Top News

Claressa Shields siegt nach Punkten

Mit einem klaren Punktsieg von drei Mal 100:90 über die Kanadierin Marie-Eve Dicaire ist es Claressa Shields aus Flint/Michigan gelungen, die Titel der Verbände IBF, WBA, WBC, WBO und den Gürtel des „Ring Magazine“ auf sich zu vereinen. Der Kampf fand im Super-Weltergewicht vor 375 zugelassenen Zuschauern statt. Die 4 „großen“ Gürtel einer Gewichtsklasse zu besitzen, ist für Shields nicht neu. Das gelang ihr zuvor auch schon im Mittelgewicht.

In den ersten Runden versuchten beide Boxerinnen erst einmal mit dem Jab die optimale Entfernung zueinander zu finden. Schon von Beginn an fällt auf, dass hier ein Klassenunterschied vorhanden ist. Während die Kanadierin viel zu zögerlich boxt, hat die Heimboxerin immer eine Hand mehr drin und sichert sich so eine Runde nach der anderen. Das Einzige, was Dicaire einigermaßen gut kann, ist ihre Beinarbeit. Sie bietet kein statisches Ziel, was Einfluss auf Shields Trefferquote hat.

In der Kampfmitte gab es ein paar knappere Runden, aber für einen Rundengewinn von Dicaire reichte es nicht. Auch wenn ihr zum Rundenende hin ab und zu mal ein paar gute Treffer gelangen, brachte ihr das keine Punkte. Sollte man ihr ein Arbeitszeugnis ausstellen wolle, würde das wohl was von „sie war stehts bemüht“ stehen. Shields arbeitete sich an Dicaire ab und investierte dabei viel Kondition. Auch zum Kampfende hin gab es wenig spektakuläres und eine Runde glich der anderen. Shields Suche nach einem knock-out Sieg blieb erfolglos. Nach dem Schlussgong reckten beider Boxerinnen die Arme hoch. Shields mit dem Sieg vor Augen. Dicaire wohl eher wegen der Gewissheit, die 10 Runden überstanden zu haben.

Bild: “Boxing Updates”

Dieser Kampfausgang war gewiss noch deutlicher, als man es erwartet hätte. Dicaire fehlte es einfach an boxerischem Können und erst recht an der Power, wenigstens ein paar der 10 Runden für sich zu entscheiden. Hier hat Shields wenigstens in einigen Punkten mehr vorzuweisen. Allerdings fehlt es auch ihr an Schlaghärte, um eine halbwegs gute Gegnerin vorzeitig zu schlagen.

Vielleicht sollte man tatsächlich darüber nachdenken, bei Frauenkämpfen die Kampfdauer pro Runde von 2 auf die bei Männern üblichen 3 Minuten zu erhöhen. Ansonsten ist es immer wieder so, dass eine bereits „angeklingelte“ Boxerin sich in die Pause retten und erholen kann.

Voriger Artikel

Yoka stoppt Djeko in Runde 12

Nächster Artikel

„Doppelter Angriff. Teil 1.“

Keine Kommentare

Antwort schreiben