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Christian Thun: „Es war nicht die Frage, ob ich Profi werde, sondern nur wo, wann, mit wem und wie!“

Christian Thun, der Neuzugang der Universum Box-Promotion im Interview. Wir stellen den deutsch-italienischen Schwergewichtler aus Miami vor.

Geboren bist du in Ennepetal?

Christian Thun: „Genau, im schönen Ennepetal.“

Und wie bist du nach Italien gekommen?

Christian Thun: „Ich bin am 24. Februar 1992 in Deutschland geboren, am selben Tag wie Floyd Mayweather Junior. Dann sind wir nach Vicenza in Italien gezogen, meine Mutter ist Italienerin. Dort war ich ein paar Jahre. Mit zwölf oder dreizehn Jahren bin ich dann nach England gezogen und habe meine Amateurkarriere als Boxer angefangen. Ich habe von 49 Amateurkämpfen ungefähr 95 Prozent in England bestritten. Weil ich kein Engländer war, habe ich dort nie international boxen können. Dafür habe ich bei den englischen Meisterschaften und lokalen Turnieren mitgeboxt. Zweimal stand ich mit Joe Joyce im Ring, aber habe zweimal in London im Finale verloren. Beim ersten Mal war ich 19 und beim zweiten Kampf 20 Jahre alt. Als groß gewachsenes Kind habe ich mit guten Leuten Sparring machen könne und die englische Atmosphäre beim Boxen eingesaugt.“

Wo wolltest du deine Karriere als Profiboxer aufbauen?

Christian Thun: „Mein Ziel war es nie wirklich in Deutschland zu boxen. Es war immer England oder die USA. Allerdings habe ich 2013 die Möglichkeit bekommen als Amateurboxer in Italien zu kämpfen und einen Platz im italienischen Olympia-Team zu bekommen.“

Bist du auch schon in Italien mit dem Boxsport in Berührung gekommen?

Christian Thun: „Ich hatte schon die Handschuhe hier und da an, aber es war nie so richtig interessant. In England kam ich in das Peacock Gym, was wirklich eine top Boxbude ist. Da habe ich die Profis gesehen und es war extrem spannend. Dort wollte ich unbedingt boxen und hatte meine ersten Amateurkämpfe. Das war wie eine Sucht, die mehr und mehr gewachsen ist. Es war gar nicht die Frage, ob ich irgendwann Profi werde, sondern nur wo, wann, mit wem und wie. Ich wurde von der Boxszene überflutet.“

Wie bist du auf den Boxsport gekommen?

Christian Thun: „Das war ein Zufall. Ich bin in das Peacock Gym hinein marschiert. Es ist in der Nachbarschaft wie ein soziales Zentrum. Sie haben eine Bar vorne, wo man Kaffee trinken kann. Es lag auf meinem Weg zur U-Bahn und sah schön aus. Draußen steht eine große Statue von einem Boxer, der in den siebziger Jahren nach einem Kampf verstorben ist. Da bin ich stehen geblieben, habe die Statue gesehen und mich nach dem Boxer erkundigt. Es war Bradley Stone, ein ehemaliger Boxer aus dem Boxclub. Im Gym und fiel ich auch durch meine Größe auf. Ich war 13 oder 14 Jahre alt und sah schon aus wie Mitte 20. Das ist natürlich übertrieben, aber ich war schon sehr groß und habe angefangen zu boxen. Die Atmosphäre passte und wir hatten ein paar gute Jungs und auch die Profis da. Es war wie eine Familie.“

In welchem Alter hattest du deinen ersten Amateurkampf?

Christian Thun: „Mit 15 Jahren. Ich habe relativ spät mit dem Boxen begonnen, aber ich hatte immer sehr gute Trainer und in England sehr gut trainieren können. Wir haben quasi seit dem ersten Tag zweimal pro Tag trainiert. Ich habe sehr früh mit interessanten Leuten Sparring gemacht. Mit Profis, Amateuren und Gypsies. Jeder Gypsy, auch mit kleiner Wampe, kann boxen. So habe ich als Jugendlicher mit erwachsenen Männern hartes Sparring gemacht. Ich wollte immer lernen und war der Erste im Gym.“

Du bist studierter Wirtschaftswissenschaftler, also hast du neben dem Studium deine Amateurkarriere verfolgt?

Christian Thun: „Ja, genau.“

Wie viele Sprachen sprichst du?

Christian Thun: „Ich kann drei Sprachen fließend sprechen: Deutsch, Englisch und Italienisch. Weiter habe ich Grundkenntnisse auf Spanisch, wo ich fast fließend bin. In England bin ich mit Jungs aus Osteuropa aufgewachsen, vor allem aus Russland und der Ukraine. Da habe ich angefangen Russisch zu lernen und Kurse besucht. Da habe ich Grundkenntnisse und es ist mein Ziel meine fünfte Sprache fließend zu lernen.“

Wie lange hast du in Deutschland gelebt?

 Christian Thun: „Ich bin in Deutschland geboren und dann mit fünf Jahren nach Italien gezogen. Ich war kaum in Deutschland.“

Und wie lange hast du in Italien gelebt?

Christian Thun: „Neun Jahre.“

Wie war der Umzug von Italien nach England?

Christian Thun: „Es war schon ein bisschen anstrengend, aber England war auch ein cooles Land. Ich habe dort schnell Freundschaften geschlossen und hatte nie Probleme mich zu integrieren. Ich war doppelt so groß wie alle anderen und daher nicht scheu.“

Das ganze Interview:

Mehr Informationen zum Boxpodcast gibt es hier: http://boxpodcast.de/wordpress/

Foto: Instagram Christian Thun

Quelle: Der Boxpodcast

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1 Kommentar

  1. 25. Mai 2020 at 21:47 —

    @ Schreiberling

    @ reineckfuchs

    Ich weiss ja warum ihr zwei am lästern seit, aber besser einen Bericht zu lesen als einen, von der Tonqualität schlechten Pocast anzuhören…und lesen geht eh schneller!
    Abgesehen davon,…ihr könnt mit guter oder auch schlechter Kritik auch nicht wirklich umgehen…..

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