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Corona-Pandemie – wie geht es im Boxsport weiter?

Corona-Pandemie – wie geht es im Boxsport weiter?

Nachdem der Coronavirus weltweit die Durchführung von Boxsportveranstaltungen nahezu unmöglich gemacht hat, stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Nicht nur den Aktiven drohen finanzielle Einbußen, auch die Veranstalter fragen sich, was die Zukunft bringt. Deutsche Boxställe tun sich schwer damit, ihre Verluste zu beziffern. Diesbezügliche Anfragen von Boxen.de blieben unbeantwortet. Einzig Erol Ceylan von EC Boxing reagierte: „Das Ganze kostet uns mehrere hunderttausend Euro, gerade weil auch viele Kämpfe im Ausland verschoben werden, die eigentlich schon fest geplant waren. Wir unterstützen unsere Boxer mit verschiedenen Modellen, auch mit Abschlägen. Und ein Ende ist nicht absehbar!“

Der britische Promoter Eddie Hearn geht freizügiger mit seinen Zahlen um: Der 40-jährige hat durchgerechnet, dass er rund 500.000 Pfund verlieren wird, weil acht Fightnights, die in Großbritannien und den USA bis zum 20. Juni geplant waren, wohl nicht stattfinden werden. Auch Dereck Chisora vs Oleksandr Usyk am 23. Mai in der O2 Arena gehört dazu. Doch die Misere trifft auch die Boxer: keine Kämpfe – keine Kohle. „Es ist nicht katastrophal (für Matchroom Boxing), aber für die Kämpfer ist es das. Sie werden nur bezahlt, wenn sie im Ring stehen.“ erklärte Hearn sinngemäß in einem Interview.

Der ehemalige WBO-Weltmeister Johnny Nelson, der als Experte für „SkySports“ tätig ist, hat sich Gedanken darüber gemacht, ob und wie es mit dem Boxsport in Zeiten der Coronavirus-Pandemie weitergehen kann. Nelson schließt – anders als Eddie Hearn – Kämpfe „hinter verschlossenen Türen“ nicht aus. Die Boxer – so der „SkySports“-Experte – hätten vermutlich gar keine andere Wahl: „Die Show muss vielleicht weitergehen. Sie müssen Geld verdienen, es ist ihr Lebensunterhalt!“

Bild: Johnny Nelson / SkySports

 

 

„SkySports”-Boxexperte Johnny Nelson hält es durchaus für möglich, dass in naher Zukunft  Boxkämpfe ganz ohne Zuschauer augetragen werden.

 

 

 

 

 

Aber auch Johnny Nelson geht davon aus, dass Boxkämpfe ganz ohne „Live-vor-Ort“-Zuschauer für die Kämpfer eine besondere Herausforderung wären: „Es wird ihre Leistungen beeinflussen. Wenn Sie daran gewöhnt sind, vor 5.000, 10.000, 20.000 Zuschauern zu boxen, und es ist niemand da, dann macht das einen großen Unterschied für ihre Leistung. Diejenigen Kämpfer, die das Publikum brauchen, die den Rückhalt (…) brauchen, werden zu kurz kommen.“

Doch da, wo nicht geboxt wird, können die TV-Sender auch keine Kämpfe übertragen. Eddie Hearn hat einen Vertrag über 1 Milliarde US-Dollar mit DAZN abgeschlossen und der Streamingdienst wird vermutlich nicht ewig „die Füße stillhalten“.

Kein Wunder also, dass der britische Promoter nach Auswegen aus dem Dilemma sucht. Und so könnte der Kampf zwischen Kubrat Pulev und Anthony Joshua am 20. Juni woanders stattfinden, als ursprünglich geplant. „Unsere absolute Priorität ist es, dass er (Joshua) in Großbritannien kämpft. Aber wenn wir in Großbritannien nicht bekommen könnten, was wir wollen, könnten wir in die USA, nach Fernost oder woandershin gehen.” hat Hearn einem Bericht der US-amerikanischen Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge jüngst gesagt.

