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Deontay Wilder – verbal schon wieder in Höchstform

Deontay Wilder – verbal schon wieder in Höchstform

Während Fans und Fachleute immer noch darüber diskutieren, ob tatsächlich Deontay Wilders „Kostüm“ schuld an der Niederlage des ‚Bronze Bombers‘ gegen Tyson Fury ist, gibt es zumindest auch etwas positives zu berichten. Wilder hat in einer am gestrigen Freitag veröffentlichen Erklärung bekanntgegeben, dass er seinen langjährigen Co-Trainer Mark Breland nun doch nicht entlassen wird.

Breland war bei Wilder in Ungnade gefallen, als er im Rematch gegen Fury das Handtuch geworfen hatte. Deontay Wilder war zu diesem Zeitpunkt schon zweimal am Boden gewesen. Obwohl Wilders Co-Trainer mit dem Handtuchwurf wohl schlimmeres verhindert hat, vermutete Deontay Wilder nach dem Kampf, dass Breland mit dem gegnerischen Team gemeinsame Sache gemacht hätte und verweigerte Breland sogar den Zutritt zur Kabine. Darüber hinaus kündigte der ‚Bronze Bomber‘ an, in Zukunft nicht mehr mit Breland zusammenarbeiten zu wollen.

Online wurde Wilders Entscheidung scharf kritisiert, selbst die britische „Times“ widmete der Geschichte einen Artikel: „Sporting hero of the week: Mark Breland, the trainer sacked for saving his fighter” (auf Deutsch: „Sportheld der Woche: Mark Breland, der Trainer, der entlassen wurde, weil er seinen Kämpfer rettete”). Auch in Fachkreisen bekam Wilder „Wind von vorne“, Promoter Spencer Fearon erklärte zum Beispiel in einem Interview: „Mark Breland hat das einzige Richtige getan!“

Zu dieser Einsicht ist Deontay Wilder möglichweise nun auch gekommen. „Ich bin ein Krieger.“ sagte Wilder gestern Abend bei ESPN: „Aber ich verstehe, dass meine Ecke und mein Team nur das Beste für mich wollen. Mark Breland ist immer noch ein Teil vom Team Wilder und unser Team freut sich darauf, sich auf den dritten Kampf (gegen Fury) vorzubereiten.”

Laut Tyson Furys Co-Promoter Bob Arum, müsste dieser Kampf  – so ist es vertraglich  vereinbart – bis zum 18. Juli in den USA stattfinden. Die Fury-Seite sei aber bereit dazu, die Begegnung auf den Herbst zu verschieben.

Wilder macht allerdings nicht den Eindruck, als ob er von diesem Angebot Gebrauch machen würde. In den sozialen Netzwerken hat der ‚Bronze Bomber“ schon wieder zu verbaler Höchstform zurückgefunden. Er würde „wie ein Phönix aus der Asche aufsteigen und den Titel zurückgewinnen” erklärte der 34-jährige dort. Und weiter: „Hallo mein Volk, meine Bomb Squad-Armee, meine Bomb Squad-Nation, ich bin hier, Euer König ist hier und ich gehe nirgendwo hin, denn der Krieg hat gerade erst begonnen. Ich werde zurückkommen. Ich bin stark. Ich bin ein König! Man kann mir meinen Stolz nicht nehmen. Ich bin ein Krieger! Ich bin ein König, der niemals aufgibt!“ Der geneigte User muss nun selbst entscheiden, ob er sich das untenstehende Video ansehen möchte.

 

Ich persönlich – wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf – finde solche Äußerungen eines Profisportlers mehr als unwürdig und würde mir wünschen, dass verbale Entgleisungen dieser Art auf Verbandsebene geahndet werden. Alternativ möchte ich Herrn Wilder einen Wechsel zur WWE ans Herz legen. Dort befände er sich – was sein abstruses Gequatsche angeht – vermutlich in guter Gesellschaft.

Darüber hinaus muss ich gestehen, dass ich Wilder im Rahmen seiner Bodenbesuche auch nicht als sonderlich „königlich“ empfand. Aber dies nur nebenbei bemerkt.

Abzuwarten bleibt nun, wie es weitergeht. Fakt ist folgendes:

Nach seiner Niederlage ist Deontay Wilder von der Nevada State Commission vorerst gesperrt worden, um ihn vor gesundheitlichen Folgeschäden zu schützen. Bis zum 8. April darf Wilder nicht sparren, bis zum 23. April keinen Kampf bestreiten.

Der dritte Kampf zwischen Fury und Wilder muss innerhalb der kommenden sechs Monate stattfinden.

Wilders Team hat bereits angekündigt, dass „Wilder vs. Fury III” kommen wird. Offiziell ist der Kampf damit aber noch nicht.

Furys Promoter Frank Warren hat Interesse daran geäußert, Wilder die Rückkampf-Option abzukaufen, um einen Titelvereinigungskampf mit Anthony Joshua zu führen.

Sollte es zu einem dritten Kampf zwischen Wilder und Fury kommen, dann würde die Börse im Verhältnis von 60:40 zu Gunsten von Tyson Fury aufgeteilt.

Fraglich ist, was Wilder dem ‚Gypsy King‘ im Re-Rematch entgegenzusetzen hätte, dass Wilder auf seine „alten Tage“ noch gutes technisches Boxern lernen kann, ist eigentlich ausgeschlossen. Zumindest eines will Wilder ändern: in Zukunft wird der „Bronze Bomber” nicht mehr in einem 20 kg-Kostüm einmarschieren.

 

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4 Kommentare

  1. 29. Februar 2020 at 16:37 —

    Man muss doch Beyonce nur in die Augen schauen um zu sehen, dass er gebrochen ist. Glaube auch nicht daran, dass es im zweiten Gefecht ein anderes Ergebnis geben wird als im ersten. Nur dass dieses vermutlich nicht in den Staaten stattfinden wird und es für Wilder noch schwieriger wird das Gefecht zu überstehen, ich sag nur Bayless oder Weeks.

    Ob man sein Gerede für voll nehmen will muss jeder für sich selbst wissen. Wir alle wissen doch wie es mit Kampfsportlern ist. Solange Geld mit ihnen verdient werden kann und sie selbst ebenfalls einen guten Schnitt machen, wird ihnen das Blaue vom Himmel erzählt und sie fangen an sich für unbezwingbar zu halten. Wilder hat jetzt einfach mal den Geschmack seiner tatsächlichen boxerischen Realität zu kosten bekommen.

    Boxexperten und Freunden war klar, das der Tag der Abrechnung für Gaylder früher oder später kommen musste. Seine Flaws waren einfach zu offensichtlich. Sein Game war zu berechen bar und viel zu unausgereift. Sich nur auf einen einzigen Schlag verlassen zu müssen, kann über kurz oder lang nicht gut gehen.

    Na ja, solange Fury und Usyk im Game sind sehe ich persönlich keine Chance für Beyonce noch einmal einen Titel auf legale Art und Weise zu erboxen. Aber wir alle wissen um die Machenschafften im Boxen und um die Beziehungen die Al Haymon im Sport hat.

  2. 29. Februar 2020 at 16:39 —

    Angeblich ist vertraglich vereinbart, dass der Kampf in den USA stattfindet.

  3. 29. Februar 2020 at 16:44 —

    Schaun wir mal, hoffe in diesem Fall das sein Managment auf VADA kontrollen und die Hauptenscheidungsgewalt bei der Auswahl der Ring- und Punktrichter bestanden hat.

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