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Coach Ottke: Ikram Kerwat kann das Frauenboxen wieder populär machen!

Trainer Sven Ottke ist davon überzeugt, dass seine Boxerin Ikram Kerwat alle Voraussetzungen mitbringt, um das Frauenboxen in Deutschland wieder populär zu machen. Natürlich muss die 32-Jährige zunächst aufgebaut werden und sich dabei gegen immer stärkere Gegnerinnen beweisen. Aber „Svenni“ kennt die Stärken der Leichtgewichtlerin aus Berlin. Besonders ihre enorme Physis und Schlagkraft sollen auch ihre nächste Gegnerin beeindrucken.

Am 9. April 2016 wird Ikram Kerwat (5-0, 4 K.o.´s) in der Potsdamer MBS Arena ihren ersten internationalen Titelkampf gegen Gina Chamie (13-5, 6 K.o.´s) aus Ungarn bestreiten. Erst vor einem Jahr feierte Kerwat ihr Debüt als Profiboxerin und nun geht es um die vakante WBC-International Meisterschaft der Frauen. Der ungeschlagene Ex-Weltmeister Sven Ottke wird mit seiner Erfahrung aus 34 Profikämpfen sicher hilfreich in der Ringecke von Kerwat sein.

In Kienbaum schwärmte Wegner noch von „seinem Phantom“ und so verwundert es auch nicht, dass dieser die Boxschule von seinem ehemaligen Coach weiterführt. Das Trainingslager in Kienbaum mit dem Sauerland-Team war für die gebürtige Tunesierin keine große Umstellung. Ulli Wegner, Georg Bramowski sowie Sven Ottke haben dasselbe Verständnis vom Boxen. Natürlich kamen auch neue Dinge wie das Sparring gegen Kubrat Pulev hinzu. In die Trainingsgruppe mit Arthur Abraham, Jack Culcay, Kubrat Pulev und Co. wurde die Boxerin herzlich aufgenommen und fühlte sich sichtlich wohl. Selbst beim Lauftraining konnte sie mit ihren männlichen Kollegen mithalten und bekam auch keine „Extrawurst“, weil sie eine Frau ist. Gefährlich sei es nur, wenn man sich dabei an Pulev hält, da dieser gerne neue Laufstrecken erkundet und man dann viel länger unterwegs ist als vorgesehen.

Aber das ist kein Problem für die Berliner Boxerin, da sie unter Sven Ottke sehr ehrgeizig trainiert und dies als große Ehre ansieht: „Faulheit beim Training duldet er nicht!“ Dass der Ex-Boxer den Schritt zum Trainer gewagt hat, ist für sie auch nicht überraschend, denn „Boxer bleiben immer Boxer!“ Daher pendelt Ottke nun zwischen Karlsruhe und Berlin, um seine Boxerin zu betreuen.

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Kerwat weiß, dass es schwierig ist sich als Boxerin zu profilieren und deshalb achtet sie darauf, dass sie nicht nur im Ring glänzt, sondern auch in der Außenwahrnehmung ernst genommen wird. Denn „eine Boxerin muss Klasse haben!“ und diese versprüht die sympathische und selbstbewusste Sportlerin sofort. Nein, Kerwat ist keine Frau, die zufällig zum Boxen gekommen ist und sich durch Nacktfotos oder ein knallpinkes Outfit einen Namen zu machen versucht. Bei ihr stehen Bodenständigkeit, Leistung und das Boxerische im Vordergrund.    Das sie dazu noch eine Augenweide ist, dafür kann sie ja nichts. Schönheit und Härte müssen sich nicht ausschließen, aber Eitelkeiten haben im Boxring nichts verloren. Das hat sie schon im zarten Alter von neun Jahren erfahren als sie mit dem Boxen in Ihrer Heimatstadt Beja in Tunesien begann und prompt einen Nasenbruch erlitt. Zuvor war sie immer wieder an einer Armeekaserne vorbeigelaufen und wurde so zum ersten Mal auf den Boxsport aufmerksam.

Ihre sportliche Karriere startete sie allerding schon als Vierjährige mit dem Judo. Mit zehn Jahren wurde sie Afrikameisterin und trainierte noch ein Jahr parallel das Boxen. Dann folgte kurz vor ihrem 13. Geburtstag der Umzug nach Frankfurt am Main, wo sie ihren nächsten Trainer Efraim Chapman, den ehemaligen Weltmeister und mehrfachen Europameister im Kickboxen und Karate, kennenlernte. Mit 19 Jahren wechselte sie zu Emil Freihaut vom CSC Frankfurt und sechs Jahre später kam der Umzug nach Berlin, weil die ausgebildete Physiotherapeutin und Personaltrainerin ihre Karriere weiter vorantreiben wollte. Für den SC Eintracht Berlin bestritt sie als Amateurboxerin drei Kämpfe (zwei Siege, einer davon durch K. o. und eine Niederlage), wurde 2010 Berliner Meisterin und belegte im selben Jahr den 3. Platz bei der Deutschen Meisterschaft. Nach der Geburt ihrer zwei Kinder begann die verheiratete Boxerin Ende 2013 Ihre Profikarriere. Das Profiboxen hat sie schon immer deutlich mehr angezogen als der Amateurboxsport und so feierte Ikram Kerwat am 27. Februar 2015 ihr Profidebüt in der Berliner Universal Hall. Seitdem ist in fünf Fights ungeschlagen, viermal siegte sie durch technischen Knockout. Seit dem 12. Dezember 2015 ist Kerwat die amtierende Internationale Deutsche Meisterin im Leichtgewicht und nun soll es stetig bergauf gehen.

Heute kann die Athletin von ihrer großen Leidenschaft Boxen leben und schätzt sich glücklich, dass ein professionelles Team um Manager Andreas Greiner ihr in allen Bereichen tatkräftig zur Seite steht: „Im Ring kann ich so stark sein und so viele Titel gewinnen, wie ich will. Ohne meinen Trainer, meinen Manager, meine Sponsoren und meine Familie, die mich auf meinem Weg unterstützen, ist eine erfolgreiche Profilaufbahn gar nicht denkbar.“

Mit einem Sieg in Potsdam möchte Kerwat ihrem großen Traum eines Weltmeistertitels näherkommen und auch Ottke ist sich sicher: „Wir sind auf dem Weg zur WM!“

Foto: Anna Mieskes-Petrenko

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