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DAZN Boxsport -Veranstaltung in Klagenfurth

Bereits am Freitag fand eine DAZN-Veranstaltung in Klagenfurth / Österreich statt. Hier wurde einige Kämpfe zusammen gewürfelt, für die man sich im einzelnen wohl kaum interessiert hätte. Offenbar war es für Eddie Hearn nur wichtig, auch mal eine DAZN-Veranstaltung außerhalb Großbritanniens abzuhalten, bei der er nicht zu tief in die Tasche greifen muss. Dem entsprechend war dann aber auch die Card gestaltet. Im „Hauptkampf“, wenn man diesen Begriff überhaupt in Anwendung bringen will, kämpfte Kroatiens Schwergewichtshoffnung Filip Hrgovic (12(10-0-0) gegen einen in Deutschland lebenden Boxer aus Montenegro, der einen bezaubernd zusammen gepimpten Kampfrekord von (22(22)-0-0) vorzuweisen hatte.

Dieser Kampfrekord wurde, nach einer ersten halbwegs ansehbaren Runde, in den nächsten beiden Durchgängen regelrecht pulverisiert. Marko Radonjic, so hieß der gute Mann, mühte sich zwar ab ein paar Schläge beim Kroaten anzubringen, doch seine Schwinger trafen selten ins Ziel. Er selbst kassierte reichlich mehr, als er vertragen konnte. Radonjic ging mehrfach zu Boden, stand aber immer wieder auf und wollte weiter machen. Es war absehbar, dass dieser Kampf nur böse enden kann, wenn der Ref nicht eingreift.

So kam es dann auch: Beide Boxer traten zur 4. Runde an, aber Ringrichter Jörg Milke beendete den ungleichen Kampf zu Rundenbeginn. Fast schon entschuldigend wurde dem Stream-Publikum beinahe pausenlos von den DAZN-Kommentatoren erklärt, dass kein anderer Boxer gegen Hrgovic zu bezahlbaren Konditionen antreten wolle. So richtig Glauben schenken mochte man dieser Behauptung nicht. Hier wollte man einmal mehr aufzeigen, wie stark Hrgovic ist und hat ihm einen Boxer mit „lupenreinem“ Kampfrekord, sogar einen vermeintlichen “KO-König”, in den Ring gestellt. Man sollte sich wirklich fragen, für wie einfältig manche Matchmaker das Publikum halten. Das man diesen Kampf im Vorfeld als „Battle of the Giants“ angekündigt hat, will im Nachgang sicher kaum noch jemand hören.

Ebenfalls auf der Card vertreten war die Österreicherin Eva Vorarberger, die nach ihrer Punktniederlage vor 2 Jahren zum ersten Mal wieder im Ring stand, um etwas Rost abzuschütteln. Ihre Aufbaugegnerin aus Georgien erwies sich als zu schwach. Voraberger siegte durch TKO 2.

Einen ersten Kampf nach seiner knappen Niederlage gegen Jack Culcay vor einem Jahr absolvierte auch Abass Baraou, der seinen Gegner Jay Spencer aus Ghana in Runde 1 mit einem TKO abfertigte.

Die Veranstaltung ist komplett auf DAZN.com zu sehen. Wie bereits gesagt, man kann dieses Event kaum als interessant betrachten. Auch nicht für die österreichische Box-Provinz. Es war an allen Ecken und Enden deutlich zu sehen, dass gespart wurde. Für Hrgovic, Voraberger und Baraou sollte es andere Gegnerschaft geben, wenn sie sich beweisen wollen. Wenn ein Promoter wie Hearn über ein DAZN-Milliarden-Budget verfügt, dann sollte man mehr Qualität bei der Gegnerwahl erwarten können.

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9 Kommentare

  1. 13. September 2021 at 11:46 —

    Kann dem Artikel in allen Punkten nur beipflichten – lächerliche Card und erbärmliche Gegnerschaft. Natürlich ist es schwer, für Hrgovic Gegner zu finden, die einerseits bezahlbar, andererseits schwer genug, aber doch mit relativ kalkulierbarem Risiko behaftet sind. Typen wie Charles Martin, Martin Bakole, Allen Babic oder Robert Helenius kosten eben ein wenig Kleingeld. Andererseits, wenn man bei Wassermann oder Matchroom nicht bereit ist, ein bisschen was springen zu lassen, kann Hrgovic seinen ohnehin in nächster Zeit reichlich illusorischen Traum einer WM-Chance direkt in die Tonne kloppen.

