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Deontay Wilder: „The war has just begun“

Deontay Wilder: „The war has just begun“

„Der Krieg hat gerade erst angefangen.“ Markige Worte vom Twitter-Profil des ‚Bronze Bombers‘. Einem Profil, das seit dem 24. Dezember 2020 ruht: keine Lautäußerung von Deontay Wilder, kein neues Bild, kein Video.

Auch die Domain https://bombzquad.com/ liegt brach. Vermutlich kann man immer noch Wilder-T-Shirts für 29,99 US-Dollar das Stück kaufen, am Ende der Videopräsentation auf der Startseite heißt es allerdings: „Wilder vs Ortiz II – Coming soon“.

Eine Überraschung dagegen findet sich auf Instagram. Hier war Wilder vor fünf Tagen nicht nur aktiv, sondern hat auch ein Video hinterlassen.

Das Lächeln, das Wilders Mundwinkel umspielt, wirft allerdings die Frage auf, ob der 35-jährige tatsächlich selber die Tasten bedient oder ob sich um ein selbstspielendes Instrument  handelt. Der sympathische Eindruck, den Deontay Wilder hier hinterläßt, wird darüber hinaus durch einige Aussagen, die sein Ex-Trainer Mark Breland vor Kurzem in einem Interview gemacht hat, ziemlich „verwässert“.

Die Rede ist hier nicht von Ausreden nach Wilders Niederlage gegen Tyson Fury und auch nicht von der Entlassung Brelands, den der frühere WBC-Champion bezichtigte, er habe sein Trinkwasser manipuliert. Wie Breland erklärt hat, habe sich der ‚Bronze Bomber‘ schon lange vorher wie eine Diva aufgeführt: „Deontay war untrainierbar geworden, weil er den Punkt erreicht hatte, an dem er mehr über das Boxen weiß als wir alle”, sagte der 57-jährige im Gespräch mit „Worldboxingnews“.

„Ein Coach kann nur jemanden unterrichten, der bereit ist zu lernen. Wir haben stundenlang auf den Champion gewartet, bevor er im Gym ankam. Jay (Jay Deas, Wilders Co-Manager) informierte uns über seine Stimmung. Wenn er einen schlechten Tag hatte, mussten wir ruhig sein, um – laut Jay – nicht gefeuert zu werden. Und ja, die die Arbeit am Boxsack, Seilspringen und laufen, steht nicht ganz oben auf seiner Beliebtheitsliste. Wenn Deontay keine Lust dazu hat, scheinen er und Jay die Bedeutung dieser Dinge nicht zu verstehen. Wenn ich versuchte, Deontay zur Seite zu nehmen, um ihm zu sagen, was ich (für Fehler) sehe, machte Jay mir klar, dass ich nichts sagen soll: Du möchtest ihn doch nicht wütend machen.“

Zur Jahreswende hatte Deontay Wilder verlauten lassen, er sei „seit September kampfbereit” gewesen, eine Ansage, die sich vermutlich vor allem auf Tyson Fury bezog. Doch der hat kein Interesse mehr an einem Fight. Mitte Januar sagte Furys Co-Promoter Bob Arum, der ‚Gypsy King‘ habe geschworen, Deontay Wilder kein drittes Mal gegenüberzutreten.

Fraglich ist, gegen wen der ‚Bronze Bomber‘ stattdessen boxen will. Die Ende 2020 gemachte Ankündigung „Sie können mich irgendwann in der ersten Januarwoche, spätestens Anfang Februar, wieder im Ring sehen und wir schauen uns jetzt die Gegner an.“ ist hinfällig.

Zwar gab es Gerüchte über mögliche Gegner wie Dillian Whyte, Andy Ruiz jr, Robert Helenius, Joseph Parker und Charles Martin, doch Whyte steht schon im März mit Povetkin im Ring, Andy Ruiz boxt vermutlich gegen Chris Arreola und Joseph Parker teilt Ende des Monats mit Junior Fa das Seilgeviert. Soweit bekannt, soll Parker – im Falle des Sieges über Fa – danach gegen Dereck Chisora antreten. Bleiben also Charles Martin und Robert Helenius.

