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DAZN – kein OK für Alvarez vs Yildirim

Es hätte so schön sein können. Für Saul Alvarez. Vertrag mit DAZN erfüllen, Kampf machen, Titel holen, Kohle kassieren! Fertig!

Nicht nur Boxfans waren allerdings irritiert über die Mitteilung, dass der WBC einen Kampf zwischen ‚Canelo‘ und Avni Yildirim angeordnet hat. Ausgelobt ist der vakante WBC-Titel im Supermittelgewicht, den David Benavidez wegen seines Übergewichts vor dem Fight gegen Roamer Alexis Angulo kampflos verloren hatte. Mit 36 zu 1 Stimmen entschied sich ein WBC-Gremium für die Konstellation „Alvarez vs Yildirim“.

„Alvarez hat Kontakt mit uns aufgenommen und darum gebeten, gegen Yildirim um den Titel zu kämpfen. Das ist eines der Privilegien der Franchise-Champions.“ erklärte WBC-Präsident Mauricio Sulaiman sinngemäß in einem Interview.

Yildirim ist zwar Pflichtherausforderer für diesen Titel, aber dummerweise hat Saul Alvarez einen Vertrag mit dem Streamingdienst DAZN. Und DAZN lebt bekanntermaßen unter anderem davon, die Übertragung von Boxkämpfen zu vermarkten. Wenn sie sich vermarkten lassen. Was die Verantwortlichen bei DAZN bei dieser Ansetzung wohl für schwierig halten. Die Folge: DAZN ist anscheinend nicht an einem Kampf zwischen Alvarez und Yildirim interessiert.

Nun darf man gespannt sein, was passiert. Wird ‚Canelo‘ bereit sein, für weniger Geld als ursprünglich mit DAZN vereinbart, zu boxen? Laut einem Bericht von „BoxingScene“ hat DAZN ihm ungefähr die Hälfte der Summe angeboten, die er für die Fights gegen Daniel Jacobs und Sergey Kovalev erhalten hat. Aber auch so wirft die Wahl von Canelo zumindest eine Frage auf: ist Avni Yildirim sein Wunschgegner, weil der Sieg über den 29 Jahre alten ‚Mr. Robot‘ eine leicht umzusetzende Aufgabe ist?

WBO-Weltmeister Billy Joe Saunders, der lange auf einen Kampf gegen ‚Canelo‘ gehofft hatte, merkte folgerichtig an: „Ich habe nicht gesehen, dass Canelo den WBC(-Titel) wollte, als David Benavidez ihn noch hatte!“

Fakt ist: es geht vor allem ums Geld. Üblicherweise bekommt Alvarez von DAZN pro Kampf mehr als 35 Millionen US-Dollar. Und das ist der Streamingdienst nicht bereit, für einen Fight gegen Avni Yildirim auf den Tisch zu legen. Yildirim – zur Zeit möglicherweise wegen einer Schulterverletzung bei Boxrec noch als inaktiv geführt – verlor 2017 durch KO3 gegen Chris Eubank jr und präsentierte sich nach fünf siegreich geführten Kämpfen gegen Anthony Dirrell im Februar 2019 in guter Form, auch wenn der Kampf wegen einer Verletzung Dirrells und einem Punktevorsprung des US-Amerikaners sieglos für Yildirim endete.

Sollte es aber tatsächlich zum Kampf gegen Saul Alvarez kommen, dürfte der Wunschtraum von Yildirim, erster türkischer WBC-Champion seines Landes zu werden, vorerst ein Traum bleiben.

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