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Christopher Martin feiert ungefährdeten Arbeitssieg gegen Jose Silveira

Superbantamgewichtstalent Christopher Martin blieb am Freitagabend dank eines einseitigen Punktsieges über Jose Silveira auch in seinem fünfundzwanzigsten Profikampf unbesiegt.  Der 25-jährige US-Amerikaner, der vor dem Kampf bereits bei der WBC auf Rang 10 und bei der IBF und WBO sogar auf Platz 5 geführt wurde, hält sich damit weiter auf Titelkurs, auch wenn sein technischer Kampfstil den Zuschauern in Arizona nicht sonderlich zusagte.

Jose Silveira war als Aufbaugegner engagiert worden, und der mexikanische Journeyman tat genau das, was von ihm erwartet wurde: Er bot einen ansehnlichen Kampf indem er sein Bestes gab, ohne Martin dabei jemals wirklich gefährlich zu werden. Dem kam er noch in der Auftaktrunde am Nächsten, als er plötzlich einen bösen linken Aufwärtshaken landen konnte, der Martin jedoch nicht wirklich beeindruckte. Der Favorit zog seinen Kampf hinter seinem Jab auf und vertraute ganz auf seine boxerische Überlegenheit. Als größerer Mann mit zudem noch besserer Technik und schnelleren Händen hatte er aus der Distanz klare Vorteile, auch wenn er sich die meiste Zeit leicht in den Rückwärtsgang gedrängt sah. Martins Workrate fiel zu diesem Zeitpunkt noch relativ niedrig aus, doch wenn er schlug, landete er meist effektive Treffer. Silveira hielt gut dagegen und erregte in der zweiten Runde mit einer schönen Kombination Aufmerksamkeit, als er einer guten rechten Geraden einen noch besseren linken Haken folgen ließ, bevor er einen guten Schlussspurt hinlegte.

Insgesamt lagen die Vorteile jedoch auf Seiten von Martin. Dieser wechselte in seinen Angriffen immer wieder schön vom Kopf zum Körper und umgekehrt und zeigte gleichzeitig auch eine gute Defensivleistung. Aufgrund seiner fehlenden Schlagkraft, welche seine gerade mal sechs KOs in 25 Kämpfen belegen, gelang es ihm jedoch zu keinem Zeitpunkt Silveira auch nur in die Nähe eines KOs oder Niederschlags zu bekommen. Die Runden plätscherten ein wenig dahin, während die ersten Buhrufe im Publikum laut wurden, obwohl dieses ein ordentliches technisches Duell mit wenigen Unterbrechungen durch Clinches geliefert bekam.

Erst ab der siebten Runde nahm das Tempo etwas zu, was allein an Martin lag, der nun seine Schlagfrequenz noch mal erhöhte und nun noch mehr dominierte. Einige gute Kombinationen, bei denen zumeist ein guter linker Haken zum Körper dabei war, brachten wieder mehr Leben in das Publikum, und davon angestachelt bot Martin diesem auch in Runden Acht und Neun noch einmal mehr. Zudem bekam Silveira in der neunten Runde noch einen Punkt abgezogen, auch wenn der Ringrichter nicht wirklich deutlich machte wofür. Wenig zuvor hatte er Silveira fürs Halten ermahnt, doch bei dem Punktabzug war davon nicht viel zu sehen. Die zehnte und letzte Runde bestimmte, wie eigentlich den ganzen Kampf, wieder einmal Martin, dessen Auge, Timing und Distanzgefühl ihn jederzeit die Oberhand haben ließen,

Die Punktrichter wurden nach dem letzten Gong zu Rate gezogen und sahen in Christopher Martin den klaren und verdienten Sieger mit 98-91, 99-90 und 99-90. Trotz des deutlichen Ergebnisses konnte Martin allerdings zum zweiten Mal in diesem Jahr nicht vollends überzeugen. Im Mai hatte er noch eine umstrittene Punktentscheidung gegen Charles Huerta gewonnen, während er dieses Mal gegen einen sehr durchschnittlichen Gegner zwar klar gewann, dabei aber nicht glänzen konnte. 2010 hatte Martin noch ein deutlich besseres Jahr gehabt, als er durch einen Sieg gegen den gehypten ungeschlagenen Chris Avalos auf sich aufmerksam gemacht hatte und auch sonst weitere imposante Siege eingefahren hatte.

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