Ohne Wilders mentale Situation zu kennen, ist es schwierig eine Prognose gegen einen der genannten Schwergewichtler abzugeben. Matchroom Boxing-Boss Eddie Hearn hält Charles Martin für einen guten Gegner: „Charles Martin kann kämpfen. Ich weiß, dass AJ ihn in zwei Runden besiegt hat, aber das war eine großartige Leistung. Trotzdem war es damals ein guter Kampf und es wäre jetzt ein guter Kampf. Charles Martin könnte Deontay Wilder schlagen.“ sagte Hearn bei DAZN.

Vermutlich wäre auch „The Nordic Nighmare“ kein schlechter Gegenspieler. Wilders Kinn ist in der Vergangenheit nicht allzu oft getestet worden, gilt jedoch nicht als besonders solide. Und Robert Helenius liegt mit seiner Reichweite von 2,01 m zwar noch hinter Deontay Wilder (Reichweite 2,11 m) und Tyson Fury (2.16 m), wäre aber vermutlich nicht völlig chancenlos gegen den deckungsschwachen ehemaligen WBC-Champion. In seinem bislang letzten Kampf gegen Adam Kownacki im März 2020 zeigte das finnische Heavyweight, das noch mit ihm zu rechnen ist und siegte durch TKO 4.

Ob ein Gefecht zwischen Wilder und Helenius deswegen tatsächlich zwangsläufig so ausgehen würde, wie in dieser „Fight Night Champion Simulation“?

Man darf gespannt sein. Oder heißt es nun „The war is over“?

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21 Kommentare

  1. 19. Februar 2021 at 12:35 —

    Weder Robert Helenius, noch ein Charles Martin wären in der Lage, gegen Wilder mehr als 3 Runden zu bestehen, ausser dieser lässt die Handbremse angezogen, um möglichst viel Werbung zwischen den Runden einspielen zu lassen.
    Solche Ansetzungen sind etwas bessere “stay busy” Kämpfe.

  2. 19. Februar 2021 at 12:40 —

    @ PhantomPunch

    Grau ist alle Theorie. Fakt ist: Wilder hat gegen Fury verloren und kann das wohl nicht so einfach verarbeiten. Von daher könnte es auch ganz anders laufen.

    • 19. Februar 2021 at 13:57 —

      Absolut richtig..
      Zumal er nicht nur verloren hat, sondern nach Strich und Faden verprügelt wurde..
      Keiner weiß wie es um Wilders Ego / Psyche bestellt ist..
      In der Situation wären sowohl Martin als auch Helenius echte Prüfsteine..

    • 19. Februar 2021 at 15:22 —

      Ich lasse mich gerne eines besseren belehren, ob meine Theorie der Realität entspricht 😉.

  3. 19. Februar 2021 at 13:25 —

    Sowas zu lesen tut schon weh.
    Jahre lang arbeitet er an wilders Seite und wird mit sowas beschuldigt.

    Das muss ihm echt weh tun.
    Ich kann mir schon gut vorstellen, dass wilder eine Diva ist. Wenn ein Trainer sich schon zurück halten muss, wenn sein boxer schlechte Laune hat. Unglaublich.
    Dass er mit der Angst leben muss, seinen Job zu verlieren. Traurig….

    Wilder ist einfach unmöglich.

    Er feuert einen, der am meisten Ahnung vom Boxen hat… Was hat er jetzt vor?
    Ich wette, dass er sowieso nicht trainiert und faul rum liegt.

    Wilders Zeit ist vorbei….. Ja,gegen einen helenius, Charles Martin würde er locker gewinnen. Selbst dillian w ist keine Gefahr für wilder.

    Es gibt da nur tyson fury oder Joshua.

