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Charr nicht am Kampf gegen Chisora interessiert

Charr nicht am Kampf gegen Chisora interessiert

Noch immer ist offen, wer am 26. Oktober in der Londoner O2 Arena gegen Dereck Chisora antreten wird, nachdem der neuseeländische Schwergewichtler Joseph Parker krankheitsbedingt ausfällt. Chisoras Promoter Eddie Hearn hatte in einem Interview behauptet, eine ganze Reihe von Vertretern der Top 15 habe bei ihm angerufen, unter anderem sei auch Mahmoud Charr an einem Fight gegen Chisora interessiert.

Nachdem Boxen.de schon vermutet hatte, dass Eddie Hearn mit dieser Äußerung nicht ganz “ins Schwarze” getroffen hat (KLICK), hat nun auch Charr öffentlich widersprochen: „Ich habe Respekt vor Chisora. Er ist ein Straßenkämpfer wie ich und nimmt jede Herausforderung an. Alles Gute in dieser Hinsicht für dich, Dellboy! Aber hier geht es um das Box Ranking der WBA. Ich bin der amtierende Weltmeister im Schwergewicht und Dereck ist noch nicht mal unter den top 15 der Rangliste gelistet. Für mich besteht deshalb kein Bedarf gegen ihn jetzt zu boxen.“ hatte Charr via Facebook verlauten lassen. Und weiter: „Ich möchte zunächst meinen WM Kampf machen, entweder gegen Trevor Bryan, Michael Hunter oder meinen Rückkampf gegen Alexander Povetkin. Danach will ich den Sieger aus dem Rückkampf AJ vs AR boxen.“

Fraglich ist zwar, ob Joshua oder Ruiz tatsächlich mit dem regulären WBA-Weltmeister on den Ring steigen würden, aber zumindest für den Kampf gegen Chisora am 26. Oktober steht Charr nach eigener Aussage nicht zur Verfügung. Auch Jarrell „Big Baby“ Miller kommt – britischen Medienberichten zufolge –  nicht mehr als Gegner in Frage: angeblich sprengen die finanziellen Forderungen von Millers Team den Rahmen des Machbaren.

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Eigentlich wollte Eddie Hearn noch im Laufe der Woche den neuen Kontrahenten von ‚War‘ Chisora benannt haben, doch das ist bislang nicht passiert. Der Matchroom Boxing-Boss ließ lediglich ein paar Namen fallen, neben Mahmoud Charr auch die von Alexander Povetkin, Otto Wallin und Osvar Rivas.

Fraglich ist allerdings, ob das nur pures Namedropping war oder ob die genannten Boxer bzw. deren Vertreter tatsächlich an einem Fight gegen Chisora  Interesse haben. Da Otto Wallin erst vor drei Wochen mit Tyson Fury im Ring stand und Povetkin noch am 31. August mit Hughie Fury gekämpft hat, käme für die beiden Schwergewichtler ein Fight im Oktober zu früh. Und Oscar Rivas dürfte nach seinen Erfahrungen mit dem gedopten Matchroom-Fighter Dillian Whyte vermutlich wenig Lust auf eine weitere „Zusammenarbeit“ mit Eddie Hearn haben.

Unterm Strich bleiben Hearn also nicht allzu viele Möglichkeiten. Fast könnte man sagen: Michael Hunter oder Martin Bakole Ilunga. Man darf gespannt sein. Wobei ich hoffe, dass Zauberer Hearn nicht doch noch Kaninchen David Price aus seinem  Zylinder zieht!

 

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15 Kommentare

  1. 4. Oktober 2019 at 20:52 —

    Wen Charr alles meint so boxen zu wollen. Gegen jeden genannten ist er doch maximal Außenseiter.

  2. 4. Oktober 2019 at 22:05 —

    Ich denke Charr soll in Kinshasa boxen? Da ist er doch jetzt sowieso aussen vor.

  3. 4. Oktober 2019 at 23:18 —

    Yes …wobei das ja bislang auch noch nicht sooo geregelt zu sein scheint. Hier allerdings ging es nur darum, dass Hearn – ohne jeden realen Hintergrund – einfach mal ein paar Namen raushaut.

  4. 5. Oktober 2019 at 02:23 —

    Charr ist seit knapp 2 Jahren WM und hat mit diesen Titel noch keinen Cent verdient, auch eine Art von Rekord.

    Hearn labert oft auch viel wenn der Tag lang ist, wahrscheinlich wird ein nicht so bekannter Boxer Chisoras Gegner!?
    Man hätte den Kampf einfach verschieben sollen.

    • 5. Oktober 2019 at 09:18 —

      Das ist keine wirkliche Option und würde Hearn mehr Geld kosten, als irgend ein “billiger” Boxer zweiter oder dritter Wahl. Das er damit sowohl Chisora als auch die Fans betrügt, interessiert Hearn nicht. Ihn interessiert nur Geld!

