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Demetrius Andrade und Katie Taylor siegen nach Punkten – Tevin Farmer durch KO

Mit Punktsiegen in 2 von 3 Hauptkämpfen und einem KO 5 endete die Hearn / DAZN Veranstaltung in Boston. Große Highlights hatte man schon von den Ansetzungen her nicht zu erwarten, aber auch Überraschungen blieben aus. Alles in Allem eine durchschnittlich gute Vorstellung der Akteure. Die 3 Hauptkämpfe konnten unterschiedlicher kaum sein.

Die wichtigsten Kämpfe: Im Super-Federgewicht verteidigte der Amerikaner Tevin Farmer seinen IBF-Gürtel gegen den Iren James Tennyson. Es entwickelte sich in den ersten Runden ein recht munteres Gefecht, in dem noch kein überlegener Favorit abzusehen war. Im 4. Durchgang nahm ein gut sitzender Körpertreffer dem Herausforderer die Luft und er musste runter. Damit hatte der bunt berockte Titelverteidiger die Schwachstelle des Iren gefunden. Diese Erkenntnis wendete er in der folgenden Runde konsequent an. Tennyson kam recht flott in die 5. Runde und man glaubte, er hat den Körpertreffer in der Runde zuvor gut verarbeitet. Aber Farmer setzte langsam nach und streute immer wieder einen harten Bodyshot ein. Das schien der Ire immer weniger absorbieren zu können. Er knickte schon einmal kurz ein, konnte sich aber noch auf den Beinen halten. Kurz darauf wurde er erneut getroffen. Diesmal musste er runter und der Ref beendete den Kampf.

Katie Taylor bekam es mit Cindy Serrano zu tun. Die IBF- und WBA-Weltmeisterin im Leichtgewicht war zuvor von Amanda Serrano, der jüngeren Schwester von Cindy, herausgefordert worden. Die wurde als Herausforderin abgelehnt und man wollte lieber gegen Cindy boxen. Cindy Serrano nutzte die Gunst der Stunde und konnte eine hohe Börsenforderung durchsetzen. Die Serrano – Fans sagten voraus, dass Taylor gegen Serrano ihren „McGregor-Moment“ bekommen würde. Doch davon war dann im Ring absolut gar nichts zu sehen. Cindy Serrano unternahm in den vollen 10 Runden nicht einen ernsthaften Versuch, die Weltmeisterin überhaupt auch nur ein einziges mal anzugreifen. Serrano zeigte eine ausgezeichnete Beinarbeit und wich den Angriffen der Weltmeisterin geschickt aus. Was die Beweglichkeit ihres Oberkörpers betrifft, konnte man das allerdings nicht sagen. Hier wirkte sie eher steif und „eingerostet“.

Insgesamt kassierte sie mit zunehmender Kampfdauer jede Menge Treffer, antwortete meistens nur mit angedeutenden Alibi-Schlägen. Ab der Kampfmitte schien es Taylor zu nerven, dass sie mit ihren Angriffen keinen Erfolg hatte. Serrano schien alles wegzustecken, was Taylor zu bieten hatte. Von ihr selbst kam absolut nichts. Taylor ging sogar so weit, sich deckungslos vor Serrano hinzustellen, doch auch da passierte nichts. Cindy Serrano wollte über die Runden kommen, mehr nicht. In den letzten Runden verschaffte sich Serrano durch Klammern kurze Pausen zum Luft tanken. Auch der Ref tat seinen Teil und sorgte mit einer Kampfunterbrechung wegen eines los sitzenden Tapes dafür, dass Serrano noch einmal durchschnaufen konnte und schadlos über die 10. Runde kam. Am Ende hieß es von den Punktrichtern: 3x 100 : 90 für Taylor. Es war kein schöner Kampf, aber ein außergewöhnlicher schon.

Eigentlich sollte es bei diesem Event einen anderen Hauptkampf geben. Da WBO-Mittelgewicht Champ Saunders seinen Titel aus bekannten Gründen ablegen musste und gegenwärtig nicht kämpfen darf, kam es zu der Begegnung zwischen WBO #1 Demetrius Andrade und der WBO #2 Walter Kautondokwa. Es schien zu Beginn des Kampfe so, als gäbe es ein schnelles Ende. Der WBO-Afrika-Champ aus Namibia musste bereits in Runde 1 auf die Bretter. Allerdings hatte der Amerikaner Glück, dass der Ringrichter es nicht ahndete, als er den bereits am Boden befindlichen Walter Kautondokwa noch einen Schlag nachschenkte. Das hätte auch eine DQ geben können.

Der Mann aus Namibia erholte sich in der Pause zur zweiten Runde und kam gut auf. Diesen zweiten Durchgang konnte man ihm vielleicht sogar geben. Das war dann aber auch die einzige Runde, wo er etwas zeigen konnte. Er wirkte gegen den beweglich agierenden Andrade sehr hölzern. Diese Art zu boxen reichte vielleicht für seinen bisherige Gegnerschaft, aber das ist eben nicht das Niveau, auf dem die Weltklasse boxt. In Runde 3 gab es wieder einen Niederschlag und man glaubte in dieser Phase des Kampfes nicht mehr daran, dass der Fight über die vollen 12 Runden gehen wird. In Runde 4 schien der afrikanische Zauber dann vollkommen vorbei zu sein, als der gute Walter gleich 2x runter musste. Danach konnte eigentlich nur noch das vorzeitge Aus kommen. Dachte man.

Walter Kautondokwa hielt erstaunlicherweise dann doch die folgenden 8 Runden durch. Alle Angriffe Andrades, auch die vielen grenzwertigen Körperteffer nahe an der Gürtellinie halfen nicht, den zähen Namibier zu finishen. Andrade gewann zwar jede Runde, aber er musste mit Kautondokawa volle 12 Runden gehen. Am Ende hiess es 2x 120: 104 und 119:105 für den neuen WBO-Champ Demetrius Andrade. Zumindest für das große Kämpferherz gebührt dem unterlegenen Namibier Respekt.

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