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Devin Haney macht eine große Ansage

Ich werde niemals gegen einen weißen Jungen verlieren!“ – So wird der 21-jährige Devin Haney momentan zitiert. Diese große Ansage kommt einem durchaus bekannt vor. Es ist sinngemäß die gleiche Äußerung, die Bernard Hopkins 2008 vor seinem Kampf gegen Joe Calzaghe gemacht hat. Das war damals schon provozierend und anmaßend. Dass es auch heutzutage noch beinahe rassistisch klingt, bleibt dabei außen vor. Prompt ging dieser Kampf dann auch für Hopkins, wenn auch nur knapp nach Punkten, verloren. Nicht wenige Fans schmunzeln immernoch darüber, wie Hopkins für seine „dicke Lippe“ bestraft wurde.

Haney sagte gegenüber 78SportsTV: „Ich sage dir das – ich werde niemals in meinem Leben gegen einen weißen Jungen verlieren. Es ist mir egal, was jemand zu sagen hat. Kein weißer Junge kann mich an irgendeinem Tag der Woche schlagen. Wenn ich zehnmal gegen einen weißen Jungen kämpfe, werde ich ihn zehnmal schlagen.“

Devin Haney zielt mit dieser Provokation auf Vasyl Lomachenko ab. Trotz seiner erst 21 Lebensjahre ist Haney schon recht weit gekommen und sehr von sich überzeugt: Er hat 24 Siege vorzuweisen (15 KO), ist bisher ungeschlagen und trägt den WBC-WM-Titel im Leichtgewicht. Genau diesen Gürtel trug zuvor Vasyl Lomachenko. Der Weltverband WBC hatte die „geniale Idee“, Lomachenko einen anderen WM-Status zuzuweisen.

Es wurde im Oktober 2019 beim 57. WBC-Convent in Cancun verkündet: Der Ukrainer Lomachenko ist im Leichtgewicht wie der Mexikaner Saul Alvarez im Mittelgewicht, ein „Franchise Champ“. Das bedeutet, er bleibt solange er siegreich boxt Weltmeister, muss aber keine offiziellen Titelverteidigungen mehr bestreiten. Vielleicht ist diese Position mit dem Status eines „Super World Champ“ bei der WBA vergleichbar. Ein Super-Weltmeister über dem Weltmeister.

Der reguläre Weltmeistertitel wurde damit frei. Haney rutschte kampflos von seinem Interimstitel direkt auf die WM-Position. Das scheint weder ihm, noch seinem Promoter Eddie Hearn wirklich zu gefallen. Hearn hatte sich scheinbar bereits ausgemalt, einen Super-Fight zwischen Haney und Lomachenko über seinen Vertragspartner DAZN vermarkten zu können. Daraus wurde erst einmal nichts und durch die gegenwärtige Corona-Pandemie wurden ohnehin alle Planungen über den Haufen geworfen.

Was will Devin Haney mit seinem Spruch erreichen? Ist seine Wortwahl wirklich das, was er denkt oder hat man ihm diese provozierende Äußerung mehr oder weniger empfohlen und in den Mund gelegt? Soll für ihn das Image eines „Bad Boy“ aufgebaut werden oder will er sich einfach nur interessant machen und ins Gespräch bringen? Wir wissen es nicht und es macht Haney bestimmt auch nicht gerade sympatischer, eher ist das Gegenteil der Fall. Ebenso wenig wissen wir, ob es Lomachenko dazu anregt, Haney das freche Mundwerk stopfen zu wollen.

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2 Kommentare

  1. 19. April 2020 at 16:22 —

    Ich werde niemals gegen einen weißen Jungen verlieren!“
    Dass es auch heutzutage noch beinahe rassistisch klingt, bleibt dabei außen vor.

    Wieso beinahe rassistisch??? Das ist komplett rassistisch. Man stelle sich mal vor das hätte ein weißer Boxer von sich gegeben, dann würde wieder alle knien bei der Nationalhymne und ein raunen ginge um die Welt. Es ist noch nicht angekommen in den Köpfen das Rassismus auch andersherum passiert.

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