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Deontay Wilder: jeden Tag ein neuer Plan

Deontay Wilder: jeden Tag ein neuer Plan

Ist es der Wunsch, täglich in den Medien präsent zu sein? Folgt Wilder ständig neuen intuitiven Eingebungen? Oder ändern sich die Wünsche des WBC-Weltmeisters von Tag zu Tag?

Während Tyson Fury nach dem Kampf gegen Otto Wallin gerade wohl noch seine Wunden leckt und davon ausgeht, wie vertraglich vereinbart, am 22. Februar gegen den ‚Bronze Bomber‘ anzutreten, hat der möglicherweise andere Pläne.

Wilder hat bekundet, dass er lieber zuerst gegen den Sieger aus Andy Ruiz jr vs Anthony Joshua boxen würde, wobei der 33-jährige glaubt, dass der „Destroyer“ auch den Rückkampf für sich entscheiden wird.

Mit einer kruden Melange aus Behauptungen versucht Wilder, einen Anspruch auf diesen Fight durchzusetzen. Fury schulde ihm etwas und müsse deswegen vom Kampf zurücktreten, behauptet Wilder zum Beispiel. Andernorts lässt der ‚Bronze Bomber‘ verlauten, er gehe davon aus, dass Fury den Rückkampf sowieso lieber vermeiden würde und er auch schon um Aufschub gebeten hätte. Furys Cutverletzungen aus dem Wallin-Fight sind ebenfalls Wasser auf Wilders Argumentationsmühle: Fury solle erst einmal seine „Kriegswunden“ ausheilen lassen. Außerdem  so Wilder weiter „möchte er (Fury) dass ich die Titel vereinige und dann zurückkomme und gegen ihn kämpfe.“

Interessanterweise hat Fury – soweit bekannt – keinen dieser Sätze von sich gegeben. Und so muss man sich wohl fragen, warum Wilder solche Behauptungen aufstellt, anstatt einfach zuzugeben, dass er aus eigenem Interesse handelt und es ihm vor allem darum geht, die vier Titel der großen Verbände vereinigen zu können.

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Im Falle einer Niederlage gegen den ‚Gypsy King‘ stünde Wilder erst einmal ohne jeden Titel da. Kein Wunder also, dass der Fight gegen Andy Ruiz, der die WBA-, IBF- und WBO-Gürtel hat, für WBC-Weltmeister Wilder interessanter ist.

Die letzte Lautäußerung von Wilder geht allerdings wieder einmal in eine andere Richtung. Als der 33-jährige gefragt wurde, gegen wen er als nächstes antreten würde, sagte Wilder im Interview mit ‚ThaBoxingVoice‘: „Nach Ortiz wäre es Fury, nachdem ich Fury erledigt habe, kommt Ruiz.“

Allerdings beinhaltet der Vertrag für den Kampf mit Tyson Fury eine Rückkampfklausel, die es dem Verlierer ermöglicht, einen dritten Fight einzufordern. Das scheint allerdings in Wilders kunterbunter Gedankenwelt keine Rolle zu spielen: „Das wird er (Fury) nicht in Anspruch nehmen, wenn ich ihm das zweite Mal in den Arsch getreten und KO geschlagen habe. Darüber müssen wir uns keine Sorgen machen.“

Vorher müsste Wilder aber noch ‚Opa‘ Ortiz besiegen. Eigentlich war die Begegnung für den 23. November angesetzt, doch bislang gibt es nach wie vor keine offizielle Ankündigung. Eddie Hearn hat in einem Interview laut darüber nachgedacht, dass Wilder vielleicht gar nicht mehr gegen Ortiz antreten will: „Wenn Du im Februar boxen willst, muss der Kampf am 23. November reibungslos verlaufen”, sagte Hearn sinngemäß zu ‚Thaboxingvoice‘: „Du kannst nicht mehr als vier Runden machen. Wenn es Dich in diesem Kampf erwischt, kannst Du Dir einen Cut holen oder Dir die Hände verletzen.“

Bleibt abzuwarten, wie die Wilder-Version dieses Gedankengangs sich dann anhört. Ich tippe auf: „Ich habe Ortiz schon einmal in den Arsch getreten. Jetzt will er nicht mehr gegen mich antreten!“

 

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4 Kommentare

  1. 20. September 2019 at 13:58 —

    beides wären sehr gute kämpfe. sowohl fury – wilder als auch joshua/ruiz – wilder. wäre echt gut wenn in einen jahr alle gegeneinander gekämpft hätten und dann klar wäre wer der undisputed champ ist!

  2. 20. September 2019 at 18:03 —

    Es würde mich nicht wundern, wenn Wilder die Kampfzusage an Ortiz platzen lässt. Es hat mich schon gewundert, dass er nochmals gegen Ortiz antreten wollte!

    Wenn er ihn platzen lässt, den Kampf, dann ist Wilder ein erbärmlicher Sausack ohne Eier.

    Hearn ist aber auch so schon so ein erbärmlicher Sausack, wenn man seine Reden schwinge hört, kann einem nur schlecht werden. Im ist zu wünschen, dass AJ nochmals gnadenlos gegen den Destroyer untergeht, dann bedarf es auch keiner Ansetzung zwischen Wilder und Joshua.

  3. Wilder ist der einzige HWler der sich einen richtigen Gegner ausgesucht hat und dafür wird er auch noch verspottet?

    Gegen wen hat Fury in der zwischenzeit gekämpft?
    Und Joshua? Ruiz ist ein niemand und wird im zweiten kampf verlieren.

    Das sind so momente wo die Fans einfach nur undankbares pack sind. Vor allem nachdem Ortiz Wilder im ersten kampf sehr gut durchgeschüttelt hat. Wilder war nicht weit weg vom KO. Hätten es Fury oder Joshua genauso weggesteckt?
    Jetzt plötzlich davon zu reden das Ortiz in der zwischenzeit ein Opa geworden ist, ist schon extreme realitätsverweigerung.

    Wilder und Fury können immer gegeneinander kämpfen. Egal welche gürtel sie haben. Die beiden erzählen am meisten Scheisse, das kann man immer gut vermarkten.

    Aber was die Welt sehen will ist Wilder vs Joshua.
    Keine Ahnung wie man das ignorieren kann? Ist ja nicht so als wäre Fury ein Jahrhundertkämpfer.

    Die Fans warten schon ewig auf Wilder vs Joshua und Geld würde es auch mehr bringen als ein Kampf gegen Fury. Von daher alles plausibel.

  4. 21. September 2019 at 00:10 —

    Bin hier bei fettundmibo, auch wenn ich einen qualitativen Unterschied zwischen dem zwanghaften Psychogelaber Wilders und den professionellen und absichtlichen Lügen Hearns sehe.

    Wenn ich dagegen Dr. (Un)Fallopfers Geschwalle lese … wünsche ich mir so etwas wie ein digitales Duftspray oder Hygienepapier, denn an den Stellen seiner Kommentare verfärbt sich immer der Bildschirm bräunlich und es fängt an, seltsam zu riechen.

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