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Chris van Heerden verteidigt IBO-Titel gegen Matthew Hatton nach Punkten

Am Samstagabend gelang dem 25-jährigen Südafrikaner Chris van Heerden vor heimischem Publikum eine erfolgreiche Titelverteidigung seines IBO-Gürtels im Weltergewicht. In Johannesburg schlug er den britischen Herausforderer Matthew Hatton in zwölf Runden knapp nach Punkten. Den Grundstein dafür legte er in den mittleren Runden mit einer guten Workrate und mit guter Arbeit zum Körper, doch Hatton machte es am Schluss noch einmal eng, auch wenn das Punkturteil dies nicht widerspiegelte.

Matthew Hatton setzte den ersten Akzent im Kampf, als er, nachdem beide Boxer einige Jabs geschlagen hatte, einem Jab eine gute rechte Gerade zum Kopf folgen ließ. Beide Boxer begegneten sich in der Ringmitte, doch van Heerden übte ein wenig mehr Druck aus. Ringrichter Howard Foster missfiel jedoch dessen unsaubere Art, so dass er ihn schon früh ermahnte die Ellenbogen nicht zu benutzen. Nach einer ziemlich ausgeglichenen Eröffnungsrunde, in der sich beide nicht viel nahmen, aber Hatton vielleicht leichte Vorteile hatte, erwischte van Heerden die bessere zweite Runde. Mit einem guten Haken zum Körper landete er den vielleicht besten Treffer der Runde, und auch wenn Hatton ebenfalls seine Momente hatte, lagen die klareren Treffer wohl beim Südafrikaner.

Van Heerden hatte Erfolg mit seinem rechten Aufwärtshaken und rechten Haken zum Körper und wirkte ein wenig zu explosiv für Hatton, der zwar einen guten Jab anbot, aber auch nicht mit van Heerdens Workrate mithalten konnte. Nach einem unvorbereiteten rechten Aufwärtshaken geriet Hatton in Runde Drei sogar kurzzeitig ein wenig ins Wackeln, doch auch für van Heerden lief nicht alles perfekt, als er in der gleichen Runde eine Cutverletzung über dem rechten Auge erlitt. Matthew Hatton landete in Runde Vier einen harten linken Haken zum Kopf, doch zu diesem Zeitpunkt schien kaum etwas van Heerden davon abzuhalten weiter nach vorne zu marschieren.

Der feine Unterschied zwischen den Boxern lag in van Heerdens besserem Timing und seinen leichten Reichweitenvorteilen, da Hatton sich schwer tat aus der Distanz heraus Treffer anzubringen ohne vorher von van Heerden erwischt zu werden. In Runde Fünf wurde der Kampf, der insgesamt etwas hektisch und teilweise unkoordiniert wirkte, zudem unsauberer, so dass der Ringrichter mehrere Warnungen aussprechen musste. Im sechsten Durchgang wurde es jedoch zuschauerfreundlich, als die beiden Boxer, wohl vom nun stark blutenden Cut van Heerdens angeregt, offener agierten und harte Treffer landeten. Der Nennenswerteste gelang jedoch dem Südafrikaner, als dieser Hatton beim Heranstürmen erwischte und mit einer brutalen Linken ins Wackeln brachte.

Van Heerden investierte weiter gut in Körpertreffer, doch sein Cut machte ihm zunehmend Probleme, da das Auge immer mehr zu schwoll und das Blut weiter floss. Nichtsdestotrotz blieb er auch in den Runden Sieben und Acht der etwas bessere Mann im Ring und landete die deutlich härteren Treffer. Der Kampf war wieder ziemlich unsauber geworden mit vielen Clinches, Hinterkopfschlägen, Ellenbogen und anderen Fouls. Die Nahdistanz schien Matthew Hatton jedoch nicht zu schaden, und so erwischte er eine bessere neunte Runde.

Van Heerdens Ecke hatte gute Arbeit geleistet und der Cut war in der zehnten Runde kaum ein Problem mehr, auch wenn die Leistung des Südafrikaners nachgelassen hatte seitdem er die Verletzung erlitten hatte. Beide Boxer wirkten jetzt ein wenig erschöpft, und während der Kampf eng blieb, hatte Matthew Hatton weiter leichte Vorteile im Infight, während van Heerden gute Aktionen aus der Distanz hatte. Als es in die letzten beiden Runden ging, schien van Heerden nach Punkten knapp vorne zu liegen, doch bei den vielen engen Runden konnte sich niemand sicher sein wie es genau stand. Deshalb warfen beide auch noch einmal ihre letzten Reserven in die Waagschale und lieferten sich zwei weitere enge letzte Runden, in der Hatton noch einmal leichte Vorteile hatte und so durch seinen guten Endspurt durchaus Chancen auf zumindest ein Unentschieden hatte.

Nach kurzer Pause wurde das Urteil der Punktrichter verlesen, das 118-110, 117-112 und 116-112 viel zu deutlich für Chris van Heerden ausfiel. Damit verteidigte Chris van Heerden seinen IBO-Titel zum zweiten Mal erfolgreich, nachdem er ihn im September 2011 gegen Kaizer Mabuza gewonnen hatte und in der Folge gegen Sebastian Andres Lujan verteidigt hatte. Er verbesserte seinen Kampfrekord auf 19 Siege bei einer Niederlage und einem Unentschieden, während Matthew Hatton zum siebten Mal in seinem zweiundfünfzigsten Kampf verlor.

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