    Aber ich glaube er könnte mit Don King zusammen arbeiten. Beide würden was davon haben.

    Don King hat wieder einen richtigen boxer an seiner Seite..
    Dafür opfert er seinen jetzigen Weltmeister gegen wilder… In dem die gegeneinander kämpfen.

    Danach könnte Don mit ihm einen mega Kampf gegen fury planen…

  4. 19. Februar 2021 at 13:35 —

    Helenius und Martin können sicherlich noch den ein oder anderen guten Gegner besiegen, aber ich glaube nicht wirklich das sie gegen Wilder eine Chance haben, zumindest nicht gegen den Wilder der er vor seiner Niederlage war…….ich glaube das Wilder einen psychischen Knacks seit seiner Niederlage hat…..ein Ko-Monster, ungeschlagen und sich für unbesiegbar halten, was auch erklären würde das er anscheinend nicht mehr hart genug trainiert hat!?
    Wilder wäre nicht der erste und auch nicht der letzte dem das wiederfährt, Abraham war auch so ein Fall….seit der von Froch ne Lehrstunde erteilt bekommen hat war es vorbei mit dem Selbstbewusstsein!

  5. 19. Februar 2021 at 16:09 —

    Hoffe, dass deontay wilder nur noch kassiert.

  6. 19. Februar 2021 at 16:15 —

    Ich find´s irgendwie schade, dass Deontay nicht mehr kämpft.
    Kann mir gut vorstellen, dass Kämpfe gegen Andy Ruiz,Joshua,Joyce,Whyte,Kownacki ziemlich unterhaltsam sein können.

    Aber heutzutage ist es leider so (lt. Medien und Mindset), wenn ein Kämpfer EINEN Kampf verliert ist seine Karriere vorbei.

    Siehe Golovkin,Wilder,Joshua,Lomachenko

  7. 19. Februar 2021 at 16:19 —

    @ Floyd$Money$Mayweather

    Wer hindert Wilder daran, wieder in den Ring zu steigen?

  8. 19. Februar 2021 at 22:34 —

    Seltsam, dass derartige „Gegner“ wie Martin, Helenius oder auch Whyte immer von außen durch die Medien oder Fangeschwabbel ins Spiel gebracht werden, nie von Wilder oder seinem Umkreis. Vorher haben alle rumgemault, was für ein Idiot der „Bronze Bummer“ sei, doch jetzt ist die Sehnsuch anscheindend groß, ihn wieder im Ring zu sehen.
    –––––––––––––––––––
    Floyd$Money$Mayweather
    19. Februar 2021 at 16:15 — Antworten
    „Aber heutzutage ist es leider so (lt. Medien und Mindset), wenn ein Kämpfer EINEN Kampf verliert ist seine Karriere vorbei.
    Siehe Golovkin,Wilder,Joshua,Lomachenko“

    Völliger Quatsch, GGG und AJ sind mittlerweile wieder WM und haben karrieretechnisch keinen großen Schaden von ihren Losses genommen. Loma wird auch wiederkommen, er hatte eine Schulter-OP. Und Wilder hält sich bedeckt, weil es gerichtlich immer noch um einen dritten Kampf gegen Fury geht – solange da nichts offiziell ist, kann jeder spekulieren, soviel er will. Es sind nicht „die Medien“, die „Karrieren kaputt machen“, sondern es ist die Fantasielosigkeit der Fans, die sich – ohne jede Quelle oder irgendwelches Wissen – so einen Blödsinn einreden. Wenn Wilder heute beschließt, aufzuhören, hat er trotzdem für den Rest seines Lebens ausgesorgt, wenn er seine Kohle nicht sinnlos verprasst. Er ist der HW-WM, mit der besten KO-Quote aller Zeiten und liegt mit 10 Titelverteidigungen meines Wissens nach auf Platz 4 in der All-Time-Bestenliste.

