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Die nächsten YouTuber im Boxring

Die nächsten YouTuber im Boxring

Nachdem das Zuschauerinteresse anscheinend groß genug ist, werden sich zu Jahresbeginn erneut bekannte YouTuber im Ring gegenüberstehen: Logan Pauls Bruder Jake kämpft am 30. Januar in Miami gegen AnEsonGib, bürgerlich Ali Eson Gib. Ich muss zugeben: von beiden hatte ich bislang noch nie etwas gehört, auch wenn beide Millionen Follower haben und innerhalb weniger Jahre Millionen scheffeln konnten.

Jake Joseph Paul ist 22 Jahre alt und wurde vor allem durch seine Rolle in einer Disney Channel-Serie bekannt. Bereits in der Vergangenheit hat Jake im Ring gestanden, unter anderem als sein Bruder Logan im August 2918 gegen den Briten Olajide Williams Olatunji alias KSI antrat. Jake kämpfte sozusagen „auf der Undercard“ gegen dessen jüngeren Bruder Deji. Auch AnEsonGib stand schon verschiedentlich im Boxring. Der 23-jährige aus London verdient seine Brötchen als FIFA-Spieler auf YouTube.

Für mich etwas unverständlich ist der Hype um solche „YouTuber-Kloppereien“. Hierzulande brechen die Verantwortlichen bei den TV-Sendern in Freudentaumel aus, wenn eine der selten gewordenen Boxübertragungen auch nur halbwegs gute Zahlen beschert. Wenn limitierte Laien im Ring „Boxen” spielen, klingelt bei DAZN die Kasse.

Und natürlich bei Eddie Hearn. Der umtriebige Promoter ist sich für nichts zu schade, wenn er damit Geld verdienen kann. Unverständlicherweise fanden auf der Undercard der zweiten Begegnung zwischen Logan Paul und KSI – einer Matchroom Boxing-Veranstaltung – sogar zwei reguläre Titelkämpfe statt: Billy Joe Saunders verteidigte seinen WBO-Titel im Supermittelgewicht gegen Marcelo Coceres und Devin Haney seinen WBC-Gürtel im Leichtgewicht gegen Alfredo Santiago.

Nicht wenige kritisierten den Umstand, dass Profis auf der Undercard von „Boxpfeifen“ antreten mussten, viele sahen darin sogar eine Beleidigung des Boxsports. Andere – darunter auch einige Profis – unterstrichen dagegen sogar die Professionalität von Paul und KSI. Selbst bei Boxrec werden die Fights der YouTuber aufgeführt. Daneben gibt es unter www.thekocup.com ein – vermutlich nicht ganz ernstgemeintes – YouTube-Fighter-Ranking.

Quelle: www.thekocup.com

Bei aller Kritik muss man sich allerdings fragen, ob der Umstand, dass YouTuber, die sich im Ring kloppen unterm Strich nicht das schwächelnde Interesse der Masse an „echten“ Boxkämpfen wieder ankurbeln kann. Vor allem, wenn man die Kämpfe in einem Event zusammenfasst.

Das wird auch bei der Veranstaltung am 30. Januar der Fall sein: Demetrius Andrade wird seinen WBO-Mittelgewichtstitel gegen Luke Keeler verteidigen, Tevin Farmer tritt im Kampf um seinen IBF-Titel gegen Joseph Diaz an und Senkrechtstarter Murodjon Akhmadaliev kämpft gegen Daniel Roman. Erfreulich: auf das Plakat mit den „echten Profis” haben es die YouTuber noch nicht geschafft!

 

Bild: Matchroom Boxing

 

Einen offiziellen „markigen“ Trailer gibt es natürlich trotzdem. Zumindest das haben die YouTuber den Boxbuden auf der Kirmes voraus, auch wenn man das Ganze unter dem Motto “Viel Lärm um wenig Leistung” zusammenfassen könnte.

 

 

Seine überschaubare Leistung in den bisherigen Kämpfen hat Logan Paul übrigens nicht daran gehindert, Floyd Mayweather herauszufordern. Da „Money” Mayweather bekanntermaßen zu vielem bereit ist, wenn die Börse stimmt, würde es mich nicht wundern, wenn es tatsächlich irgendwann zu dieser Begegnung kommt.

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4 Kommentare

  1. 31. Dezember 2019 at 09:40 —

    Gerade eben ist ein Sandkorn in der Namib-Wüste von seiner Düne herunter gerollt. Dabei kreuzte sein weg tausende anderer Sandkörner, die sich brüskiert vom Verhalten des Jenigen Schuldigen, gezwungen sahen aus dem Weg zu rollen.
    😀 😀 😀 😀 😀

  2. 31. Dezember 2019 at 10:03 —

    Gut, dass kein Sack Reis im Weg stand …

  3. 31. Dezember 2019 at 10:37 —

    Der Himmel bewahre das da noch ein Sack Reis im Weg gestanden wäre. Der Aufschrei wäre Ohrenbetäubend gewesen………….

  4. 31. Dezember 2019 at 11:02 —

    Tausende gellend schreiende Sandkörner …

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