Top News

Daiki Kameda bezwingt Rodrigo Guerrero und schreibt Geschichte

In einem über weite Strecken unterhaltungsarmen IBF-Titelkampf sicherte sich Daiki Kameda am Dienstag den vakanten Gürtel im Superfliegengewicht. In Japan schlug der 24-Jährige den mexikanischen Ex-Weltmeister Rodrigo Guerrero nach Punkten ohne dabei zu glänzen. Seine sehr defensive Taktik reichte jedoch um es in die Geschichtsbücher zu schaffen. Denn sein Sieg sorgte dafür, dass die Kamedas als erstes Brudertrio gleichzeitig Profiweltmeister sind. Daiki fügte den IBF-Superfliegengewichtstitel zum WBO-Bantamgewichtsgürtel von Tomoki Kameda und Koki Kamedas WBA-Bantamgewichtsgürtel hinzu.

Daiki begann den Kampf im Rückwärtsgang und zirkelte viel durch den Ring, was zu einer sehr abwartenden ersten Runde von beiden Boxern führte. Guerrero ging zwar nach vorne, ließ dabei aber ebenfalls seine Fäuste recht wenig fliegen und schien nicht den ersten Fehler machen zu wollen. Zwar wurde er in der zweiten Runde etwas mutiger und aggressiver, nichtsdestotrotz blieben klare Treffer erst einmal Mangelware. Erst in Runde Drei gab es ein wenig Unterhaltung für die Zuschauer. Daiki Kameda gelangen einige ordentliche Konter, während sich der konstante Druck für Rodrigo Guerrero auch stellenweise bezahlt machte, wenn dieser Daiki an den Seilen stellen konnte und Kombinationen unterbringen konnte.

Es blieb jedoch eher Stückwerk, was beide Boxer produzierten, woran größtenteils Daiki Kamedas Strategie schuld war. Der Japaner schien fast mehr darauf bedacht zu sein dem Kampf zu entgehen als ihn zu gewinnen, was es auch für Guerrero schwer machte für Unterhaltung zu sorgen. Kameda ließ seine Fäuste tief hängen, bewegte sich unentwegt durch den Ring und duckte sich immer wieder sehr tief ab, während er hin und wieder versuchte Guerrero mit Einzelschlägen auf dem Weg nach innen zu erwischen. Dies gelang ihm zu diesem Zeitpunkt auch sogar ganz gut, so dass er sich trotz seines unattraktiven Kampfstils wohl die dritte, vierte und fünfte Runde sichern konnte. Denn vor allem mit der rechten Gerade setzte er die wohl besten Treffer des schwachen Kampfes. Allerdings bekam er in der fünften Runde – wohl für einen Tiefschlag – auch vom Ringrichter einen Punkt abgezogen.

Ein wirklicher Plan B schien Rodrigo Guerrero noch nicht einzufallen, und so preschte er auch in den folgenden Runden weiter nach vorne ohne viel landen zu können. Vor allem ging er dabei zu wenig zum Körper von Kameda um ihm die Kondition für die späteren Runden zu rauben. Kameda stahl die Runden weiter mit gelegentlichen rechten Geraden und setzte sich langsam nach Punkten ab, doch Guerrero erwischte in der achten Runde eine sehr gute Phase und hielt auch in der Neunten gut mit. Aber Daiki Kameda antwortete in Durchgang Zehn mit seiner besten Runde, in der er endlich die Fäuste richtig fliegen ließ und selber aggressiv wurde. Plötzlich war den Zuschauern echte Unterhaltung geboten, als beide Boxer sich im offenen Schlagabtausch begegneten und harte Treffer austauschten, wobei Kameda klar die Oberhand behielt und Guerrero teilweise von den guten Kombination angeknockt erschien.

Daiki Kameda konnte sich seines Punktevorsprungs jedoch nicht all zu sicher sein, zumal ihm zu Beginn der elften Runde ein weiterer Punkt vom Ringrichter abgezogen wurde. Deshalb behielt er nun die Initiative und übte weiter selber Druck aus. In der Halbdistanz landete er dabei die bessern und härteren Schläge. In der zwölften und letzten Runde ließ Daiki Kameda dann wieder ein wenig nach und suchte vor allem in der zweiten Hälfte der Runde wieder den Rückwärtsgang, doch Rodrigo Guerrero hatte nicht mehr die Mittel um dem Japaner noch einmal gefährlich zu werden, so dass Daiki beim Erklingen des Schlussgongs den Titelgewinn bejubeln durfte. Die Punktrichter bestätigten dies wenig später mit einem Urteil von 114-112, 116-110 und 117-109.

Damit erreichte Daiki Kameda das gesetzte Ziel des Kameda-Titelhattricks, unter dem die heutige Veranstaltung „Summer of Kameda 3“ stand. Er krönte sich zudem zum zweiten Mal zum Weltmeister, nachdem er vor dreieinhalb Jahren den WBA-Fliegengewichtsitel gegen Denkaosan Kaovichit hatte gewinnen können, welchen er Ende 2011 gegen Tepparith Kokietgym wieder verloren hatte. Insgesamt war es Daikis neunundzwanzigster Profisieg, dem drei Niederlagen gegenüberstehen. Rodrigo Guerrero fiel hingegen auf 19-5-1 zurück.

Voriger Artikel

Mayweathers Berater Ellerbe: Alvarez hat nach dem freiwilligen Gewichtslimit gefragt

Nächster Artikel

"Deutsche Eiche" Timo Hoffmann beendet aktive Karriere im Alter von 38 Jahren

Keine Kommentare

Antwort schreiben