      Wie sagte Chisora zu Hearn ganz richtig:

      „Niemand kümmert sich um die kleinen Jungs, die Leute interessieren sich nur für das Schwergewicht! Ich habe es satt, deine Shows zu verkaufen und kein Geld dafür zu bekommen.“

      Dabei ist Chisora nicht gerade als Kronjuwel der Hochintelligenz bekannt. Aber trotzdem hat sogar er es durchschaut!

  5. 5. Oktober 2019 at 09:10 —

    Sehr kluge Entscheidung von Charr. Er weiss ja selber, dass er der limitierteste Schwergewichtsweltmeister ist. Gegen Chisora könnte er seinen Titel für wenig Geld verlieren, warum sollte er also als WM dieses Risiko eingehen? Klar, besonders weltmeisterlich kommt das nicht rüber, aber in einer Welt, wo das Kapital über dem Menschen steht, ist das völlig normal.

    Hearn und Konsorten sind es, die mit viel Geld Boxkämpfe möglich und auch unmöglich machen. Sie bestimmen mit ihrem Geld, was in der Boxwelt geschehen soll, damit sie selbst noch mehr verdienen können, obwohl sie schon genug haben. Aber wenn einer ihrer Boxer einen gesundheitlichen Schaden davon trägt, besteht in der Regel noch nicht mal eine vernünftige Versicherung für ihn. Ein Dreckspack und das nicht nur im Sport!

    Charr macht das völlig richtig, als miesester WM aller Zeiten steht er da oben und tanzt erst mal nicht nach Hearns Pfeife und das allein ist schon mal richtig und gut. Ob Charr damit als unrühmlichster WM in die Geschichtsbücher eingeht, kann ihm völlig egal sein, denn rühmlich ist in diesem Geschäft eigentlich rein gar nichts mehr, weil die Promotoren nur noch das Geld im Sinn haben. Siehe auch Sauerland und Wegner!

    Ganz offiziell ist Charr Weltmeister der WBA und das hat die WBA ganz allein zu verschulden. Wenn man eine Boxliga mit 50 Athleten aufstellt und gefühlte 100 WM-Titel anbietet, dann könnte jeder Boxer bei der WBA zweimal WM sein. Damit wäre die WBA wiederum der erfolgreichste Verband. Charr kann für dieses “Gelddruck- und Geldwäschesystem nichts. Er versucht sich nur daran zu bereichern, ohne dabei seine Gesundheit zu gefährden und im Gegensatz zu Boytsov, hat Charr ein beschützendes Umfeld.

    Warum sollte also Charr als WM gegen Chisora boxen? Ohne Frage wäre das gar kein schlechter Kampf und ich würde ihn mir gerne ansehen, aber warum sollte Charr freiwillig für so wenig Lohn und so viel Risiko arbeiten? Würde Hearns oder irgend ein anderer Promotor das tun?

    Mal ganz davon abgesehen gehe ich davon aus, dass Chisora in seiner jetzigen Verfassung Charr abfertigen würde und wenn das so wäre, müsste sich Charr mehr oder weniger wieder von ganz unten hoch boxen. Er ist aber schon 35 und technisch nicht versiert genug, um das zu schaffen. Folglich bleibt er da oben, so lange er kann.

    Es gibt genügend Boxer, die für einen Kampf gegen Chisora bereit stehen, man müsste ihnen nur genügend Geld anbieten. Ähnlich wie mit Miller, der stünde ja auch zur Verfügung, aber Hearns will lieber die Kohle in seine eigene Tasche stecken, als einen vernünftigen Gegner vernünftig zu bezahlen!

    Jeder sollte sich daran erinnern, als Hearn einen der talentiertesten Schwergewichtler einkaufte, ihm aber keinen Kampf besorgte. Es war schnell zu durchschauen, dass Hearn dieses Talent nur auf Eis legen wollte, damit er niemals gegen Joshua kämpft und spätestens seit Ruiz wissen wir, was Ortiz mit Joshua gemacht hätte!

    Den Boxern dieser Welt wäre zu raten, eigene nationale Verband zu gründen, welche international miteinander kooperieren und eine faire Rangliste ermöglichen, indem immer die stärksten Boxer gegeneinander boxen. In solch einem Verband würde man sich dann auch um die Athleten (und deren Familien) kümmern, welche einen gesundheitlichen Schaden davon getragen haben. Dann würde Boxen vielleicht auch endlich diesem nach Prepotenz und Koks stinkendem Milieu irgendwelcher zwielichtigen Veranstalter entweichen.

