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„Das Ganze ist ein Witz!“ – Dillian Whyte verklagt WBC

„Das Ganze ist ein Witz!“ – Dillian Whyte verklagt WBC

Der britische Schwergewichtler Dillian Whyte hat rechtliche Schritte gegen den „World Boxing Council“ ergriffen. Schon seit 2018 ist der ‚Body Snatcher‘ Pflichtherausforderer, auf einen Kampf gegen den amtierenden WBC-Schwergewichtschampion wartet Whyte bislang vergebens. Mauricio Sulaiman hat in einem Interview bestätigt, dass es ein „Verfahren im Hinblick auf das Datum der Pflichtherausforderung im Schwergewicht“ gebe, der WBC-Präsident wollte aber keinen weiteren Kommentar dazu abgeben.

Nun darf man gespannt sein, wie es weitergeht. Die einfachste Lösung für den WBC: Der reguläre WBC-Weltmeister Tyson Fury wird zum Franchise Champion ernannt, dann könnte Dillian Whyte ganz einfach Weltmeister werden. So hat es der WBC auch schon in der Vergangenheit gehandhabt, als Saul Alvarez und Vasiliy Lomachenko sozusagen am grünen Tisch zu Franchise-Champions erklärt wurden.

Einfach für den Verband, unattraktiv und unbefriedigend für die Fans.

Und doch WBC-regelkonform. Im Jahr 2018 führte der WBC in seine Regeln und Regularien den Unterpunkt 3.26 ein. Demnach kann der amtierende Weltmeister zum Franchise Champ ernannt werden kann, wenn bei einer entsprechenden Abstimmung des verantwortlichen WBC-Vorstandgremiums eine Zweidrittelmehrheit vorliegt.

Unter anderem hat der Franchise Champion die Verpflichtung, mindestens zwei Mal im Jahr an karitativen Festlichkeiten teilnehmen, die vom WBC organisiert werden. Möglicherweise das Einzige, was bei diesem Sonderstatus sinnvoll ist, zumal ein Franchise Champion keine Pflichtverteidigungen mehr machen muss.

Was für die Boxfans eher unattraktiv ist, hat WBC-Präsident Mauricio Sulaiman in der Vergangenheit als „für den Sport im Allgemeinen positiv“ bezeichnet: „Es ist einfach eine Auszeichnung für einen WBC-Champion, die ihm eine Vielzahl von Optionen bietet, um der Beste zu sein.“

Mit dieser Meinung stehen die WBC-Oberen aber wohl alleine da. Auch Carl Froch hat in einem Interview erklärt, dass er kein Freund des „Franchise-Status“: „Ich glaube nicht, dass es gut für den Sport ist. Es verwirrt die Zuschauer (…) und es verhindert Kämpfe.“

Und so könnte Dillian Whyte Weltmeister werden, ohne dass es zum Kampf gegen Tyson Fury kommt. Zwar hatte der WBC angeordnet, dass Whyte bis spätestens Ende Februar 2021 einen Titelkampf bekommen müsse, doch das aktuelle Geschehen spricht eher dagegen. Zum einen steht noch der dritte Kampf von Fury gegen Deontay Wilder an, zum anderen will der ‚Gypsy King‘ danach erst einmal gegen Anthony Joshua antreten. Und damit wäre ein Kampf gegen Whyte wohl hinfällig. Whytes Promoter Eddie Hearn verlangt, dass Whyte Anfang 2021 seinen Titelkampf gegen Fury bekommt und der Sieger danach gegen ‚AJ‘ antritt, doch fraglich ist, ob der WBC sich „den Schuh anzieht“.

Zuindest Tyson Fury tut das wohl nicht und hat inzwischen Stellung zu Dillian Whytes Forderung bezogen: „Dillian Whyte will nur einen Zahltag … so wie Pulev (gegen Joshua). All diese Herausforderungen sind nicht verkaufbar, vor allem in den USA. Ich möchte noch große Kämpfe machen. Aber ich lasse mir nichts vorschreiben, weil niemand dem Champion Vorschriften machen kann. Gürtel sind nur Lederstücke mit Metallstücken und bedeuten mir nichts.“ erklärte Fury in der „Queensberry Lockdown Lowdown Show“ und: „Die Antwort an Dillian Whyte lautet: Bleib einfach in der Warteschlange. Deine Zeit wird kommen. Ich interessiere mich nicht wirklich für dich.“

Schlechte Karten also für Dillian Whyte. Oder gute. Je nachdem, wie man die Angelegenheit sehen möchte. Denn die Chancen, dass Tyson Fury zum Franchise Champion ernannt wird und Whyte kampflos den regulären Titel „erbt“, sind vermutlich relativ groß.