Angesichts der in vielen Ländern geltenden Reisebeschränkungen ein schwieriges Unterfangen. Fraglich ist, ob Eddie Hearn Saudi-Arabien im Hinterkopf hat. Der Wüstenstaat würde sich gerne international als Sportdestination etablieren. Doch ausgerechnet das Königreich zwischen dem Roten Meer und dem Persischen Golf hat als erstes arabisches Land mehr als 1.000 Corona-Fälle zu verzeichnen. Zudem liegt die arabische Halbinsel in der Nachbarschaft zum Iran, der von der weltweiten Corona-Pandemie besonders stark betroffen ist. Um die Ausbreitung des Virus zu verhindern, hat die Regierung in Riad eine Ausgangssperre angeordnet, die große Teile des Tages abdeckt.

Eddie Hearn hat sich bislang nicht darüber geäußert, welche Regionen er für seine Planungen in Betracht zieht. Der Matchroom Boxing-Boss geht aber davon aus, dass die finanziellen Belastungen durch abgesagte Wettkämpfe so groß sind, dass Athleten, Teams und Organisatoren gute Gründe haben, über eine Verlagerung nachzudenken.

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10 Kommentare

  1. 30. März 2020 at 12:53 —

    Kerner kam auch zurück und unsere “Mutti” kann trotz der Atemwegserkrankung auch zu uns sprechen. Entweder ist das Ding selektiv oder einfach nur halb so schlimm, wie die Krankheiten, die wir bereits kennen.

  2. 30. März 2020 at 13:30 —

    Ich bin mittlerweile richtig genervt von dieser Situation. Neulich hätte ich fast so einen halbhohen “Security” fast eine geklatscht. Wusste nicht, dass er ein Aufpasser war.
    Der verwies auf so ein dämliches Pappschild. Ich habe es mir gar nicht durchgelesen und dachte nur: “Hör auf zu nerven.” und lief an ihm vorbei.
    In dem Moment sprang er zwischen mir und die Tür und versperrte sie. Ich habe ihn gegen die Glaswand geschmissen und meinen Ellenbogen gegen seinen Hals gepresst, während die Recht schon aufgeladen war.
    “Security! Sie müssen einen Wagen nehmen für den Abstand!!! Bitte.”
    Stand auf dem Scheißschild drauf. Ich habe erst gar nichts kapiert. Ich sagte nur, dass ich nur Milch brauche.
    Schön peinlich die Szene.

    • 30. März 2020 at 16:19 —

      “Ich habe ihn gegen die Glaswand geschmissen und meinen Ellenbogen gegen seinen Hals gepresst, während die Recht schon aufgeladen war”.

      Schade das du dir nicht selber die Hand gebrochen hast du Held ^^

  3. 30. März 2020 at 15:06 —

    @ Monsta

    Kann ich nachvollziehen. Ich frage mich auch, warum ich jetzt überall nen Wagen nehmen MUSS. In der Regel ist das, was ich kaufen würde (Toilettenpapier) eh nicht da. Ich habe jetzt seit 3 Wochen keines mehr bekommen. Was machen die Leute mit ihren Kellern voller Klopapier??? Ich war heute Morgen in 5 Geschäften … Fehlanzeige.
    (OK …war off topic … zumindest, was den Artikel angeht)

    • 30. März 2020 at 15:37 —

      der Druck muss halt einfach raus. Wenigstens bin ich mit der Firma nicht betroffen.

    • 30. März 2020 at 16:33 —

      Ich gehe mal stark davon aus das wir in den nächsten Monaten keine Boxkämpfe sehen werden, allerdings hoffe ich das ich mich mal wieder täusche!? Solange es in vielen oder eher gesagt den meisten Ländern Beschränkungen des öffentlichen Lebens gibt wird es wohl auch keine Veranstaltungen geben.

      @ Schreiberling

      Ich weiß ja nicht aus welcher Ecke des Landes du kommst ( ich aus BW )…habe 14 Tage vergeblich versucht Klopapier aufzutreiben…immer morgens in die Supermärkte und Drogeriemärkte bis mir jemand den Tipp gegeben hat Nachmittags zu gehen und siehe da…an 3 verschiedenen Tagen jeweils Toilettenpapier in dem Regal, jetzt reicht es erstmal, wurde auch langsam eng, hatte nur noch eine Rolle!

  4. 31. März 2020 at 14:23 —

    @ Luzifer

    Ich habs eigentlich schon zu allen Tageszeiten versucht

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