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Deutsches Profiboxen am Samstag

Wie in jedem Jahr präsentiert sich die zweite Reihe des deutschen Profiboxens in den letzten Wochen des Jahres noch einmal in ganzer Bandbreite. Schon am 1. Dezember sind gleich 9 Veranstaltungen bei BoxRec eingetragen, bei denen bekannte und weniger bekannte Boxer und Boxerinnen zum Jahresende ihren erreichten Leistungsstand zeigen wollen. Einige dieser Veranstaltungen sind gemischt und es werden auch Fights in anderen Kampfsportarten oder Amateurkämpfe gezeigt.

Um diese deutschen Events ein wenig aufzuwerten, wird zum Teil in den Hauptkämpfen um Gürtel geboxt. Dem Leistungsstand der beteiligten Boxer angepasst, sind das natürlich nicht die ganz exklusiven Titel der 4 großen Verbände. Aber immerhin ist jeder Gürtel ein Anreiz für die Boxer und auch die Zuschauer sehen es für ihr Geld gerne, wenn als Veranstaltungshöhepunkt eine Meisterschaft 9ausgeboxt wird. Es kommt immer darauf an, aus welchem Blickwinkel man diese Veranstaltungen sieht und welche Maßstäbe man ansetzt. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Kapitaldecke bei solchen Events denkbar knapp und man ist froh, wenn das Ganze mit Plus / Minus Null über die Bühne geht. Das sagt aber bei weitem nichts darüber aus, wie gut die Veranstaltung organisiert und wie die Stimmung bei dem Event ist. Oft reichen schon ein oder zwei Lokalmatadoren mit einer guten Fanbase, um eine Boxveranstaltung zu einem tollen Samstagabend-Erlebnis werden zu lassen.

In der Altrheinhalle Rastatt gibt Simon Müller sein Debüt als Promoter. Auf der Fightcard stehen laut Ankündigung 11 Profifights, zwei davon werden von Frauen bestritten. Einen der Hauptkämpfe gibt es im Supermittelgewicht zwischen Kamer Maloku aus Karlsruhe und Pablo Nievas aus Argentinien zu sehen. Der 37-jährige Gaucho ist kein unbeschriebenes Blatt und stand schon mit Boxern wie Anthony Mundine, Dimitri Sartison, Jean Pascal und Dmitry Sukhotskiy im Ring. Maloku und Nievas kämpfen um den GBU-Continental und den WBFed International Titel.

Es gibt auch zwei Titelkämpfe in Schwergewicht zu sehen. Senad Gashi, der gegen den Argentinier Ruben Angel Mino kämpfen wird, hat den UBF-Europameistertitel im Visier. Etwas anderes als eine kurzrundigen, aber unterhaltsamen Kampf kann man da nicht erwarten. Um den Interim-Titel der GBU im Schwergewicht kämpfen der in 10 Kämpfen (9 KO) ungeschlagene Alexandru Gabroveanu und Ozcan Cetinkaya. Die Fans des Frauenboxens werden sich auf Sarah Bormann freuen, die in ihrem 7. Profikampf bestimmt auf ihren nächsten KO-Erfolg aus sein wird. Sie hat bisher 5 ihrer 6 Gegnerinnen vorzeitig abfertigen können.

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Auch in Ulm wird am Samstag geboxt. Im Hauptkampf geht es im Halbschwergewicht zwischen Sukru Altay und dem Serben Sinisa Kondic um den GBU-Interim Titel. Auf der Undercard gibt es einen weiteren Karriere-Aufbaukampf für den 29-jährigen Schwergewichtler Roman Gorst aus Passau. Er kämpft gegen den 24-jährigen Serben Nenad Letic. Etwas anderes als ein weiterer KO-Sieg für Gorst ist kaum zu erwarten. Der Passauer ist erst seit September Profi und hat bisher 2 Gegner kurzrundig abgefertigt. Man kann davon ausgehen, dass Letic das gleiche Schicksal erwartet.

In Leo`s Boxgym München gibt es eine Hausgala zu sehen. Der 25-jährige Emre Cukur aus München tritt im Hauptkampf gegen den Tschechen Tomas Bezvoda an. Cukur sollte keine all zu großen Probleme damit haben, dem Publikum 10 Runden gutes Boxen zu zeigen und sich diesen Gürtel zu holen. Sieben weitere Kämpfe runden die Veranstaltung ab.

Die Stadthalle Ransbach-Baumbach ist der Austragungsort eines Events, bei dem Dennis Ronert im Cruiser und Yakup Saglam im Schwergewicht die Hauptkämpfer sein werden. Im Glaspalast Dessau gibt es traditionell die alljährliche „Dessauer Boxnacht“. Zu sehen ist u.a. der Abschiedskampf von Steve Krökel, der nach über 50 Kämpfen in 10 Jahren die Handschuhe an den Nagel hängen will. Ebenfalls auf der Card vertreten ist der Nürnberger Cruiser Kristijan Kkrstacic. Laut Boxrec-Eintrag soll auch Kevin „Kingpin“ Johnson in Dessau kämpfen.

Neben der bereits in einem anderen Beitrag erwähnten Sauerland-Veranstaltung in Gummersbach findet im gleichen Ort noch eine weitere Veranstaltung statt. Hauptkämpfer ist dabei der Schwergewichtler Eugen Buchmüller, der nach seinen letzten Kampf in Polen einen Aufbaukampf bestreiten wird. Auch in Neuss und Berlin Spandau gibt es am Samstag Boxveranstaltungen zu sehen.

Diese Veranstaltungen zeigen bis auf einige „Ausreisser“ das Boxen in seiner breiten Masse. Es ist die Basis des Sports, den wir mögen. Vielleicht schaffen es ja einige der Boxer, die sich am Samstag präsentieren, Stey by Step auf der Erfolgsleiter nach oben zu klettern. Man kann sich gut darüber beklagen, dass Deutschland im internationalen Vergleich hinterher hinkt. Man kann sich auch darüber beklagen, dass wir viel zu wenige Top-Boxer in den Rankings oder als Titelträger haben. Aber man kann sich nicht darüber beklagen, dass bei den kleineren Veranstaltungen zu wenig getan wird, um das zu ändern. Boxer, Promoter, Trainer und viele helfende Hände bei solchen Veranstaltungen tun einiges dafür, den deutschen Boxsport hoch zu halten. Das das nie genug ein kann, weiss jeder. Als Boxsportbegeisterte Zuschauer bleibt uns nur eins: Ab und zu auch mal zu den Veranstaltungen zu gehen und mit unserem Eintrittsgeld die Aktiven finanziell unterstützen. Immer nur meckern, dass ja alles so schlecht ist, bringt das deutsche Boxen allein nicht weiter.

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