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Chayaphon Moonsri verteidigt seinen Titel

Sowohl die Gewichtsklasse bei den Männern, als auch die fehlende Popularität der Boxer aus Asien trägt dazu bei, dass bestimmte Leistungen im Ring kaum wahrgenommen oder entsprechend gewürdigt werden. Zuerst fragt man sich: Bitte wer und welcher Titel denn? Man nimmt Notiz davon und hakt es dann irgendwie am Rande ab, ohne das solche Namen in das Langzeitgedächtnis der meisten Boxfans eingehen.

Der Thailänder Chayaphon Moonsri (51(18)-0-0), genau so (un-)bekannt auch unter dem Namen Wanheng Menayothin, hat am 29. August seinen WBC-Gürtel im Strohgewicht (bis 105 Pfund) verteidigt. Sein Gegner Pedro Taduran (12(9)-2-0) von den Philippinen musste sich über 12 Runden mit einer Punktwertung von 117:110, 118:108 und 115:111 geschlagen geben. Die Runden waren oberflächlich betrachtet alle recht ausgeglichen, aber der Weltmeister hatte bei fast jedem Schlagabtausch immer die entscheidende Hand mehr im Ziel.

Moonsri boxt seit 2007 als Profi und wurde bereits nach 2 Monaten in seinem 3. Kampf WBC-Juniorenweltmeister. Er holte 2009 einen WBC International-Interim-Titel und 2011 den WBC-Silver-Interim. Im Jahr 2012 wurde daraus der WBC-International, bevor er 2014 endlich um den „richtigen“ WBC-Titel im Minimumgewicht kämpfte und dabei dem Mexikaner Oswaldo Novoa den Gürtel abnahm. Der Kampf gegen Pedro Taduran war die 10. Titelverteidigung.

Nur nebenbei sei erwähnt, dass Moonsri jetzt über 50 Siege in Folge in seinem Rekord hat und damit den Rekord von Floyd Mayweather eingestellt und überholt hat. Man nennt ihn in seiner Heimat schon jetzt den „Thai Mayweather“. Das klingt zwar recht gut, bringt ihm aber bei weitem nicht die internationale Popularität und schon gar nicht die Börsen, die Money Mayweather für sich verbuchen kann. Moonsri hat noch nie außerhalb von Thailand gekämpft und auch wenn man sich seinen gestrigen Kampf ansieht: Es ist eher eine Turnhallen-Atmospäre, als die große Weltbühne des Boxsports, in der er kämpft.

Woran mag das liegen, dass untere Gewichtsklassen in Europa so wenig populär sind? Die Titelträger sind in der Regel Asiaten. Die Wahrnehmung liegt in diesen Gewichtsklassen kaum höher wie beim Frauenboxen. Während die Frauen in diesem Gewichtsklassenbereich noch gut vertreten und relativ bekannt sind, beginnt das Hauptinteresse bei dem Männern bis auf wenige Ausnahmen erst oberhalb des Weltergewichts.

Was meinen die Boxen.de Fans? Woran liegt es? Ist das Boxen in den „leichten“ Männerklassen weniger attraktiv oder ist es einfach nur eine Frage des Marketings? Spielt es eine Rolle, dass die Leitungsträger in den unteren Gewichtsklassen hauptsächlich Asiaten sind, deren Namen sich in Europa kaum einprägen? Sollten vielleicht mehr Kämpfe aus Asien auch in Europa live übertragen werden? 

Hier der ganze Kampf:

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1 Kommentar

  1. 30. August 2018 at 09:01 —

    Fuchs iss doch eigenlich ziemlich eindeutig warum die sehr kleinen GK nicht so beliebt sind in Europa. Die Atlethen sind meist etwa 1,50 bis 1,60 m groß und kommen aus den, von uns aus gesehen, entferntesten Ecken der Welt. Dabei sind die Gefechte in den unteren GK zu meist hervoragend. Die Boxer sind technisch sehr versiert und kennen keine Angst. Sie begegnen sich zum großen Teil mit offenem Visier und einem Offensivdrang der in den oberen GK oft verloren gegangen ist. Das extreme Bulking wie in den mittleren GK (z.B. wie bei Cuntnelo oder Jacobs) findet auch nicht in dem Maaße statt, weil die meisten Atlethen mehr oder weniger von gleicher Statur sind. Dazu kommt das diese GK in den großen Veranstaltung in Europa und Nord-Amerika und ihren einschlägigen Medien so gut wie nicht vertreten sind. Es wird fast überhaupt nicht über die einzelnen Boxer und deren Leistungen berichtet.
    Nichts desto Trotz Gratulation an Chayaphon Moonsri / Wanheng Menayothin für seine außergewöhnliche Leistung.

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