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Deontay Wilder vs Bermane Stiverne 2 – Genialer Sieg oder Mismatch?

Wer diesen WBC-WM-Kampf am heutigen Sonntag Morgen verschlafen hat, muss nicht bestimmt nicht all zu sehr traurig sein. Für einen „WM-Fight“ von 3 Minuten aus dem Bett zu quälen, hätte man sich sparen können. Besonders viel guten Boxsport gab es nicht zu sehen. Nach 2 Minuten „Tuchfühlung“ landete Wilder bei Stiverne einen Kopftreffer, der ihn auf den Ringboden beförderte. Damit war das Ende des Kampfes bereits eingeleitet. Nach einem weiteren Niederschlag machte Wilder bei 3. mal „ den Sack zu“. Bermane war kampfunfähig und kam nicht mehr hoch, “game over” in Runde 1.

Was soll man zu diesem Kampf sagen? War es eine geniale Demonstration von Wilders Überlegenheit oder einfach nur ein Mismatch? Stiverne kam um wie angekündigt, seinen „dicken Fisch zu braten“, also ordentlich Kasse zu machen. Wilder hat mit diesem weiteren KO-Sieg alle bisherigen Gegner vorzeitig bezwungen. Der erste, zugegeben erstklassige Niederschlag war entscheidend für den Ausgang.

Ohne jeden Zweifel hat die erste Rechte an Stivernes Kopf die entscheidende Wirkung erzielt. Was danach kam, war ein wildes Nachsetzen, ein mit allen Mitteln erzwungener KO-Sieg. Man hätte sich eigentlich auf einen längeren und spannenderen Kampf gefreut, Aber: Noch bevor der erste Kaffee auf eine trinkbare Temperatur abgekühlt war, konnte Wilder seinen 39. Sieg feiern.

Wilder-Fans werden gejubelt haben. Schließlich sah es nach einer genialen Strategie aus, Stiverne gleich zu Beginn mit einem Volltreffer zu schocken und ihn gar nicht erst ins Rollen kommen zu lassen. Die Rechnung, wenn es denn eine war, ging auf.

Kritische Geister sehen das vielleicht ein bisschen anders. Schon wie Stiverne an diesen Kampf gekommen ist, wirkt etwas seltsam. Nach seiner Niederlage gegen Wilder hat er gerade mal einen einzigen Kampf gemacht, der auch schon 2 Jahre zurück liegt. Das sich Povetkin und Ortiz irgendwie selbst aus der WBC-Rangliste gekickt haben, hat Stiverne nicht zu verantworten. Das Seltsame daran ist nur, dass auch er Dopingvorwürfen ausgesetzt war und mit einer Verwarnung davon gekommen ist. Wer sich darüber aufregt, dass Oquendo noch immer im WBA-Ranking oben vertreten ist, wird auch die Position von Stiverne kritisch sehen.

Normalerweise muss man sich einen zweiten WM-Shot schwer verdienen. Besonders wenn man so klar unterlegen war, wie es Stiverne im ersten Kampf gewesen ist. Wenn er dann auch noch im Rematch so „baden geht“ und nicht mal die erste Runde übersteht, fragt man sich schon, ob es nicht würdigere Herausforderer gegeben hätte. Stiverne kam nicht um zu siegen, er kam mit großen Worten und dem Dollar-Zeichen in den Augen. Ansonsten war er noch behäbiger als im ersten Kampf. Das Zusammenbinden seiner Rastas schien die einzige Kampfvorbereitung zu sein. Er tapste durch den Ring und schien darauf zu warten, dass er endlich abgeschossen wird. Stiverne hätte den Kampf gegen Wilder nur gewinnen können, wenn der beim walk-in oder besteigen des Rings verunglückt wäre.

Auch wenn die Wilder-Fans jetzt richtig heiß sind und unbedingt schnell einen Kampf gegen Joshua sehen wollen: Wilders Sieg gegen Bermane Stiverne war Null komma Nix und kein Maßstab für einen Kampf gegen Anthony Joshua.

