Top News

Claus „Attila“ Parge stirbt mit 68

Claus „Attila“ Parge stirbt mit 68

Er brachte das Profiboxen nach Stuttgart, war Buchautor, Schauspieler, Zuhälter, Szene-Wirt und „ein Guter“, wie viele sagen, die ihn kannten. Am Freitag ist Claus „Attila“ Parge im Alter von 68 Jahren in Höfingen an Organversagen gestorben.

Schon als Schüler kam Parge zum Boxen und durchlief eine vielversprechende Amateurkarriere. Mehrfach wurde er Deutscher Schülermeister im Halbschwergewicht, Württembergischer und Deutscher Juniorenmeister und auch bei den Senioren boxte Parge erfolgreich, war in den 80er Jahren Württembergischer und Süddeutscher Seniorenvizemeister. In Länderkämpfen wurde Parge mehrfach als bester Techniker ausgezeichnet.

Seinen ersten Profikampf bestritt „Attila“ Parge im Schwergewicht am 6. Dezember 1982 in Mannheim gegen den Lokalmatadoren Charly Graf, der nicht ohne Grund auch der „Ali vom Waldhof“ genannt wurde. Trotzdem konnte „Attila“ gegen Graf, der bereits 18 Profikämpfe auf der Uhr hatte, ein Draw erzielen.

Elf Mal stand Claus Parge als Profiboxer im Ring, ein Titel blieb ihm allerdings verwehrt: Am 11. Mai 1984 unterlag er Reiner Hartmann im Kampf um die Deutsche Meisterschaft im Schwergewicht durch technischen KO in der 5. Runde. 1985 hängte der 34-jährige nach einer Niederlage gegen den Hanauer Harald Edel die Handschuhe an den berühmten Nagel.

Ebenfalls 1985 stand Claus Parge – unter anderem mit Rene Weller – für den deutschen Actionfilm „Macho Man“ vor der Kamera. Die Kritiker der Zeitschrift film-dienst bezeichneten „Macho Man“ seinerzeit als öde „mit wenig origineller Handlung und drastischen Schlägereien“ und rieten vom Besuch des Kinofilms ab. 1991 erwirkte Weller zudem eine Unterlassungsklage gegen die Produktionsfirma des Films, die daraufhin alle Sexszenen mit ihm aus dem Film entfernen musste.

Claus Parge war ein Mann mit vielen Facetten, aufgrund seiner boxerischen Erfolge war er unter anderem in einer Zeit, als der Boxsport und das Rotlichtmilieu noch zusammengehörten, Leibwächter eines Saunaclubbetreibers. Parge war Zuhälter und Szene-Wirt, betrieb in einem Keller „die Ritze von Stuttgart“: drei Tische, eine Theke und ein Boxring.

Claus Parge mit seiner Ex-Frau Kerstin

2011 verlor die Stuttgarter Szenegröße durch einen Brand alle Fotos, Zeitungsberichte und Urkunden aus seiner aktiven Zeit, 2016 schloss Parges Kneipe „Lucky Punch“ im Bohnenviertel endgültig die Türen.

Nun ist auch der „Stadtpräsident“ gegangen.

 

 

 

Voriger Artikel

WBSS Turnier – Halbfinalkämpfe in Lafayette / Lousiana

Nächster Artikel

Wer wird Golovkins neuer Trainer?

1 Kommentar

  1. 30. April 2019 at 19:42 —

    Tja, der Tod macht vor niemanden Halt!

    Parge wurde zu einer Zeit Berufsboxer als das Boxen am in Deutschland am Boden war, wenn nicht sogar noch etwas tiefer……
    Leider konnte er als Profi auch nichts reissen!
    Habe den Kampf gegen Hartmann damals live verfolgt, Hartmann war auch nicht gerade der Überflieger, aber mindestens eine Klasse besser als Parge!

    R.I.P Claus

    @ Schreiberling

    Danke für den Artikel!

Antwort schreiben