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Chris Eubank jr besiegt James DeGale glanzlos

Man hat von diesem Kampf um den IBO-Titel im Supermittelgewicht mehr erwartet. Chris Eubank jr und James DeGale lieferten sich am Samstag in der Londoner O2-Arena einen größtenteils recht grottigen Kampf, bei dem beide Boxer weit davon entfernt waren, mit boxerischen Können zu glänzen. Nach 12 teilweise recht erbärmlich aussehenden Runden hatten die Punkrichter Chris Eubank jr mit 115:112, 114:112 und 117:109 vorne.

DeGale kam etwas besser in den Kampf als Eubank und holte sich die erste Runde. Im zweiten Durchgang hatte Eubank das Glück auf seiner Seite. Er erzielte einen Niederschlag, der aber folgenlos blieb. In den folgenden Runden entwickelte sich ein Kampf, der mehr vom „nicht Können“ als vom „wirklich Wollen“ geprägt war. Eubank versuchte sich in der Nahdistanz und DeGale schien überhaupt keinen boxerischen Plan zu haben, wie er in diesem Kampf mal ein paar Runden gewinnen kann. Fast alle Initiativen gingen, abgesehen von 2 oder 3 Alibiaktionen DeGales pro Runde, von Eubank aus.

Eigentlich war die Tendenz zu einem Punktsieg für Eubank bereits nach den ersten 6 Runden klar abzusehen. Von DeGale kam so gut wie nichts, womit er Eubank gefährlich werden konnte. Statt dessen verlegte er sich aufs Grimassen schneiden und Zunge rausstrecken. Er tänzelte ständig im Halbkreis um Eubank herum und fiel ihm klammernd in die Arme, sobald er angegriffen wurde. Selbst wenn er erfolgreich eine Aktion „weggeklammert“ hatte, versuchte er noch auf Eubank „aufzusatteln“ und Zeit zu schinden, wie man es aus früheren Zeiten von Sven Ottke kannte.

In Runde 10 musste DeGale aufs Knie. Nur das Rundenende rettete en sichtlich mitgenommenen DeGale. In Runde 11 das gleiche Spiel: DeGale will wieder auf den Rücken von Eubank klettern. Der bäumt sich auf und wirft den vermeintlichen Rodeoreiter ab. Prompt kassiert nicht DeGale, sondern Eubank für diese Aktion einen Punkt Abzug. Im letzten Durchgang sucht Eubank dann noch vergeblich eine vorzeitige Entscheidung. DeGale kommt stehend über die Runde und beide Boxer heben die Faust zum Sieg.

Fazit: DeGale sollte sich vorher überlegen ob er überhaupt boxen oder nur ein bisschen „kampeln“ will, bevor er einen Ring betritt. Und Eubank jr sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch seine Leistung wenig souverän war. Er hätte den ständig flüchtenden DeGale besser stellen und mit präzisen Schlägen hart treffen und den Kampf vorzeitig beenden müssen. Ein richtig guter Weltmeister hätte diesen Gegner wohl besser im Griff gehabt. Es ist angemesssener, Eubank jr als „IBO-Titelinhaber“ zu bezeichnen, denn weltmeisterlich war seine Leistung nun wirklich nicht.

In einem der Vorkämpfe besiegte Schwergewichtler Joe Joyce den übergewichtigen und völlig unmotivierten Bermane Stiverne. Der aus Haiti stammende Ex-WBC-Champ hinterlies dabei keinen besonders fitten Eindruck. Auch Heimboxer Joyce blieb weit hinter den Erwartungen zurück. In Runde 3 gab es einen Bodenbesuch von Stiverne, doch der Kampf sollte sich bis in die 6. Runde hinziehen, bevor der Ringrichter dieses lahme Spiel beendete. Stiverne hat scheinbar die Briefe von Kevin Johnson und Danny Williams gelesen und wird mit seinem Namen aus früheren Zeiten durch die Ringe der Boxwelt tingeln. Und Joyce? Er war nicht einmal in der Lage, einen Sandsack auf 2 Beinen zu finishen. Joe Joyce trägt jetzt den WBA „Gold“ Titel, was auch immer das zu bedeuten hat. Man sagt, er wäre damit der offizielle Herausforderer auf den regulären WBA-Titel. Warten wir mal ab, ob es zu diesem “Titelkampf” jemals kommt.

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2 Kommentare

  1. 25. Februar 2019 at 07:30 —

    der einzige der den Kampf hat erbärmlich aussehen lassen war dieser Stümper DeGale. Man kann nur hoffen, dass der Typ die Handschuhe an den Nagel hängt.

  2. 25. Februar 2019 at 15:11 —

    Es hätte eine Ringschlacht geben können…….aber da DeGale keinen Plan hatte, bzw. einen Schlagabtausch verhindern wollte, bloß nicht getroffen werden und lieber wresteln statt boxen und auch Eubank nicht wirklich suvarän wirkte, fand ich den “Kampf” eher grauenhaft, das war alles nur keine Werbung für´s Boxen!

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