    • 19. Februar 2021 at 22:34 —

      *Sehnsucht

    • 20. Februar 2021 at 01:04 —

      Ja das meine ich ja, sehe ich genauso wie du

      Bei AJ meinte ich nach dem Ruiz Kampf die ganzen “Experten” meinten er solle lieber seine Karriere beenden oder sich 2-3 Aufbaugegner nehmen.

      Und bei Golovkin war es nachdem Canelo 2 Kampf ähnlich es wurde behauptet er sei Shot ein Hypejob usw.
      Und Loma soll ja auch nur ein Hypejob sein -.-‘

  9. 20. Februar 2021 at 09:39 —

    Also GGG hat zwar verloren gegen Canelo aber das war mega knapp. Für viele war es sogar ein unentschieden.
    Denn ersten Kampf gegen Canelo hat er gewonnen, wurde aber beschissen.

    Er hat danach all seine Kämpfe gewonnen und wurde wieder Weltmeister.

    GGG ist immer noch gut. Natürlich kein prime mehr, dass kann man deutlich sehen.

    Immer geht er langsam auf die 40 zu.

    Er macht noch maximal 2 bis 3 Kämpfe das wars.

    Anthony joshua hat diese Niederlage gut getan. Er hat vieles geändert. Besonders sein Gewicht. Kein Bodybuilder mehr.

    Er ist schnell und boxt intelligent.
    Im Gegensatz zu wilder kann joshua Boxen.

    Zurzeit gibt es nur Tyson, Joshua, deontay

    Die ganz oben stehen.

    Mal abwarten wie Joe Joyce sich gegen uysk schlägt. Ist ein geiler Kampf

    • 20. Februar 2021 at 09:46 —

      AJ boxt schnell und intelligent..?
      Ich finde er boxt abwartend, zögerlich und ineffizient..
      So war das vs Ruiz 2 und gegen Pulev sah es nicht besser aus..

  10. 20. Februar 2021 at 09:52 —

    “Zurzeit gibt es nur Tyson, Joshua und Deontay”

    Lol.. mit der Feststellung biste aber 2 Jahre zu spät dran.. wo ist Deontay denn zur Zeit..?

  11. Ich glaube nicht das die Niederlage gegen Fury irgendwas bewirkt hat, sondern viel mehr dazu beigetragen hat zum Vorschein zu bringen, dass Wilder mit der Zeit das Geld zu Kopf gestiegen ist.

    Man erinnert sich nur an Wilder gegen Stiverne, wie diszipliniert und dominierend er gekämpft hat. Auch gegen Ortiz ist wilder noch mal über sich hinausgewachsen, obwohl technisch Ortiz der eigentlich bessere Boxer ist.

    Danach ging es nur noch bergab. Gegen fury 1 hätte es zwar mit einem anderen Ringrichter durchaus zum KO sieg gereicht, da wurde Fury gerettet, aber spätestens bei Fury 2 war es komplette Arbeitsverweigerung seitens Wilder. Natürlich hat Fury auch gut geboxt, aber Wilder hat einfach garnix auf die Reihe bekommen.

    Auf mich macht das alles den Eindruck, als ob Wilder unter dem Maidana Virus leidet, wird meistens durch Geld übertragen.

  12. 20. Februar 2021 at 20:52 —

    @ Dr. Fallobsthammer ( ͠° ͟ʖ ͡°)

    Da tust Du Maidana aber Unrecht …

  13. 21. Februar 2021 at 12:20 —

    Ironie On:
    Ich glaube nicht das Wilder einen Mentalen/physischen schaden von der Niederlage mitgenommen hat.

    Wilder hält sich nur bedeckt und trainiert heimlich aber hart.

    Ich denke beim dritten Kampf gegen Frury oder gegen Joshua wird er noch stärker zurück kommen und beider in der 1 Runde brutal KO Schlagen.

    Aber Mahmuod Charr bleibt unser wahrer Champion.

    Ironie Off.

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