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Daniel Dubois vs Ricardo Snijders

Daniel Dubois vs Ricardo Snijders

Wie vor ein paar Tagen bekannt wurde, ist es ja nun nicht der deutsche Schwergewichtler Erik Pfeifer, sondern stattdessen der Niederländer Ricardo Snijders, der am kommenden Samstag gegen den britischen „Nachwuchsstar“ Daniel Dubois antritt.

Die Hintergründe sind unbekannt, beide Parteien – Frank Warren auf der einen und Erol Ceylan auf der anderen Seite – beschuldigen sich gegenseitig. Laut Dubois` Promoter seien wichtige medizinische Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht worden. Nichts davon ist wahr, erklärte das Team um Erol Ceylan, stattdessen habe man Queensberry Promotions tagelang nicht erreichen können. Was nichts an der Tatsache ändert, dass Pfeifer raus- und Snijders reingerutscht ist.

Die Begegnung, die am kommenden Samstag im BT Sport Studio im Londoner Stadtteil Stratford stattfindet, soll für ‚Dynamite‘ Dubois nur ein Warm-up für den Kampf gegen Joe Joyce sein. Ob sich Snijders als „Steigbügelhalter“ eignet? Schauen wir uns den Mann aus Heerlen in der niederländischen Provinz Limburg doch einmal an.

Insgesamt 19 Profikämpfe hat der 26 Jahre alte Niederländer bisher bestritten, 18 Mal verließ er den Ring als Sieger, einmal – gegen den Belgier Joel Tambwe Djeko – ging Snijders KO. Wenn dem geneigten Leser dieser Name nichts sagt: auch die anderen Boxer, mit denen Ricardo Snijders das Seilgeviert teilte, sind eher unbekannt. Zudem haben alle Kämpfe – bis auf den gegen Joel Tambwe Djeko – in den Niederlanden stattgefunden.

Bemerkenswert ist allenfalls, dass Ricardo Snijders erst in seinem siebten Profikampf gegen einen Gegner mit negativem Kampfrekord antrat. Gleich zwei Mal, nämlich im Kampf gegen den Deutschen Denis Sterl-Guedes aus Aachen und gegen Alexandre Kartozia aus Griechenland setzte sich Snijders gegen bis dahin ungeschlagene Gegner durch. Seinen ersten Titel holte Snijders im achten Kampf, den niederländischen Titel im Cruisergewicht. Später folgte in Kampf № 11 der BeNeLux-Titel im Cruisergewicht. Mehr kann man im Länderdreieck Belgien, Niederlande und Luxemburg boxerisch nicht werden.

2018 stieg Snijders ins Schwergewicht auf und holte sich – nach dem niederländischen Titel im Cruisergewicht – seinen zweiten Nationaltitel. In seinen 19 Profikämpfen hat Ricardo Snijders insgesamt 111 Runden gekämpft. Herausgekommen ist eine KO-Quote von 42%, Bilanz: 18-1-0 bei 8 KO-Siegen.
Im direkten Vergleich sieht Daniel Dubois zumindest auf dem Papier besser aus. In 14 Fights brauchte ‚Dynamite‘ gerade mal 41 Runden, um seine Gegner auszuschalten. Die Bilanz des 22 Jahre alten Briten: 14-0-0, 13 KO-Siege, KO-Quote: 92,86%.

Zumindest in einem Punkt hat Snijders die Nase vorne: Daniel Dubois hat noch nie für einen Kampf den heimischen Boden verlassen. Trotzdem muss man wohl davon ausgehen, dass der Kampf zwischen Dubois und Snijders nicht über die Runden und zugunsten von Dubois zu Ende geht. Ich vermute, dass Ricardo Snijders sich – wie Richard Lartey aus Ghana im April 2019 – ein paar Runden noch recht gut verkaufen kann, bevor Dubois „ernst macht“. Mein Tipp: Dubois gewinnt in Runde 5 durch KO und kann sich dann den WBO-International Schwergewichtsgürtel umschnallen.

Auf der Undercard des Kampfes sind die folgenden Begegnungen zu sehen:
Sunny Edwards vs Thomas Essomba um den IBF International Super Fly Titel, Sam Maxwell vs Joe Hughes um den WBO European Super Light Title,
Willy Hutchinson vs Luke Blackledge, die Gegner von Sam Noakes und David Adeleye sind noch nicht bekannt.