    Was für ein Traum von einem weltweit fairem Boxwettbewerb, aber um ehrlich zu sein, glaube ich selbst nicht daran, denn die “Fans”, welche mit ihrem Geld letztendlich die Taschen von Hearn, DiBella, Sauerland und wie sie alle heißen, stopfen, interessieren sich doch selbst nicht für Fairness. Sie wollen viel mehr in den Wettbüros ihren Gewinn akkumulieren. Was bringt schon ein faire Entscheidung für Charr, wenn das Geld auf Chisora gesetzt wurde?

    So ist das, wenn man dem Kapital zu lange fröhnt, da bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke und Fairness ist nun mal ein menschliches und keine kapitalistisches Gut. Also wundert Euch nicht, wenn ein Manuel Charr aus der Kreisliga ganz oben steht und einem Eddie Hearn vor die Beine pinkelt, ihr habt es selber so gewollt oder zumindest zugelassen!

    Und jetzt dürft ihr nicht vergessen, den Überbringer dieser Hiobsbotschaft zu hängen. Eine lange Tradition des Kapitalismus, der Euch schon seit vielen Jahren mit überaus fairen und sportlichen Angeboten ausnimmt und Euch gegenseitig aufeinander los hetzt!

    • 5. Oktober 2019 at 13:52 —

      Das Problem bei Charr ist aber, er hofft auf den Payday, den er nicht bekommen wird. Aktuell nennt er sich seit zwei Jahren “WM” und hat damit nicht einen Cent verdient. Würde mich nicht wundern, wenn er sogar monatlich Kohle an die WBA abdrückt, damit sie ihm den Titel nicht aberkennen. Bei dem Verband sid schon verdientere Champs innerhalb kürzerer Zeit den Gürtel losgeworden, weil sie nicht geliefert haben bzw. zu inaktiv waren.

      Und Charr wird sich auch klar sein, dass jeder nächste Kampf auch eine Niederlage für ihn sein könnte. Aus der aktuellen WBA Top 15 sind ihm doch bestimmt 13 oder 14 Boxer überlegen. Vllt. hofft er ja auch Oquendo, der momentan nocht auf 15 gelistet ist. Da macht er noch das Beste daraus und haut ab und an ein Facebook Post raus, damit er nicht ganz in Vergessenheit gerät.

      • 5. Oktober 2019 at 15:30 —

        Und selbst wenn Charr für den Titel bezahlen würde, wäre es die WBA, die so etwas erst möglich macht. Korrupt ist nicht der, der für fragwürdige Dienstleistungen Geld bietet, sondern der, der die fragwürdigen Dienstleistungen für Geld erfüllt!

        Ne, ne, wer beim Thema Charr nicht hellhörig wird, verpasst die Ursache für den Niedergang des Boxsports!

  6. 5. Oktober 2019 at 12:26 —

    Natürlich hat charr keine Interesse,weil chisora ihn platt macht!
    Davon abgesehen,ist es allgemein eine Frechheit das der Name Charr überhaupt erwähnt wird!!!!!
    Der unwürdigste Weltmeister aller Zeiten!

  7. 5. Oktober 2019 at 13:30 —

    Warum sollte der 2. deutsche Schwergewichtsweltmeister seinen Titel gegen Fallobst Chisora verteidigen?? Das wäre eine wahre Hinrichtung die kein Mensch sehen will!!

    • 5. Oktober 2019 at 16:43 —

      Soso.. denke eher, dass der syrische Schwergewichtsweltmeister große Probleme mit Chisora bekommen würde.. Ansehen würde ich mir das durchaus.. aber nach dem Kampf in Kinshasa, sollte dieser denn auch statt finden, hat sich das Thema sowieso erledigt..

    • 5. Oktober 2019 at 19:26 —

      So ein Quatsch, der Chisora von heute würde Charr einfach aus dem Weg walzen, definitiv.

      Charr wartet einfach auf ein fettes Angebot. Lieber den Titel für viel Geld verlieren als für wenig verteidigen. Die WBA ermöglicht diese peinlichen Spielchen halt.

  8. 6. Oktober 2019 at 10:03 —

    Also ich denke auch, dass Charr (der Weltmeister, der in den letzten 3 Jahren immerhin einen (!) Kampf gewonnen hat…) auf jeden Fall erstmal einen Rückkampf gegen Ustinov machen sollte, um eindeutig klarzustellen, wer der einzig wahre würdige reguläre WBA-Champ ist…
    …zwei Jahre Später sollte er dann endlich gegen Oquendo boxen und dann, nochmal zwei Jahre später kann dann endlich der Jahrhundertkampf kommen, auf den alle warten: Das deutsch-deutesche Spitzenduell gegen Schwarz!

  9. 6. Oktober 2019 at 11:29 —

    @ HWFan

    Du hast das Rematch gegen Vitali vergessen. Soweit ich mich erinnere, lag Charr deutlich auf allen Punktzetteln vorne …

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