so weiter wie vor dem Niederschlag. Diesmal gab es an der 10:8 Rundenwertung für Whyte keinen Zweifel.

Why Park 3Parker hätte jetzt nur noch ein KO-Sieg retten können. In Runde 10 kam allerdings wieder nichts, was auf schließen lassen würde, dass Parker jetzt die passende Brechstange gefunden hätte, mit der er Whyte traktieren könnte. Die 11. Runde war dann etwas spannender, weil Beide etwas mehr riskierten und eine vorzeitige Entscheidung suchten. Bei Whyte wurde deutlich, dass ihm so langam die Kräfte schwanden und Parker tat zumindest so, als wäre er auch kurz vor Ende des Kampfes noch eine Bedrohung. Zu Beginn der 12. Runde warf Parker endlich alles nach vorne, was er noch bieten konnte. Das hätte ihm mal etwas früher einfallen sollen. Whyte zeigte deutliche „Verschleißspuren“ und konnte sich nur mit größter Mühe zu einer Antwort aufraffen. Beide Boxer waren am Limit ihrer Leitungsfähigkeit angekommen.

In der letzten Minute war bei Beiden die Kraft aufgebraucht und es zählte nur noch der Willen. Nur 20 Sekunden vor Kampfende ging Whyte mit den Fäusten voran zu Boden. Das sah schon mehr nach Schwäche als nach einem Wirkungstreffer aus. Die letzten Sekunden nach dem Anzählen und einem letzten kurzen Schlagabtausch überstand Whyte mit eisernem Klammern bis die Glocke kam. Länger hätte der Kampf für Whyte nicht dauern dürfen, sonst wäre er womöglich vor Schwäche umgefallen, weil seine Batterien absolut leer waren. Der Einsatz beider Boxer war in den letzten 6 Minuten des Kampfes sehenswert, was man von den Runden davor nicht unbedingt sagen kann. Das Punkturteil lautete dann 114:111, 115:110 und 113:112. Whyte hätte den Kampf also auch ohne die Niederschläge knapp gewonnen.

Für Promoter Eddie Hearn ergibt sich damit die komfortable Situation, dass er Dank des Whyte Sieges ein gutes Eisen mehr im Feuer hat. Wie es mit der Karriere des 26-jährigen Parker weiter geht, muss man sehen. Ihm stehen auch nach 2 Niederlagen in Folge noch viele Türen offen. Wer weiss schon, wie die Situation in 3 oder 4 Jahren im Schwergewicht sein wird. Parker ist ein guter Boxer und er wird auch in Zukunft in „Schlagdistanz“ zu Reihe 1 des Schwergewichts bleiben.

Hier der Kampf:

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7 Kommentare

  1. 30. Juli 2018 at 00:53 —

    wundert mich das es so wenig kommentare zu den kämpfen takam chisora und whyte parker gibt

    chisora takam

    takam ging für mich als favorit ins rennen und dachte pts takam ist eine 100% sichere sache

    aber ich wurde eines besseren belehrt chisora ist immer für eine gute show gut und zeigt immer gute kämpfe

    bei so einem schlagabtausch ist es nunmal eine sekunde die alles entscheidet, glückwunsch an chisora.

    whyte vs parker

    parker wurde um den sieg betrogen

    klar war es eine enge kiste

    trzd muss man viele faktoren dazu rechnen

    1. der erste niederschlag an parker, war keiner
    2. der dreckige boxstil von whyte war einfach lächerlich man hat ihm direkt seinen heimvorteil angemerkt, klammern runterdrücke, festhalten + schlagen, halbes ringen = huck + klitschko still.

    3. wäre der kampf 1-2 min länger gegangen hätte parker durch ko gewonnen whyte war am ende konnte sich mit festhalten und klammern gerade noch so retten bis der schlussgong ertönte.

    bei nem sauberen kampf auf neutralem boden hätte parker gewonnen

    für mich der bessere boxer + gewinner = parker auch wenn er ebenfalls konditionsprobleme aufwies.

  2. 30. Juli 2018 at 05:56 —

    “Das Punkturteil lautete dann 114:111, 115:110 und 113:112. Whyte hätte den Kampf also auch ohne die Niederschläge knapp gewonnen.” Rein mathematisch stimmt es aber nicht. Der erste Niederschlag war ein Kopfstoss, Du sahst in der 2. Runde Parker vorne,also statt 10:8 kommt 9:10,dann wäre es 113:113,
    114:112,112:114, also unentschieden. Natürlich war es nur ein Spiel, Whyte hat gewonnen-leider.

    • 30. Juli 2018 at 08:59 —

      Die Rechnung kann man so oder so sehen. Der Ref hat in der 2. einen regulären Niederschlag gesehen. Also 10:8, egal wer die Runde wirklich hatte. Da kann man nix machen.

      Und es stimmt: Whyte hätte wegen seinen unfairen Aktionen einen Punktabzug verdient gehabt. Hätte, hätte… Fahrradkette…

  3. 30. Juli 2018 at 14:05 —

    Der Zustand von Parker erinnert mich an den zweiten Kampf von Kovalev vs Ward…..Kova und Parker waren ab der 4ten Runde stehend KO, so müde waren sie…Beide scheinen gegen Körperschläge anfällig zu sein….Das ist denke ich auch das Kryptonit von Parker….ob Parker sich jemals von dieser Niederlage erholt, wage ich zu bezweifeln.

    • 30. Juli 2018 at 20:41 —

      Na das sehe ich aber anders. Parker hat nach dem Niederschlag in der 9. weiter geboxt und war nach 12 Runden immerhin noch halbwegs anwesend. Whyte hätte man nur antippen brauchen und er wäre umgefallen. Hätte Parker in der 5. und 6. mehr gemacht, wärer er als Sieger aus dem Ring gegangen.

      • 30. Juli 2018 at 21:16 —

        völlig richtig
        wäre die runde noch ca ne min weitergelaufen wäre whyte ko gegangen

        konnte sich mit klammern festhalten gerade noch so retten
        +
        parker hatte einfach pech das der dreckige style von whyte so tolleriert wurde

        • 3. August 2018 at 08:15 —

          und hätte Ortiz noch 30 Sekunden gehabt, wäre Wilder in der Versenkung verschwunden, ist aber nicht passiert. Fakt ist, dass Parker 36 min Zeit hatte, Whyte zu finishen. Hat er nicht, daher ist diese konjunktiv Argumentation völlig belanglos.

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