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Dereck Chisora schlägt Carlos Takam

Im Vorfeld dieses Kampfes um den WBA-International-Titel hätte wohl kaum Jemand mit so einem Ausgang gerechnet: Dereck Chisora schlägt Carlos Takam in Runde 8 KO und meldet sich damit eindrucksvoll auf der Weltbühne des Schwergewichts zurück. Und kaum Jemand hätte wohl damit gerechnet, dass der bei vielen, selbst britischen Fans schon mehrmals fast abgeschriebene „Del Boy“ mit diesem Sieg wieder in aller Munde ist.

In der Halle anwesende Boxsportfreunde aus Deutschland berichteten nur Gutes von der Atmosphäre, die bei diesem Event geherrscht hat. Die britischen Fans heizen ihre Jungs im Ring so richtig an, wie es in Europa wohl nur auf der Insel möglich ist. Um so mehr Begeisterung kommt auf, wenn ein Kampf wie der zwischen Takam und Chisora „schlagartig“ von einem Langweiler zu einem Kracher wird.

Die ersten 7 Runden dieses Kampfen verliefen recht einseitig. Takam hatte von Beginn an die Ringdominanz übernommen und Chisora unternahm kaum Anstalten, mal etwas mehr als ein paar Alibischläge zu seiner Verteidigung zu bringen. Es fällt schwer, dabei von einer so gewollten Taktik auszugehen. Es sah so aus, als würden Takam und Chisora einen Kampf runter spulen, der Beiden eine Böres und dem Sieger eben diesen WBA-International-Gürtel als kleinen Bonus einbringt. Wer eine der ersten 7 Runden gesehen hat, hat alle gesehen. Man macht Nichts falsch, wenn man die Punktwertungen aller 7 Runden an Takam gibt.

Chis TakamDann kam nicht nur zur Überraschung Takams das, was man nachträglich vielleicht mit der „Rope a dope Taktik“ von Muhammad Ali vergleichen kann. Chisora, der bis dahin keinen einzigen vernünftigen Angriff zu Stande gebracht und sich nur an den Seilen herumgedrückt hatte, erwachte plötzlich zum Leben und feuerte über Cross eine Rechte ab, die von oben an Takams Schläfe wie eine schwere Bombe einschlug. Takam ging runter wie vom Blitz getroffen und machte dann den Fehler, sofort wieder aufzustehen. Er signalisierte Kampfbereitschaft. Ein einziger Schlag Chisoras reichte dann aus, um Takam endgültig zu finishen. Man fühlte sich an den deutschieei der Fusball-WM von 1954 erinnert: „Aus aus aus, das Spiel ist aus…“

Egal ob dieser Kampfausgang nun eine geplante Taktik oder ein aus der Situation entstandener Zufall war: Dereck Chisora hat sich mit diesem Kracher wie Phönix aus der Asche erhoben und nicht nur die britischen Fans zum Jubeln gebracht. Endlich gelang ihm mal das, was ihm übel gesinnte Punktrichter schon mehrmals nicht gegönnt haben: Ein klarer Sieg, den ihm Keiner wegnehmen kann.

Chisora will jetzt erst einmal einen wohlverdienten Ibiza-Urlaub geniessen. Er hat allen Grund zum feiern und sich feiern zu lassen. Was danach kommt? Lassen wir uns mal überraschen. Ein Kampf um den regulären WBA-Gürtel gegen Manuel Charr wäre bestimmt nicht die schlechteste Idee.

In der Pressekonferenz nach dem Kampf sieht man Chisora so entspannt wie noch nie:

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10 Kommentare

  1. 30. Juli 2018 at 09:38 —

    Totgesagte leben länger!! Chisora kann man nie ganz abschreiben!

    Bin auch der Meinung das Takam den Kampf viel zu schnell angegangen ist, wenn man es 12 Runden lang durch halten kann gut, wenn nicht………………..

  2. 30. Juli 2018 at 11:11 —

    was will chisora den noch für ein Kampf,will er sich etwa von AJ vermöbeln lassen.

  3. 30. Juli 2018 at 11:44 —

    Ich habe den Kampf zwar nicht gesehen bis auf die 8te Runde aber wenn man hier und da drüber liest war es wohl die “Homer Simpson” Taktik die Chisora gezeigt hat, sich so lange schlagen lassen bis der Gegner müde wird

  4. 30. Juli 2018 at 11:54 —

    Unter diesem Gesichtspunkt muss der Sieg von Agit Kabayel über Dereck Chisora umso höher bewertet werden.

  5. 30. Juli 2018 at 14:08 —

    Hätte nicht erwartet dass Chisora gewinnt….den Sieg darf man jetzt aber nicht überbewerten, denn Chiso stand selbst kurz vor dem KO….kann dem einen oder anderen Probleme bereiten, aber mehr als einen guten Kampf wird er auch in Zukunft nicht mehr leisten…Wird wohl der Gegner für ein Comeback für Parker….oder es wird Cojanu

  6. 30. Juli 2018 at 14:25 —

    Solche Boxer wie Chisora oder auch Whyte sollten sich nahc ihren “anspruchsvollen” Siegen nicht immer gleich nen Wilder oder Joshua als Gegner suchen.

    Mal ein paar kleinere Brötchen backen, nen Charr challengen, den besiegen, sich “Weltmeister” nennen und über diesen Weg den Shot auf den großen Payday machen.

  7. Das Wattefäustchen Chisora noch mal jemanden KO schlägt, damit hätte ich in diesem Leben nicht mehr gerechnet. Dahinter können eigentlich nur russische Hacker stecken, anders ist sowas nicht zu erklären.

    • 1. August 2018 at 10:06 —

      Dann wäre Jermell Charlo seiner Quote nach zu urteilen, ebenfalls ein Wattefäustchen. Bei Chisora liegt es wohl eher daran, in welcher körperlichen Verfassung er in den Ring steigt.

  8. 30. Juli 2018 at 17:55 —

    Scheußliche Klopperei.
    Anscheinend gewinnt das, was man seinerzeit “amerikanisches Boxen” ( Gegner stehen sich auf der Grundfläche einer Telephonzelle gegenüber und prügeln aufeinander ein) nannte, immer mehr Raum.
    Whyte vs. Parker war auch nicht viel besser wobei man sich somit schon nicht mehr fragen muss welcher Teufel denn Parker geritten hat, 12 Runden ohne Deckung zu boxen ohne über außergewöhnliche Reflexe zu verfügen.

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