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9 Kommentare

  1. 26. August 2020 at 02:36 —

    Hmmm, wenn Dubois vor Pfeifer Angst hat, bzw sein Managment mit einen schlechten Ergebnis rechnet….könnte man davon ausgehen das Dubois nur ein Klopper ist…..ich halte ihn zwar für eine ernste Konkurenz im Schwergewicht, aber vielleicht kommt er mit einen technisch versierten Boxer eher nicht klar!!??
    Snjiders hingegen ist ein Cruiser und wohl eher für eine gute Börse als Opfer eingekauft!?

  2. 26. August 2020 at 09:31 —

    Daniel Dubois hat keine Angst.
    Ich denke das Frank Warren die Wahrheit sagt.
    Hab mir ein Interview angeguckt gestern.
    Da hat er alle Papiere gezeigt, die noch fehlen.
    Also in die Kamera….
    Irgendwann meinte er, dass er kein Bock mehr hat hinterher zulaufen und hat sie einfach ignoriert. Er meinte dazu : Sie hatten 8 Wochen Zeit und haben es trotzdem verkackt.

    Daniel Dubois ist für mich ein top Talent.
    Wenn er Joe Joyce besiegen sollte und das noch klar und deutlich, ist er für mich der kommende Mann.

    Ich denke irgendwie sogar, dass er besser als dillian w ist.
    Dieser Junge ist erst 22 und kämpft schon echt gut. Sein jap und seine Schnelligkeit finde ich beeindruckend.

  3. 26. August 2020 at 09:34 —

    Er hat alle Papiere gezeigt, die noch fehlen … interessant.

    Mal andersrum gefragt: welches Interesse sollte Erol Ceylan daran haben, den Kampf gegen Dubois platzen zu lassen?

  4. 26. August 2020 at 11:14 —

    Zu Snijders:
    Ricardo Snijders hat schon mal gegen einen Bekannten von mir geboxt und hat jenen Ko geschlagen. Und glaubt mir.. der ist ein echtes Schwergewicht und kann auch richtig was wegstecken.

    Alexandre (?? meiner Meinung nach Alexandros!) Kartozia kennt man z.B. von Biggers Better. Eigentlich ein Cruiserw. und ein reiner Klopper.

    Halte ihn für einen gefährlicheren Gegner als Pfeifer.

  5. 26. August 2020 at 11:30 —

    @ c.boxing

    Kartozia kommt ja wohl aus Georgien und ist kein “echter” Grieche. Er läuft bei Boxrec – wie ich gerade gesehen habe – unter beiden Vornamen.

    Was das Wegstecken angeht. Das kann Snijders ja gegen Dubois unter Beweis stellen.

  6. 26. August 2020 at 11:38 —

    Dass Frank Warren eine „f***ing c*nt“ und ein Heuchler sein kann, wußte ja schon Mike Tyson, der ihm deshalb mal in den 1990er Jahren in einem Londoner Hotel eine kostenlose plastische Chirurgiebehandlung angedeihen ließ.

    Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass irgendjemandem aus dem Team Dubois bei der Vorstellung, gegen Erik Pfeifer zu boxen, die Knie geschlottert haben sollen. Wird wohl tatsächlich entweder etwas Finanzielles oder eine Formalie gewesen sein. Ob der Deutsche oder Snijders – beides sind bessere Aufbaugegner und werden dafür bezahlt, nach ein paar Runden Action krachend KO zu gehen.

  7. 26. August 2020 at 20:11 —

    Ich denke beide Gegner haben gegen Dubois keine cha…..

    Er ist der kommende Mann.
    Noch 6 bis 7 Kämpfe gegen gute Leute…
    Dann ist er soweit.

    Wenn er Joe Joyce klar besiegt, könnte sein nächster Kampf dillian w sein.

    Dillian muss ja einiges wieder gut machen nach povetkin 😂.

    Hoffe, povetkin geht ein anderen Weg und sagt dillian ab 🤣.
    Was möchte dann dillian machen?

    Selbst wenn povetkin seinen Titel verlieren sollte, ist es für dillian w wertlos 😂.

    • 27. August 2020 at 10:40 —

      was hast du eig. für eine hass auf dillan whyte. der stellt sich wenigstens regelmäßig guten gegner so wie auch povetkin. obwohl er es gar nicht müsste. und genau deshalb hat er das rematch verdient. er hat freiwillig seinen titel und status gegen pove aufs spiel gesetzt und da ist es nur fair wenn er die chance bekommt das gerade zu rücken.
      trotzdem ist das gut für fury und joshua so ist povetkin und whyte beschäftigt und die beiden können ihren vereinigungskampf machen wenn sie ihre kämpfe ende des jahres gewinnen.

  8. 26. August 2020 at 20:25 —

    @ pumA

    Pove hat eine Rückkampfklausel unterschrieben und wird zum Rematch antreten.

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