Einen Lichtblick am Horizont gibt es aber: der Franchise-Status kann nicht einfach so und ohne Zustimmung des betreffenden Boxers verliehen werden. Die Ernennung geht mit der Unterschrift aller beteiligten Parteien unter einem angeblich siebenseitigen Vertrag einher, der „gegenseitige Vereinbarungen zwischen dem WBC, dem Champion und seinem Promoter” festhält.

„Ich weiß nicht, Mann”, sagte Whyte im Interwiew bei „SkySports”: „Mauricio Sulaiman sagt viel, aber tut nicht viel. Das macht mich wütend und es ist frustrierend!”

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11 Kommentare

  1. 16. Juni 2020 at 05:41 —

    Franchise-Champ? Sowas wie Super-Champ bei der WBA? … und ich dachte mal, sollten langsam mal weniger Titel werden.

  2. 16. Juni 2020 at 08:29 —

    Die WBC, die WBA und die WBO sind doch nur noch Witzverbände die von geldgeilen Verbrechern geleitet werden. Im Preisboxen ging es schon immer harte Währung, das schließt alleine schon die Namensgebung mit ein.

    Welche Ausmaße die Gier nach Geld und Macht in den letzten Jahren angenommenen hat, ist einfach nur noch zum Kopfschütteln. Die Verbandskartelle die von Mittel- und Südamerikanern geführt werden, operieren mittlerweile genau wie ihre großen Brüder aus der Drogenszene. Nur heißt ihr Produkt boxen.

    Mit Cuntnelo Alvaroids haben wir zum ersten mal in der Geschichte des Boxens erlebt wie ein unsauber Athlet, der mit unlauteren Mittel seiner Selbst (durch Gebrauch von PED’s) und seines Promoters (gekaufte Punkt- und Ringrichter) seine Siege erlangt, ganz offen von einem Verband mit der Ernennung zum Franchise ChampionTitels eine “Du kommst aus dem Gefängnis frei” Karte erhalten hat.

    Der Franchise Gürtel muss nach den Statuten der WBC nicht mehr Pflicht verteidigt werden, sonder obliegt ganz der Lust und Laune seines Trägers. Denke Loma wurde damals ebenfalls zum FC gekürt damit man den Mexen von der WBC keine Parteilichkeit gegen über ihrem Landsmann vorwerfen kann.

    Das Tyson Fury sich hinstellt und den Titel des Weltmeisters im Schwergewicht so herabgewürdigt ist einfach eine Frechheit sondergleichen. Das Ziel eines jeden Athleten in jedem Wettkampfsport, ist die Erringung des Titels des Weltbesten. Den Sport auf das verdienen von Geld zu reduzieren ist eine Krankheit die genau das Wertesystem unsere Gesellschaft widerspiegelt. Geld über alles.
    Seine Aussage diesbezüglich des Titels sagt aber sehr viel über den derzeitige Status der Verbände aus, die sich, bis auf die IBF, mit der Fülle an Titeln selbst diskreditieren.

    Meine persönliche Meinung ist, wenn Tyson der Meinung ist er hätte keine Verpflichtung gegenüber Pflichtherausvorderern und seinem Status als Weltmeister hat, soll er doch seinen Titel niederlegen und weiter mit seinem Papiergürtel vom Ringmagazin, welches übrigens Eigentum der Golden Boy Enterprises ist, herum stolzieren.

    Dillian, sowenig ich zur Zeit, basierend auf seine letzten beiden Auftritte, auch halte, hat sich das Recht erboxt den Titelträger herausfordern zu dürfen und das sollte man ihm nicht aus purer Geldgier absprechen. Mit dieser Aussage hat Tyson bei mir jede Menge sportliche Sympathie verspielt. Den Privatmesch Tyson Fury lasse ich mal aussenvor, der hat trotz all seiner Fehler auch l Gutes für die Geminschaft getan oder bzw. tut es noch.

  3. 17. Juni 2020 at 07:44 —

    Gladio !!!
    Du hast mit allem recht keine frage..

    Aber eins solltest du wissen !!!
    Es geht immer ums Geld. Boxen ist ein Geld Geschäft..
    Ich meine Man kann die Punkt Richter Kaufen und alles andere ..
    Alles dreht sich ums Geld … So wird es immer sein und bleiben.

    Aber das betrifft nicht nur denn Sport sondern alles andere auch im leben …

    Willst du eine Frau Haben die eine 10/10 ist oder eine 9 von10 die also mega gut aussieht musst du Kohle haben…
    Denn sie weiß eins Sie bekommt jeden Kerl ab denn sie haben möchte … und Solche Frauen können dann wählen und suchen sich immer Männer die Erfolgreich sind bzw. die kohle haben..
    Liebe wie früher sowas gibt es noch Kaum …
    Ich meine Guck dir mal die Reichen Sportler an Sehen aus wie scheiße und sind Arrogant aber haben immer Top Models an ihrer seite ..
    Mesut Özil bestes bespiel ..

