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Chavez jr unterliegt Cazares wegen Cutverletzung

Damit hatten wohl alle Beteiligten am wenigsten gerechnet: Bei einem auf 10 Runden angesetzten Kampf am Freitag Abend zwischen Julio Cesar Chavez jr und seinem mexikanischen Landsmann Mario Abel Cazares im mexikanischen Tijuana gab es für Chavez jr in Runde 6 eine vorzeitige Niederlage. Grund dafür war ein Cut über dem linken Auge. Doch auch bis dahin sah es alles andere als gut für Chavez aus. Cazares führte auf allen 3 Punktrichterzetteln verdient mit 59:54, 57:56 und nochmals 57:56. Dabei muss man noch berücksichtigen, dass Cazares ein Punkt wegen einem absichtlichen Kopfstoß abgezogen bekam.

Geplant war gewiss etwas ganz anderes. Chavez jr sollte gegen einen akzeptablen, aber vermeintlich schlagbaren Gegner kämpfen und damit zeigen, dass er sich nach seiner Kampfaufgabe gegen Jacobs wieder gefangen hat. Als Gegner für diesen Zweck sollte der 30-jährige Mario Abel Cazares herhalten, der mit seinem BoxRec-Ranglistenplatz 7 in Mexiko und international 170 für Chavez jr wie gemacht zu sein schien.

Bei Cazares (Kampfrekord: 11(5)-0-0) stand die „0“ auf dem Spiel. Seitens Chavez jr stand da ein Rekord von 51(33)-4(2)-1 gegenüber. Doch diesen Eindruck hatte man nicht, wenn man sich den Kampf angeschaut hat. In den Runden vor dem Abbruch sah man einen Chavez jr, der sich oft in den Rückwärtsgang treiben ließ und einfach nicht in der Lage war, diesen Kampf zu bestimmen. Um es einfach so zu sagen: Chavez hatte Cazares nicht „im Griff“ – es war eher umgekehrt. Meistens war es Cazares, der das Heft des Handelns innehatte. Chavez jr beschränkte sich neben viel zu wenig eigener Initiative auf Abwehr- und Klammeraktionen, die den Kampf unattraktiv machten.

Scheinbar hat sich Chavez jr auch seine Verletzung bei einer dieser Rangeleien geholt. Der Cut direkt über dem linken Auge war vielleicht nicht die schlimmste Verletzung, aber eine Beeinträchtigung der Sicht schien zumindest gegeben zu sein. Nach einer Untersuchung durch den Ringarzt brach der Ringrichter den Kampf jedenfalls ab und Cazares konnte einen Sieg feiern, der ihn auf diese Art vielleicht selbst überraschte.

Damit ist gewiss das Nervenkostüm von Chavez sn einmal mehr strapaziert worden. Dass dieser Kampf so endete war zwar nicht vorhersehbar, aber es war bis dahin absehbar, dass Chavez jr diesen Kampf nach Punkten verlieren würde, wenn ihm er den nächsten Runden keine besseren Ideen gefunden hätte um den vermeintlich locker schlagbaren Cazares in den Griff zu bekommen.

Eigentlich wäre es an der Zeit, dass Chavez jr nicht nur an seinen boxerischen Fähigkeiten arbeitet, sondern vor allem seine Motivation verbessert. Haare blondieren und ein zugeklebtes Rückentattoo reichen sicher nicht aus, um auch nur annähernd Verbindung zur Weltspitze im Boxsport zu halten. Ein Rematch gegen Cazares im nächsten Jahr wäre gewiss nicht die schlechteste Idee, wenn Chavez sn zeigen will, was Söhnchen Chavez jr so alles kann.

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