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Corona macht auch vor Boxern nicht halt

Nachdem der Boxsport zu dieser Zeit wegen der gegenwärtigen Pandemie und den damit verbundenen Verboten fast völlig zum Erliegen gekommen ist, werden auch immer mehr Corona-Fälle bekannt, die Boxer betreffen. Damit wird einmal mehr deutlich, dass diese Viren vor nichts und niemanden halt machen, selbst wenn man noch so gesund lebt und Sport treibt.

Gestern gab der amerikanische Schwergewichtler Travis Kauffman (32(23)-3(2)-0) bekannt, dass es auch ihn getroffen hat. Der 34-jährige Kauffman wollte nach einer Pause von über einem Jahr nach seiner KO 10 Niederlage gegen Luis Ortiz eigentlich am 11. April in den Ring zurück kehren und in Minneapolis gegen den 41-jährigen Nick Guivas (14(9)-10(6)-3) einen Aufbaukampf bestreiten. Der Kampf ist im Moment noch bei BoxRec eingetragen, wird aber auf jeden Fall abgesagt.

Kauffman stand einmal recht hoch im Ranking des Verbandes WBC und machte sich Hoffnungen auf einen WM-Kampf gegen Deontay Wilder. Niederlagen gegen Amir Mansour (2017) und zuletzt 2018 gegen Luis Ortiz durchkreuzten seine Pläne in Reihe 1 des Schwergewichts vorzudringen. Kauffman bleibt vorsichtig zuversichtlich und verkündete sinngemäß: „Bitte behalten Sie mich und meine Familie im Gebet. Ich bin positiv auf Covid-19 getestet. Auch das wird vergehen.“

Kauffman gab auf Facebook ein Statement ab:

Ich bin äußerst dankbar und überwältigt von all den Botschaften und Anrufen, die ich von Menschen erhalten habe, die sich um mich sorgen. Ich hatte oft das Gefühl, dass sich die Leute nur um mich kümmerten, wenn ich im Ring zum boxen war, also bedeutet mir das mehr, als Sie jemals wissen werden. Ich werde nicht in der Lage sein, jede Nachricht zu lesen und zu öffnen, aber ich weiß, dass ich jedem einzelnen von Ihnen danke, besonders denen, die Sachen bei mir zu Hause abgegeben haben.

Ich bin wirklich schockiert, aber es zeigt, dass es noch eine Menge großartiger Menschen auf der Welt gibt. Gerade als ich den Glauben an die Menschheit verloren habe, habt ihr mir gezeigt, dass man das noch nicht tut.

Ich danke euch allen.“

Wohin uns die Corona-Reise noch führen wird und wie lange diese ganze Angelegenheit noch andauern kann, ist völlig ungewiss. Auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken posten diverse Boxer, wie sie sich in heimischen 4 Wänden fit halten und nach besten Möglichkeiten weiter trainieren. Alle größeren Boxevents sind vorläufig abgesagt und damit sind auch anstehende Titelkämpfe auf ungewisse Zeit verschoben.

Es hängt alles davon ab, wie die allgemeine Entwicklung in dieser Krise weiter geht. Man geht auch in den verschiedenen Ländern recht unterschiedlich damit um. In den USA hat man lange versucht, das Problem zu ignorieren und runter zu spielen. Ein sprunghafter Anstieg der infizierten Personen auf jetzt über 85 000 war dann aber doch Anlass genug, die Grippewelle ernst zu nehmen. Immerhin haben die USA mit dieser Zahl an infizierten Personen sogar China (81 000) überholt. In Metropolen wie New York und New Orleans sind die Straßen plötzlich fast menschenleer. Im Gegensatz dazu läuft der normale Alltag in Schweden fast unbeeindruckt weiter. Schulen, Geschäfte und Gaststätten sind normal geöffnet und es wird überall ganz normal gearbeitet, ohne dass es eine rasante Verbreitung des Corona-Virus gibt.

Hoffen wir mal, dass es allen Betroffenen bald wieder besser geht. Bevor der Boxsportalltag mit den verschobenen Kämpfen und vielen neuen Veranstaltungen wieder regulär aufgenommen werden kann, werden wohl noch einige Monate vergehen.

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