Was bleibt von diesem Kampf? Die Boxfans sind geteilter Meinung ob Wilder nun so ein genialer Boxer ist oder auch das wieder kaum mehr aus ein “Stay Busy” – Fight war. Der Alabama-Hillbillie selber wird sich weiter als den tollsten Boxer der Welt feiern. Und Bermane Stiverne hat jetzt jedenfalls Geld genug um sich bis an sein Lebensende jeden Tag einen dicken Fisch zu braten.

Hier der Kampf:

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25 Kommentare

  1. 5. November 2017 at 16:02 —

    Flop des Jahres mehr braucht man dazu nicht zu sagen

  2. 5. November 2017 at 16:25 —

    Diskussionsunwürdig.
    Stiverne wurde im ersten Kampf schon gnadenlos ausgeboxt, hätte danach um ein Haar gegen Rossy verloren,stand 2 jahre nicht im Ring und war gestern so wabbelig wie Jabba the Hutt.
    Der ist Meilenweit davon entfernt ein Top15 Heavyweight zu sein.

  3. 5. November 2017 at 16:38 —

    Totales Missmatch!
    Wird ja langsam wie bei Waldemar. Nur miese Gegnerwahl. Da sollte langsam mehr kommen.

  4. 5. November 2017 at 16:41 —

    Mismatch!!!!
    Stiverne Hat überhaupt nix im Ring verloren!!
    Und wilder braucht sich überhaupt nix aus diesem Sieg einzubilden,Stiverne hat schnell Geld verdient und weg war er ,der Kampf war unnötig!!!

  5. 5. November 2017 at 18:16 —

    Mismatch….. Aber der Alabama Hillbilly kann nichts dafür….er sollte ja gegen Ortiz ran…. hoffe er kämpft jetzt gegen White und danach wird er Joshua in Narkose versetzen

  6. 5. November 2017 at 18:24 —

    ich weiß garnicht wieso wilder so für seine gegner wahl kritisiert wird

    er wollte gegen povetkin und ortiz ran
    beide sind durch eigenverschulden eliminiert worden

    wenn man sich die wbc rangliste ansieht ist da keine gute gegnerwahl für wilder

    1. Bermane Stiverne
    2. Luis Ortiz
    3. Dillian Whyte
    4. Andy Ruiz
    5. Carlos Takam
    6. Mariusz Wach
    7. Dominic Breazeale
    8. Dereck Chisora
    9. Johann Duhaupas
    10. Charles Martin
    11. Eric Molina
    12. Agit Kabayel
    13. Lucas Browne
    14. Adam Kownacki
    15. Kyotaro Fujimoto

    abgesehen von ortiz sind whyte und breazeale die besten
    aber für die sehe ich auch 0 chance.

    können nur vereinigungskämpfe kommen
    obwohl parker ja auch ohne chance wäre

    das einzige was mann sehen mag wäre ein aufeinandertreffen von wilder/joshua/fury

  7. 5. November 2017 at 19:01 —

    whyte scheist sich doch in die Hosen, wilder vs AJ ist jetzt das einzige was zählt. das wären dann mit rematch Klausel 2 großartige Fights.
    Danach wird man noch den Titel von parker holen und derjenige wird dann der king of all time.

  8. 5. November 2017 at 19:06 —

    Genialer Sieg oder Mismatch?

    Die Kampfansetzung war ein Mismatch, aber der Ko war gut, ähnlich wie bei Bivol!
    Es sollten jetzt Kämpfe gegen Parker und/oder Joshua folgen!
    Der vermutlich nächste Gegner von Wilder soll wohl Whyte sein, aber ich befürchte, wenn es denn so kommt, der steht keine 3 Runden!

  9. 5. November 2017 at 19:53 —

    Würde auch sagen beides. Wilder kann nichts dafür wen ihm der verband vorsetzt. er kann auch nichts für die Doping geschichte der anderen (einschließlich stiverne!) die WBC hat so entschieden und wilder hat seinen Job gut gemacht. Jetzt kommt die Kür die Pflicht ist rum. Macht er leichte freiwillige TVs oder sucht er Gegner wie Joshua, fury oder parker? whyte und breazeale wäre irgentwas dazwischen. vielleicht erst einen von denen und danach einen der 3 top leute.

