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Chris ist der bessere Edwards – ringt Paul in tollem Kampf um den britischen Titel hinten heraus nieder

Der 35-jährige Brite Chris Edwards besiegte am Samstagabend seinen elf Jahre jüngeren Namensvetter Paul Edwards in einem hoch dramatischen und sehr zuschauerfreundlichen Kampf. Nach zwölf interessanten Runden sahen die drei Punktrichter den Commonwealthmeister auf den Punktzetteln ganz knapp vor dem verteidigenden britischen Champion. Chris Edwards Toughness und Physis siegten am Ende über die boxerische Klasse von Paul Edwards.

Von Anfang an legte Chris Edwards ein höllisches Tempo vor und versuchte Paul Edwards einen dreckigen Kampf aufzuzwingen, doch in den ersten beiden Runden gelang es Paul Edwards den Infight zu vermeiden und mit seiner überlegenen Technik den Kampf im Rückwärtsgang auf Distanz zu halten und von da aus zu bestimmen.  Beide Boxer waren ziemlich aktiv, doch Paul Edwards zeigte zu diesem Zeitpunkt die größere Präzision.

In der dritten Runde hatte Chris Edwards erstmals ein wenig mehr Erfolg und leichte Vorteile in einer ausgeglichenen Runde. Er hielt den Druck aufrecht, doch Paul Edwards kam mit einer dominanten vierten Runde zurück, in der er schöne Kombinationen und clevere Konter zeigte. Ab der fünften Runde demonstrierte er zudem einen fantastischen rechten Aufwärtshaken, der immer wieder sein Ziel fand, doch Chris Edwards zeigte sich zu keinem Zeitpunkt im Kampf von Paul Edwards Schlagkraft auch nur ansatzweise beeindruckt.

Paul Edwards, der noch nie in seiner Karriere mehr als sechs Runden geboxt hatte, ließ bereits in der sechsten Runde leicht nach, doch er konnte sie noch ausgeglichen gestalten und möglicherweise sogar mit einer schönen rechten Geraden mit dem Schlussgong noch gewinnen. Von da an war ihm allerdings zunehmend anzumerken, dass er dem hohen Tempo Tribut zollen musste. Chris Edwards sicherte sich die siebte, achte und neunte Runde deutlich, während Paul Edwards passiver wurde und sich den Kampf von seinem Gegner nun komplett aufzwingen ließ. Zwar verpasste er Chris Edwards in der achten Runde einen Cut über dem rechten Auge, doch Paul Edwards wirkte nun sehr müde, und war zudem sichtbar angeschlagen nach einem Körpertreffer in der neunten Runde, der allerdings auch etwas tief traf.

Doch in der zehnten Runde schien er plötzlich seine zweite Luft zu finden, was den Punktrichtern eine weitere schwer zu bewertende Runde bescherte. Während Chris Edwards die elfte Runde wieder klar dominierte, schmiss Paul Edwards im letzten Durchgang noch einmal alles in die Wagschale und lieferte einen tollen Schlussspurt zu einem fantastischen Kampf, den die Zuschauer mit Standing Ovations belohnten, ab. Ob es zum Sieg reichte mussten nun allerdings die drei Punktrichter entscheiden.

Und diese waren sich nicht einig. Zwei der drei sahen Chris Edwards mit 115-113 vorne, während nur einer Paul Edwards mit 115-114 als Sieger sah, was zu einem durchaus fairen Split Decision Sieg für den 35-Jährigen führte. Für Paul Edwards war es die erste Niederlage im neunten Profikampf und zudem der Verlust seines britischen Titels, während Chris Edwards in seinem dreiunddreißigsten Kampf seinen sechzehnten Sieg einfuhr. Der britische Titel muss nun als nächstes gegen Shinny Bayaar pflichtverteidigt werden, welcher den Titel letzten Dezember an verlor, als er in der ersten Runde einen Cut erlitt, der zum Abbruch führte. Die Regel, die damals Paul Edwards zum Sieger machte, wurde nur 17 Tage später geendet, so dass es dann ein technisches Unentschieden gegeben hätte. Zudem gab es nach dem Kampf direkt Interesse an einem Rückkampf der beiden Namensvetter.

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