    • 13. September 2021 at 13:02 —

      Habe gelesen, dass alle aus den top 15 der ibf einen kampf gegen hrogovic abgeleht haben. naja kann natürlich am kleingeld liegen. aber selbst wenn er alle der genannten boxen würde einen wm kampf kriegt er in de nächsten 2 jahren trotzdem nicht. da werden wir dann die trilogie zwischen joshua und fury sehen.

      • 13. September 2021 at 13:47 —

        An den Boxkünsten von Herrn Steinmann liegt es vermutlich nicht …

        • 13. September 2021 at 14:24 —

          selbst wenn die überragend wären. es wird keiner eine chance bekommen egal wer. ich glaube nicht mal an wyhte (wie es fury behauptet) ich denke sofern beide ihre känpfe in ein paar wochen gewinnen kommt die vereinigung in 3 akten (mindestens!) d.h. frühestens im herbst 2023 werden die titel wieder verteidigt!

  2. 13. September 2021 at 14:24 —

    selbst wenn die überragend wären. es wird keiner eine chance bekommen egal wer. ich glaube nicht mal an wyhte (wie es fury behauptet) ich denke sofern beide ihre känpfe in ein paar wochen gewinnen kommt die vereinigung in 3 akten (mindestens!) d.h. frühestens im herbst 2023 werden die titel wieder verteidigt!

    • 14. September 2021 at 08:13 —

      Stimme dir grundsätzlich zu, @ brennov, die Pattsituation im HW ist einfach unerträglich geworden. Fury mit seinen ewigen Tricks, Hearn und seine 1000 Fighter mit seinen undurchschaubaren Strategien und Wilder ist sowieso komplett nicht ernst zu nehmen. Die Leidtragenden sind letztendlich die Fans, denen potenziell interessante Fights vorenthalten werden und der HW-Sport, der nach einem kurzen starken Intermezzo vor 3, 4 Jahren wieder vor sich hin siecht. Man kann einfach nur hoffen, dass es irgendwann wieder einen echten Dominator geben wird, der diese ganzen Clowns aus dem Ring wischt und einen Verband und/oder Promoter, der auf die ganzen Mätzchen der sogenannten „Stars“ einen großen Haufen scheißt und endlich mit dem Quatsch aufräumt.

      Deswegen hoffe ich auch auf Upsets bei Usyk gegen AJ, bzw. Wilder vs. Fury, hoffentlich bekommen diese „Champions“ richtig den Arsch versohlt, damit sie mal wieder runterkommen von ihrem eingebildeten Höhenflug. Natürlich würden erstmal vier bis fünf vertraglich vereinbarte Rematches folgen, aber dann (zwischen 2030 und -35) würde auch Whyte vielleicht mal die Chance bekommen, um den Titel zu boxen.

  3. 14. September 2021 at 09:03 —

    Puuhh die Veranstaltung war grottenschlecht zusammen gestellt!!!

    So wie es Brennov schon geschrieben hat sind die großen Fleischtöpfe nicht zu bekommen, deshalb sollte einige Hoffnungsträger die WBA-Schiene fahren wenn sie einen WM-Kampf in naher Zukunft bekommen wollen.
    Wenn Dubois Bryan den regulären WBA-WM-Titel abgenommen hat könnte es schon die ein oder andere gute Paarung geben!?

    • 15. September 2021 at 11:26 —

      abwarten ob bryan – dubois wirklich kommt? danach müsste der sieger aber ohnehin erstmal gegen charr ran. und auch helenius als gold champion müsste noch seine chance bekommen. oder eben hrgovic boxt helenius um dann irgentwann man die wba chance zu bekommen.

  4. 15. September 2021 at 18:53 —

    Die Veranstaltung wurde nicht zusammengestellt sondern eher zusammen gewürfelt!
    Solche Gegner wie Radonjic bringen Hrgovic keinen Schritt weiter, ganz im Gegenteil, wenn er gegen solch einen Gegner in einen Lucky Punch läuft kann er seine Karriere vergessen!

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