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Claressa Shields vs Ivana Habazin – der 3. Versuch

Der WM-Kampf zwischen Shields und Habazin sollte bereits im August 2019 stattfinden, wurde aber wegen einer Knieverletzung von Shields verschoben und dann auf Anfang Oktober nach Flint / Michigan, der Heimatstadt von Shields, verlegt. Bei einer Probe zum offiziellen Wiegen kam es zu einer tumultartigen Auseinandersetzung, bei der Habazins Trainer James Ali Bashier verletzt wurde. Der Kampf wurde darauf hin vorläufig abgesagt. Wir haben darüber ausführlich berichtet: (Klick) 

Jetzt also der dritte Versuch. Es geht um die beiden vakanten Titel der Verbände WBC und WBO im Superweltergewicht. Gekämpft wird in Atlantic City. Man sagt vor vielen Boxkämpfen, dass zwischen den Kontrahenten „böses Blut“ herrscht und versucht damit die Dramatik zu steigern. In diesem Fall ist das nicht nötig. Die Vorgeschichte zu diesem Kampf reicht aus. Man weiß mittlerweile nur zu gut, dass die beiden Frauen sich absolut nicht ausstehen können.

Claressa Shields sagt schon mal im voraus, dass der Kampf spätestens in der sechsten Runde vorbei sein wird. Offenbar traut die Amerikanerin der Kroatin nicht besonders viel zu und unterschätzt sie womöglich. Die 24-jährige Shields hat erst 9 Profikämpfe hinter sich und nur 2 davon vorzeitig gewonnen. Die 30-jährige Habazin aus Zagreb ist seit 2010 Profiboxerin und hat einen Kampfrekord von 20(7)-3(1)-0 vorzuweisen.

Ivana Habazin hat in diesem Kampf nicht viel zu verlieren. Ihre 3 Niederlagen kassierte sie in WM-Kämpfen gegen Gegnerinnen wie Cecilia Braekhus und Mikaela Lauren. Als Gastboxerin wird sie es in den USA allerdings schwer haben, einen womöglich engen Kampf nach Punkten zu gewinnen. Aber das kennt man ja kaum anders. Habazin fühlt sich durch die Ereignisse im Oktober gestärkt und meinte: “Ich habe seit Oktober darüber nachgedacht und ich habe jetzt mehr Ansporn durch das, was passiert ist. Ich habe das Gefühl, für James Ali Bashir sowie für meinen eigenen Stolz und Respekt zu kämpfen. Ich kämpfe auch für mein Land. Ich möchte die Kroaten stolz machen, dass ich ihre Tochter bin und ich fühle, dass ich es jetzt bin.” Große Worte, denen hoffentlich auch eine große Leistung im Ring folgen wird.

Ein weiterer Frauen-WM-Kampf findet zwischen der Amerikanerin Alicia Napoleon Espinoza und der Schwedin Elin Cederroos statt. Dabei wird um die beiden Titel der Verbände IBF und WBA im Supermittelgewicht gekämpft. Auch hier ist der Ausgang des Kampfes völlig offen. Die 33-jährige Alicia Napoleon ist dafür bekannt, dass sie ihre Kämpfe immer mit der Brechstange gewinnen will. Gelingt das nicht, hat die Schwedin es in der Hand, durch eine bessere Performance bei den Punktrichtern Boden gut zu machen. Zur Erinnerung: Napoleon unterlag vor 3 Jahren Tori Nelson, bei der sie mit ihrem Boxstil absolut nichts erreichte und gnadenlos ausgepunktet wurde.

Auf der Card vertreten ist auch der russische Schwergewichtler Apti Davtaev. Mit einem imposanten Kampfrekord von 18(17)-0-1 wird er gegen einen Journeyman aus Virginia antreten. Etwas anderes als ein weiterer vorzeitiger Sieg ist da nicht zu erwarten. Gegenwärtig belegt der Russe allerdings nur #147 in der Boxrec-Liste. Auch in Russland ist er erst auf #9 zu finden. Es sieht so aus, als wolle man seinen Kampfrekord aufbauschen und ihn dann womöglich als „würdigen Gegner“ in einen gut bezahlten Kampf zu schicken.

Im Weltergewicht tritt der 22-jährige Jaron Ennis (24(22)-0-0) aus Philadelphia gegen den 33-jährigen Kasachen Bakhtiyar Eyubov (14(12)-1-1) an. Hier ist kaum zu erwarten, dass der Kampf von den Punktrichtern entschieden wird.

Hier die Pressekonferenz zu der Veranstaltung am Freitag in Atlantic City:

 

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