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DAZN-Card in El Paso – Highlights

Die von DAZN bereits am Samstag Abend übertragene Boxveranstaltung in El Paso sorgte für ein paar kleine Überraschungen bei den Hauptkämpfen. WBC-Weltmeisterin Ibeth Zamora Silva verlor ihren Gürtel im Fliegengewicht an die Herausforderin Marlen Esparza aus den USA. Gabriel Rosado sorgte mit einem Lucky Punch ebenfalls für eine Überraschung. Er schlug den gebürtigen Usbeken Bektemir Melikuziev in Runde 3 KO. Weniger grandios verlief der eigentliche Hauptkampf des Abends zwischen Jaime Munguia und Kamil Szeremeta. Der Pole gab nach 6 Runden auf.

Die 32-jährige Ibeth Zamora trug den WBC-Titel seit Mai 2018, nach einem grandiosen Punktsieg über Melissa McMorrow (98:92,100:90 98:92) und hat diesen Titel bisher zwei Mal verteidigt. Sie ging mit der Erfahrung aus 38 Kämpfen (32 Siege, 6 Niederlagen) in diese Titelverteidigung. Herausforderin Marlen Esparza hatte gerade mal 10 Kämpfe auf der Uhr. Wie nicht anders zu erwarten war, gab es über 10 Runden einen regen Schlagabtausch. Bereits zu Beginn des Kampfes war zu bemerken, dass die Herausforderin sehr motiviert war, fast schon übermotiviert. Sie stürmte nach dem ersten Gong auf die Weltmeisterin los und fing sich prompt in der ersten Runde einen satten Niederschlag ein. Sie war gleich wieder auf den Beinen und zeigte keine danach Beeinträchtigungen. Alle 10 Runden waren knapp zu bewerten. Zamora schien die Kontrolle über den Kampf zu haben, aber mehr zählbare Treffer erzielte Espanoza. Das Urteil fiel dann auch zu Gunsten der Herausforderin aus: 97:92, 95:94 und 96:94. Wobei man sagen muss, dass 97:92 stark übertrieben sind.

Für eine echte Überraschung sorgte Gabriel Rosado. Auch er war in Runde 1 am Boden und wurde von seinem Gegner fast überrannt. So war zumindest die Strategie von Bektemir Melikuziev anzusehen, der 6 seiner bisher 7 Gegner vorzeitig besiegen konnte. Gabriel Rosado, der sich seinem Kampfrekord nach (25 Siege,13 Niederlagen 1 Unentschieden) zu so etwas wie ein Edel-Journeyman entwickelt hat, gelang es dem Stand zu halten. Er nutzte einen Moment der Unachtsamkeit beim Usbeken und schickte ihn mit einem Kopftreffer auf die Bretter. Der Einschlag war so heftig, dass er den Kampf nicht fortsetzen konnte. Rosario hat sich damit ein weiteres Mal für einen großen und gut bezahlten Kampf empfehlen können. Michelle Rosado, Ehefrau und Managerin von Gabriel Rosado, schreib auf Facebook: „Schreiben sie nie einen Philly-Fighter ab. Besonders nicht Gabriel Rosado. Kampfrekorde bedeuten NICHTS! Er hat sich gerade einen Millionen – Zahltag mit Munguia verdient.“ Warten wir mal ab, ob es dazu kommt.

Ob Munguia und sein Management auf einen Kampf gegen Rosado eingehen, steht in den Sternen. Der Mexikaner aus Tijuana ist in allen 4 Verbänden hoch oben gelistet und hat Anspruch auf Titelkämpfe. Womöglich wird er demnächst gegen Gennady Golovkin kämpfen. Eine Bewährungsprobe gegen einen unberechenbaren Rosado braucht er nicht mehr wirklich. Er würde unnötig Gefahr laufen, genau so abgeschossen zu werden wie Melikuziev. Dann lieber so ein Kampf wie gegen Kamil Szeremeta. Der Pole hatte ein der ersten Kampfhälfte sein Pulver verschossen und war platt. Er gab nach 6 Runden auf. Das gleiche hatte es auch im Dezember gegen Golovkin gemacht. Damals war er 4 Mal am Boden und kam über die 7. Runde nicht hinaus.

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2 Kommentare

  1. 21. Juni 2021 at 17:22 —

    Melikuziev ist schon ein Vieh.
    Sehr explosive Einzelaktionen , gute leichte Beinarbeit ABER kaum Deckung und wenn man stets beim reingehen den Kopf oben lässt,den Mund geöffnet und auf Konfrontation setzt, reicht schon manchmal ein Konter aus und man liegt.
    Dennoch werden wir zukünftig viel von Melikuziev hören, vorausgesetzt er verdaut diese unnötige Niederlage und arbeitet an seiner Defensive.

    • 22. Juni 2021 at 08:11 —

      Genau das ist das Problem, sobald er in den Mann reingeht, ist er offen wie ein Scheunentor. Es ist wieder ein schönes Beispiel dafür, dass Schlagkraft alleine ab einem gewissen Level nicht mehr ausreicht. An seiner Defensive muss er definitiv arbeiten, mit Mitte 20 hat er noch genug Zeit diese Fehler zu korrigieren. Ob Joel Diaz der richtige Trainer dafür ist, sehe ich eher kritisch.

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