    • 6. November 2017 at 06:57 —

      Breazeale wäre mMn sogar gantz interessant, wobei der natürlich wiederum ziemlich langsam bis träge ist..
      Wäre wohl trotzdem Wilders größte Herausforderung bisher (evtl zusammen mit Stiverne 1)

  10. 5. November 2017 at 21:01 —

    Ich würde gerne wissen wie es Don King geschaft hat Stiverne als Pflichtherausforderer zu positionieren. Es wird echt Zeit, dass der Schmierlappen mit der Stromfrisur in den Ruhestand geht.

  11. 5. November 2017 at 21:05 —

    die liste manipuliert geht ganz einfach.

  12. 5. November 2017 at 21:08 —

    Wilder konnte nur deswegen so glänzen ,weil Stiverne sich total gehen liess. Er hat ein Bauch gehabt wie eine im 3 Monat schwangere Frau. Wilder sollte gegen Pove Ran.

  13. 5. November 2017 at 22:36 —

    Wilder hat für den Fight nur 1,4 Millionen bekommen……verstehe nicht warum er das Angebot für den Whyte Fight nicht annimmt….Hearn hat mittlerweile auf 4 Millionen plus US TV Einnahmen geboten….ein super Preis für so einen machbaren Gegner wie Whyte

  14. 5. November 2017 at 23:18 —

    Port-au-Prince, Haiti, schweres Unwetter. Die Frisur hält.

    Aber sonst nichts bei Biermann „Solis“ Stiverne.

    Ich denke, der Kampf gegen Ortiz wird kommen, denn die WBC scheint seinen Fall etwas lockerer zu sehen als die Kollegen von der WBA. Das war neulich in boxingscene und anderen Portalen zu lesen. Danach könnte es gegen AJ gehen.

    Beim Thema Dillian Whyte macht Wilder imo einen wichtigen Punkt – warum sollte er, um Joshua zu bekommen, erst etwas beweisen, dazu gegen noch so einen Schlaffsack wie Whyte? Er ist länger WM als Joshua. Der Kampf sollte sowieso in LV stattfinden. Es wäre eher mal an AJ, einen Kampf in Amerika zu absolvieren. Oder sagen wir mal so: Wilder ist der ältere WM, AJ derjenige, der mehr Geld in UK (und vermutlich auch weltweit) in die Kassen spült. Man sollte sich einfach schnellstmöglich einigen.

    • 6. November 2017 at 07:01 —

      Er ist zwar länger WM, dafür hatte AJ die weitaus besseren Gegner..
      Trotzdem braucht er vor einer Titelvereinigung nichts mehr beweisen, schon gar nicht vs Whyte..
      Dass AJ wiederum vorher noch einen Fight in den US machen muss sehe ich allerdings genauso wenig..!
      An Wilder vs Ortiz glaube ich nicht mehr..

    • 6. November 2017 at 11:19 —

      @fett
      Eddie Hearn hat es auf IFL TV ganz simpel erklärt. AJ vs Wilder ist ein absoluter Mega Fight. Dennoch bietet er Wilder die Möglichkeit an, sich in GB (wo momentan das meiste Geld zu verdienen ist) zu präsentieren um ein noch größeres Interesse beim Mainstream zu wecken. Was hat Wilder zu verlieren? Er erhält bis dato den größten Zahltag seiner Karriere und eine Rematch Clause wird für den Fall der Fälle vertraglich festgelegt. In seinen Augen ist Whyte so oder so ein bum, wo liegt also das Problem? Man kann über Hearn sagen was man möchte, er macht seit Jahren einen ausgezeichneten Job. Was man von den anderen Promotern nicht gerade behaupten kann. Um so einen Kampf erfolgreich in Las Vegas als PPV veranstalten zu können, musst du den Kampf ordentlich promoten. Ansonsten endet es im ähnlichen Fiasko wie Kovalev vs Ward. Daher wäre es von Vorteil, dass Wilder an seinen Bekanntheitsgrad arbeitet.

