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Deutsche Boxveranstalter schaffen es nicht sich abzustimmen

Wie bereits an anderer Stelle in den Kommentaren erwähnt: Der 15. September wird wieder so ein Tag, an dem die deutschen Kampfsportfans vor die Qual der Wahl gestellt werden. Nachdem in den letzten Wochen relativ wenig deutscher Profi-Boxsport zu sehen war, werden es an diesem Samstag im September gleich 3 gute deutsche Veranstaltungen sein, zwischen denen man sich per TV oder Stream entscheiden muss. Die Austragungsorte liegen weit genug auseinander, wenn man live dabei sein will. Es sollte kein Problem sein, die Hallen halbwegs voll zu bekommen. Aber der Zuschauer am Bildschirm wird an diesem einen Abend regelrecht zugeschüttet und hat zu rudern, wenn er Alles mitbekommen will.

In der Friedrich-Ebert-Halle Ludwigshafen präsentieren das Sauerland-Team und Sport1 ein Event mit den Hauptkämpfen Avni Yilderim vs Lolenga Mock und Vincent Feigenbutz vs Toni Kraft. Außerdem wird nach einer Pause von 10 Monaten auch Denis Ilbay am Start sein. Das sind also schon mal 3 Kämpfe, die ein Boxfan gerne in voller Länge sehen würde.

Die Hansehalle Lübeck ist der Schauplatz einer Veranstaltung der Hamburger EC-Boxpromotion. Das Lübeck nach der Skandalveranstaltung von Ralle Neumann im Jahr 2014 für den Boxsport verbrannt ist, hat sich nicht bewahrheitet. Im Hauptkampf will Karo Murat seinen IBO-Gürtel Im Halbschwer gegen den Schweden Sven Fornling verteidigen. Auf der Undercard ist u.a. Sebastian „Hafenbasti“ Formella vertreten.

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Auch das SES-Team scheint mitte September aus den Sommerferien zurück zu sein. Man wartet erstmalig in der Stadthalle Magdeburg mit einem Event auf. Die Hauptkämpfe bestreiten hier Tom Schwarz gegen einen Mexikaner und Adam Deines gegen einen spanischen Boxer. Die Veranstaltung wird von MDR “Sport im Osten” übertragen.

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Glauben die Veranstalter wirklich, dass sie sich gegenseitig die Zuschauer-Quoten kaputt machen müssen? Oder ist es „Zufall“, dass diese 3 Veranstaltungen gleichzeitig stattfinden? Will man sich gegenseitig “die Harke zeigen”? Das mag man kaum glauben. Es ist kein Wunder, wenn die TV-Sender dann wegen der angeblich geringen Zuschauerzahlen immer weniger Interesse daran haben, das Boxen zur besten Sendezeit live zu präsentieren.

Randnotiz: Während sich in Deutschland 3 gleichzeitige Veranstaltungen als „Vorspeise“ gegenseitig kaputt machen, gibt es zum Glück in der Nacht auf Sonntag im „Hauptgang“ noch Boxen vom Feinsten aus Las Vegas zu sehen. Im Main-Event geht es um das Rematch zwischen Golovkin und Canelo. Die Undercard ist ebenfalls mit weiteren Top-Kämpfen gut besetzt.

Zu allem Überfluss können die Freunde des MMA-Kampfsports sich an diesem Abend auch noch etwas ganz Besonderes „antun“: In Moskau findet erstmalig eine UFC-Veranstaltung statt. Hierbei werden im Hauptkampf der Neuseeländer Marc Hunt und der in Russland eingebürgerte Ukrainer Oleksiy Oliynyk im Schwergewicht gegeneinander antreten. Beide Kämpfer sind bereits über 40 Jahre alt, aber eine “Hausnummer” im MMA-Sport. Da die Zusammenarbeit zwischen ranfighting und UFC aufgekündigt wurde, ist noch fraglich wo man die Veranstaltung live mitverfolgen kann.

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3 Kommentare

  1. 26. August 2018 at 09:34 —

    Früher war alles besser!
    Zu Zeiten als Sauerland beim Ersten und Universum beim Zweiten veranstalteten gab es diese Überschneidungen nicht .Die Boxställe sprachen sich untereinander ab und es gab keine zwei Boxevents an einem Abend.
    In den Neunzigern, als noch Henry Maske, Axel Schulz und später Sven Ottke im Fernsehen den Boxabend gestalteten, hatten wir auch wesentlich höhere Einschaltquoten.
    Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern:
    Damals boxte Axel Schulz gegen Michael Moorer oder Frans Botha .
    Über 18 Millionen Fernsehzuschauer schauten sich an diesem Abend dieses Boxspektakel an. Dies war absoluter Einschaltrekord .
    Auch bei Boxabenden mit Henry Maske klebten oftmals über 10 Millionen Boxfans vor dem Bildschirm.
    Heutzutage können die Verantwortlichen froh sein, wenn 2-3 Millionen sich die Veranstaltungen anschauen. Nicht selten liegen die Einschaltquoten weit darunter.
    Was lernen wir daraus?
    Das Interesse am Boxsport hat gewaltig nachgelassen.
    König Fußball und andere Sportarten dominieren die Sportszene im Fernsehen und den anderen Medien.
    Der Satz “They never back” gilt offensichtlich nicht nur für die Boxer, sondern auch ganz allgemein für den Boxsport insgesamt.

  2. 26. August 2018 at 09:42 —

    Heißt natürlich:
    “They never come back”

  3. 26. August 2018 at 11:32 —

    Na da hätten Sauerland und EC-Boxing mal besser wieder etwas zusammen aufgezogen.
    Das SES-Boxevent ist das Schwächste der 3 Veranstaltungen.

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