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Claressa Shields will Geschichte schreiben

Es gab und gibt sehr viele Boxer und Boxerinnen, die es mit herausragenden Leistungen geschafft haben, in die Boxsport-Geschichtsbücher aufgenommen zu werden. Seit einigen Tagen gehört auch die Amerikanerin Claressa Shields dazu. Sie hat es geschafft, nach nur 10 Profikämpfen Weltmeisterin in 3 Gewichtsklassen geworden zu sein. Doch das scheint ihr noch lange nicht zu reichen. Sie will noch mehr Geschichte schreiben und sagte schon zu Beginn ihrer Profikarriere, dass sie die beste Boxerin aller Zeiten werden will.

Um diesen imaginären Status zu erreichen, will sie gegen eine Ikone des Frauenboxens kämpfen. Shields bringt einen großen Namen ins Gespräch: Laila Ali, Tochter von „The Greatest“ Muhammad Ali.

Man erinnere sich an eine Aussage von Shields aus dem Sommer 2017, kurz vor dem Kampf gegen die Augsburgerin Nikki Adler. Die damals 22-jährige US-Boxerin aus Flint, auch T-Rex genannt, machte keinen Hehl um ihre Ausnahmestellung in der internationalen Boxszene: „Ich trainiere nicht für sie. Ich trainiere um mich selbst zu schlagen. Sie hat nicht mein Niveau. Ich bin stärker und schneller als sie. Ich bin GWOAT: „Greatest Woman Of All Time“. Ich bin sogar stärker als Laila Ali.”

Nachdem sie damals Nikki Adler geschlagen und mit diesem Sieg sowohl WBC- als auch IBF-Weltmeisterin im Supermittelgewicht wurde, suchte sie stehts neue Herausforderungen. Sie verteidigte beide Gürtel einmalig gegen die bis dahin ungeschlagene Tori Nelson und kämpfte im Juni 2018 um zwei vakante WM-Titel im Mittelgewicht gegen Hanna Gabriels. Im April 2019 ging es um eine ganze Titelsammlung. Zwischen Claressa Shields und Christina Hammer wurde um die 4 Titel der großen Verbände IBF, WBA, WBC und WBO gekämpft. Oben drauf kamen noch der WBC-Diamondbelt und der Gürtel des „The Ring“ Magazine. Mehr geht wohl kaum. Shields gewann diesen Kampf recht deutlich und gab dabei nach Punktrichtermeinung nur eine bzw. zwei Runden ab. Zuletzt stand Shields gegen die Kroatin Ivana Habazin im Ring und holte sich dabei die Gürtel der Verbände WBC und WBO im Halbmittelgewicht.

Nachdem ihr Spektrum nun vom Kampfgewicht her nach oben und unten abgerundet zu sein scheint, kommt sie auf das zurück, was sie schon vor mehr als 2 Jahren von sich gegeben hat. Sie will in einem Kampf gegen Laila Ali beweisen, dass sie stärker und besser ist. Dazu muss man allerdings wissen, dass die mittlerweile 42-jährige Lala Ali bereits 2007 ihre Handschuhe an den Nagel gehängt hat. Sie beendete ihre Karriere als Weltmeisterin der Verbände WBC und IBA mit einem KO 1 Sieg über Gwendolyn O`Neil. Laila Ali war in ihrer Karriere Supermittelgewicht – Weltmeisterin in vier Verbänden.

Um ihrem Ansinnen Nachdruck zu verleihen, zieht Shields ein bisschen über die Siege von Ali her. Sie wäre nur hoch gekommen, weil sie die Tochter von Muhammad Ali ist und ihre Kämpfe gegen irgendwelche Fußballerinnen und Stripteasetänzerinnen wären nicht all zu viel wert. Der Kampfrekord von Layla Ali (24(21)-0-0) scheint sie also nicht sonderlich zu beeindrucken. Dass sie selbst mit 10(2)-0-0 im Profiboxen vergleichsweise unerfahrener dasteht, steht auf einem anderen Blatt. Immerhin war Shields als Amateurin in 64 Kämpfen 63 Mal erfolgreich und 2012 und 2016 Olympiasiegerin. Dazu kommen noch ihre Amateur-WM-Titel in den Jahren 2014 und 2016. Sie hat sich ihre Erfolge von ganz unten an selbst erarbeitet und konnte nie auf einen großen Namen wie „Ali“ bauen.

Claressa Shields wirft auch gleich ein paar Zahlen in die Diskussion. Sollte es zu einem Kampf zwischen ihr und Laila Ali kommen, soll die Siegerin eine Börse von 10 Mio Dollar erhalten. Die Unterlegene immerhin 5 Mio Dollar. Ob und wie solche Börsen überhaupt zu erzielen sind, ist natürlich völlig offen.

Hier einige youtube-Clips zu dem Thema. Ob es tatsächlich zu einem Kampf zwischen Ali und Shields kommt, liegt noch im spekulativen Nebel. Aber immerhin ist die Diskussion darüber angestoßen. Sollte das mediale Interesse daran steigen und eine entsprechende Marketing-Maschinerie erfolgreich anspringen, kann man wohl damit rechnen, dass dieser Kampf tatsächlich realisiert wird. Bei einer Aussicht auf 5 bis 10 Mio Dollar Börse wird sicher auch eine Laila Ali Interesse zeigen, noch einmal die Handschuhe anzuziehen. Shields hat mittlerweile klar und deutlich gesagt, dass sie Laila Ali heraus gefordert hat. Sie gibt Ali ein halbes Jahr Zeit, um gegen sie anzutreten. Warten wir mal ab, was daraus wird.

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5 Kommentare

  1. 20. Januar 2020 at 10:54 —

    Ein Kampf gegen Boxrentnerin L. Ali bringt gar nichts, wenn Shields Geschichte schreiben will soll sie gegen Cecilia Breakhus kämpfen, meinetwegen in einen Catchweight, und sie besiegen!

    • 20. Januar 2020 at 14:24 —

      Absolut richtig..
      dazu kommen wird es allerdings nicht..

    • 22. Januar 2020 at 02:03 —

      Denke auch das Breakhus mit ihren mittlerweile 38 Jahren noch immer zu stark ist für Shields. Aber im amerikanischen Boxen ist es ja durch Mayweather und Alvarez sehr beliebt geworden sich durch Past-Primers einen Namen zu machen. Warum nicht auch bei den Frauen.

  2. 21. Januar 2020 at 11:18 —

    naja, sollte es dazu kommen, dann landet sie in derselben Spalte im Geschichtsbuch wie Canelo…das ist doch mal ein Ziel!

  3. 21. Januar 2020 at 11:19 —

    Wollte sie nicht gegen Nunez im Oktagon antreten?

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