      • 6. November 2017 at 19:57 —

        Hm, hab mich vielleicht etwas unklar ausgedrückt. Ich meinte, es kommt drauf an, auf welcher Seite man steht. Für Wilder ist es der prestigeträchtigere WBC-Titel, der USA-HW-Bonus und die längere Regentschaft, für Joshua der Doppel-WM, der mächtige Sieg gegen Klitschmann und, wie oben schon erwähnt, der größere Kassen- und Publikumsmagnet, der er ganz klar ist. Aber dass Wilder sich einen Fight gegen AJ erarbeiten muss, indem er ausgerechnet Whyte besiegt, ist ganz klar Hearns Logik entsprungen: er will mit minderem Material 1,5 mal abkassieren und lässt sich das, wie du richtig beschrieben hast, auch etwas kosten. Trotzdem würde sich Wilder mit solch einem Move ganz klar von vorneherein zur B-Side degradieren lassen und das kann aus seiner Sicht nicht sein.

        An Eddies und seines Alten Talent zur Sportvermarktung im großen Stil habe ich im Übrigen nichts auszusetzen, was die beiden geleistet haben und leisten, ist wirklich bewundernswert – und das mit Nischensportarten.

        • 7. November 2017 at 09:34 —

          Selbstverständlich kann man es aus Wilders Sicht betrachten. Nur, was hat er außer den grünen Gürtel, der mMn bei Verhandlungen keinen großen Stellenwert mehr hat, noch zu bieten? Er könnte natürlich Matchroom ein Gegenangebot unterbreiten, indem er nur gegen Whyte in GB antritt, wenn er anschließend gegen AJ ran darf. Nichtsdestotrotz wird Wilder mit oder ohne Whyte die B-Side bleiben.

  15. Niemand interessiert sich für diese Lutscher Joshua und Wilder. Das HW ist tot.

    Die wahren Könige des Boxens, die echten Krieger die treten in der AYCEHW(All you can eat HW) Klasse an.

    Dadurch das jetzt auch Stiverne die Teilnahmebedingungen erfüllt, indem er zu einem Hippo Baby mutiert ist, kann endlich das Super Adipositas Turnier gestartet werden.

    Teilnehmen werden:

    Cerveza Arreola

    DoubleWhopper Solis

    Butterbean

    Cholesterin Fury

    HappyHippo Stiverne

    Pommespanzer Charr

    Fast Food Chambers

    Wen seht ihr als Favoriten?

    Ich habe immer noch in Solis Essgewohnheiten das meiste vertrauen. Er wird seine Gegner verspeisen wie einen McFlurry bei -3°C Grad im Schatten.

    • 6. November 2017 at 08:20 —

      Butterbeeeeean! Der Mann ist eine Legende. Wer es nicht glaubt, soll sich die Jackass Folge ansehen, in der er gegen Johnny Knoxville kämpft – das ist Knockout-Power.

  16. 6. November 2017 at 11:34 —

    Wilder drückt sich doch vor jedem halbwegs guten Boxer!
    Weder Povetkin noch Ortiz hat er sich getraut
    Mich würde nicht wundern, wenn er jetzt gegen Jennings boxt.

    • 6. November 2017 at 11:40 —

      …und Jennings wäre schon eine Steigerung zu allem, was Wilder bisher vor den Fäusten hatte..
      Der Sieger aus Wach vs. Miller wäre wohl ein weiterer Kandidat..

      • 8. November 2017 at 10:30 —

        Da Jennings mittlerweile bei Top Rank unterschrieben hat, wird es schwer sein eine Einigung zu erzielen. Die Wahl wird eher auf Dominic Breazeale fallen.

  17. 6. November 2017 at 11:53 —

    Super Interview mit Lou DiBella

    boxingscene.com/video-lou-dibella-talks-deontay-wilder-anthony-joshua-more–122163

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