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Daniel Jacobs vs Gabriel Rosado – 12 Runden Sparring in Hollywood / Florida

Bild unten: Gabriel Rosado (Facebook)

Ganz und gar hinter den Erwartungen blieb am Freitag Abend der Kampf zwischen Jacobs und Rosado zurück. Besonders motiviert schienen beide Boxer nicht zu sein. Das, was in nicht enden wollenden 12 Runden geboten wurde, sah eher nach lockerem Sparring aus. Keine Spur von echtem Siegeswillen oder Körpereinsatz.

Zahlende Zuschauer hätten wohl spätestens ab der Kampfmitte angefangen zu buhen. Die DAZN-Abo Zuschauer an den heimischen Bildschirmen werden in der gleichen Stimmung gewesen sein. Ob es wegen der fehlenden Zuschauer an der Stimmung in der Halle lag? Oder wollten Beide nur den Kampf halbherzig runterspulen? Mit Ruhm hat sich weder Jacobs noch Rosado bekleckert. Beide kamen ab zu zu mal mit guten Einzelhänden durch. Das musste reichen, um bei den Stream-Zuschauern wenigstens ein Auge halbwegs offen zu halten.

Die Workrate beider Boxer war unterirdisch. Jacobs und Rosado erzielten in 12 Runden jeweils ganze 78 Treffer. Es sah tatsächlich wie ein vorsichtiges Sparring aus, bei dem Kräfte geschont werden sollten und kein Boxer dem anderen auch nur irgendwie weh tun wollte. Keine Reklame für spannendes Profiboxen. Es war eher ein geduldiges Brettspiel als das erwartete Feuergefecht.

Jacobs schob in einem Interview nach dem Kampf seine nicht vorhandene Motivation auf die fehlende Stimmung in der Halle. Er sagte sinngemäß:

“Es fühlte sich ohne Fans irgendwie trocken an. Es war ein bisschen komisch. Es fühlte sich an wie ein Box- und Sparringspiel im Fitnessstudio. Ich habe nicht mein Bestes gegeben, aber meine Anstrengung war genug, um den Sieg zu erringen.” 

Rosado sah das bestimmt etwas anders. Er wähnte sich schon als Sieger, als nach der Bekanntgabe des Urteils (zwei Mal 115:113 und ein Mal 113:115) “der Boxer aus Philadelphia” als Sieger genannt wurde. Das war allerdings nur ein Versprecher des Ansagers, der auf „der Boxer aus Brooklyn“ verbessert wurde. Bei so knappen Entscheidungen ist man eigentlich immer geneigt, ein Rematch sehen zu wollen. Bei diesem Lahmen Kampf kann man getrost darauf verzichten. Rosado hätte diesmal wohl normalerweise einen knappen Sieg verdient gehabt. Das er leer ausging, hängt wohl damit zusammen, dass er ohnehin nicht zum siegen gebucht oder besser gesagt “eingekauft” worden war.

Hier der Kampf:

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1 Kommentar

  1. 28. November 2020 at 12:04 —

    „Es fühlte sich an wie ein Box- und Sparringspiel im Fitnessstudio.“ Und es sah auch genau so aus. Warum kann man da nicht ein Draw geben? Rosado hätte es verdient gehabt. Parallel dazu auf DAZN lief Smackdown. Das war spannender, lustiger und actionreicher.

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