    Wenn du Geld hast , hast du MACHT und wenn du MACHT hast , hast du auch die frauen und alles andere …

  4. 17. Juni 2020 at 10:19 —

    “Aber ich lasse mir nichts vorschreiben, weil niemand dem Champion Vorschriften machen kann. ”

    Wie kann jemand champion sein der sich seine gegner nur noch aussucht. wer sich nicht jedem berechtigten herausforderer stellt der hat es nicht verdient länger champion genannt zu werden! klar ist auch joshua ein guter gegern aber auch whyte hat mit guten kämpfen sich das recht erboxt den champion herauszufordern und wenn fury dieser champion sein will dann muss er es annehmen. eig. sollte whyte von joshua kommen!

  5. 17. Juni 2020 at 11:43 —

    Dillan W hat gute Gegner besiegt keine frage.

    Er hat das recht Tyson Fury oder Deontay wilder Herauszufordern.
    Erstmal abwarten, ob Tyson Fury Deontay wieder Besiegt.
    Ich denke Deontay wird dieses mal alles geben und sich darauf gut vorbereiten. Mal abwarten.

    Aber danach sollte einer gegen Dillian W antreten..

    Lass uns aber mal ehrlich sein.
    Dillian W ist kein Elite Boxer wie Anthony Joshua , Deontay Wilder , Tyson Fury.

    Er würde gegen alle Kassieren.
    Außerdem muss Whyte gegen Povetkin gewinnen und das wird kein leichter Kampf für Ihn.

    ICh meine gegen Dereck Chisora hat er gerade mit ach und krach gewonnen… Das ist Fakt.
    Erste Duell war für mich ein unentschieden und das 2 war sogar Dereck mit Punkten am führen… Ko hat Whyte gerettet..

    Wenn Povetkin sich richtig gut darauf vorbereitet , was er auch machen wird…

    Könnte Povetkin gewinnen. Technisch ist er viel besser als Whyte und auch schneller .

    Wenn Povetkin 4 bis 5 Jahre Jünger wäre ..
    Bin ich mir sicher das Whyte ko gehen würde …

    • 17. Juni 2020 at 12:18 —

      aber wieso muss whyte jetzt noch gegen povetkin boxen bevor er gegen den wm boxen darf. er hat 3 oder 4 eliminatoren gewonnen. es ist einfach zeit, dass er gegen den em boxen darf und nicht den nächten eliminator machen muss!

    • 18. Juni 2020 at 13:49 —

      Volle Zustimmung pumA..

      @Brennov:
      Ne klar, Hauptsache der große Charr kommt seinen Verpflichtungen nach..

  6. 18. Juni 2020 at 11:01 —

    Ich denke das macht er frei willig , damit er im Training ist und kein Ring Rost hat.
    Aber ganz ehrlich Dillian nimmt jeden Kampf an und ihm ist es egal gegen wem er boxt.
    Ich bin zwar für Povetkin aber wenn er gewinnt ist es auch oky.

    Povetkin ist der bessere Boxer das weiß auch jeder .
    Aber Povetkin ist jetzt bald 41 und seine prime hat er schon längst hinter sich … Das weiß auch Dillian W .

    Ich drücke Povetkin trotzdem die Daumen und wünsche ihm viel erfolg

    • 18. Juni 2020 at 16:44 —

      ich bin mir nicht sicher, dass der kampf noch kommt. whyte will den wm kampf und was anderes wird er nicht mehr boxen. das hat er mit der klage jetzt klar gemacht.

      • 18. Juni 2020 at 18:27 —

        Ich glaube, das ist auch besser so!

        Ich kann mir kaum vorstellen, dass Whyte Povetkin dominieren könnte, aber wenn er gegen Povetkin verlieren würde, dann wäre ein Kampf gegen Joshua auch irgendwie unlogisch!

        Povetkin ist zwar über seinen Zenit, aber gegen Whyte sehe ich ihn doch recht deutlich vorne.

  7. 19. Juni 2020 at 07:59 —

    Ich denke schon das er gegen Povetkin Kämpfen wird .
    Warum?
    Weil er sowieso warten muss bis Wilder gegen Fury kämpft und das dauert noch …
    Also wird er definitiv noch einen Kampf machen wollen.
    Außerdem wird er sehr viel Geld bekommen gegen Povetkin ..
    Gutes PAYDAY für dillian …

    Wenn er diesen Kampf gewinnt, kann er besser verhandeln gegen WIlder oder Fury.

    Ich tippe leicht auf Dillian W , weil er schon gegen gute gegner geboxt hat … Povetkin zwar auch aber wie gesagt er ist 41 …bzw wird 41..

    Aber povetkin hat sich für gute Sparringspartner entschieden Hunter, Jennings usw… mal abwarten

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