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Der König ist tot, es lebe der König!

Der König ist tot, es lebe der König!

Zwar ist unklar, ob der ‚Pac Man‘ nach seiner Niederlage gegen Yordenis Ugas die Boxhandschuhe noch einmal anzieht, aber „the next Manny Pacquiao“ steht schon seit geraumer Zeit im Ring.

Carl Jammes Martin wurde 1999 in der rund 18.000 Köpfe umfassenden Stadtgemeinde Lagawe auf den Philippinen geboren und begann schon in jungen Jahren mit dem Boxen.

Nach seiner Amateurkarriere mit 56-0-0, wechselte Martin mit 16 Jahren ins Profilager. Und auch dort konnte der ‚Wonder Boy‘ seine Null bislang verteidigen, Martins Bilanz ist 17-0-0 bei 15 Siegen durch KO.

Kleines Manko beim schönen Zahlenspiel: auch wenn Carl Jammes Martin schon gegen Boxer aus dem Ausland angetreten ist, so hat er dabei noch nie außerhalb seines Heimatlandes im Ring gestanden. Und so bleibt vorerst fraglich, ob es dem mittlerweile 22-jährigen gelingen wird, auch international ein Ausrufezeichen zu setzen.

Natürlich sind Fachleute und die Talentscouts der großen Promotionen auf den jungen Philippiner aufmerksam geworden. So hätte zum Beispiel der frühere WBA-Weltmeister und jetzt unter anderem für Floyd Mayweather jr tätige Morris East durchaus Interesse daran, Martin zu fördern, wie er in einem Interview sagte: „Der Junge hat Talent und Potenzial und seine Möglichkeiten sind vielversprechend. Wenn er die Chance bekommt, wäre er eine gute Perspektive für zukünftige internationale Kämpfe.“

Wobei man wohl eher sagen müsste: wenn er die Chance wahrnimmt. Denn Carl Jammes Martin hat erklärt, er würde nur dann den Abschluss eines Vertrags in Betracht ziehen, wenn seine älteste Schwester seine Managerin bleibt und sein Vater Abel sein Haupttrainer.

Bislang ist Martin auch nicht an einen philippinischen Promoter gebunden, sondern kämpft sozusagen als „Free Agent“ bei den Veranstaltungen einiger lokaler Boxpromotionen, wie zum Beispiel Gerrypens Promotions. Inhaber ist der ehemalige Boxweltmeister und jetzige Boxtrainer Gerry Penalosa. Der 49-jährige scheut sich nicht, den Vergleich mit Manny Pacquiao zu bemühen: „Der Junge hat Talent und Charisma. Er bringt alles mit, um der nächste philippinische Boxheld zu werden. Carl ist explosiv und Linkshänder. Er erinnert mich an den jungen Manny und hat enorme Kraft. Er hat Potenzial”, sagte Penalosa in einem Gespräch mit Journalisten.

Auf die Frage nach seinen besten Eigenschaften, sagte Martin selber: „Meine Geschwindigkeit und meine Kombinationen.“ Wobei Dennis Principe, Redakteur bei der Tageszeitung „Manila Bulletin“ und Moderator der täglichen Sportsendung „PTV Sports“ wohl etwas anderes anführen würde: „Er ist wirklich talentiert, aber was mich am meisten beeindruckt hat, ist seine Einstellung“, sagte Principe. „Nach jedem Kampf, wenn ich dazu tendiere, über die guten Seiten seiner Leistung zu sprechen, hat er mich immer gebeten, über seine Schwächen zu sprechen. Er ist immer daran interessiert, über seine Schwachstellen zu sprechen, damit er dann im Gym daran arbeiten kann.“

Nun bleibt abzuwarten, ob Carl Jammes Martin genug Talent, die nötigen Fähigkeiten und auch die Bereitschaft mitbringt, sich international einen Namen zu machen.

Hier der ‚Wonder Boy‘ bei seinem bislang letzten Kampf im Februar 2021.

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