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Cecilia Braekhus weg, dafür Susi Kentikian bald bei Sauerland und live auf Sat.1?

Zuletzt sah man die fliegende Boxweltmeisterin auf ihrer Facebook-Seite eher für Make-up und Mode posieren als für das zu werben, dass sie eigentlich ausmachen sollte: Das Frauenboxen! Über die Trennung von ihrem bisherigen Promoter Felix Sturm ist nichts zu lesen, auch nicht über die aktuellen Verhandlungen mit dem Berliner Sauerland Team. Nach Aussagen von Promoter Kalle Sauerland soll man sich in “positiven Gesprächen” mit der Boxweltmeisterin befinden. Bei einer Einigung wäre das ihre Chance zurück ins Rampenlicht. Bei Sat. 1 könnte sie sich wieder einem großen Publikum präsentieren, wenn die Verantwortlichen dies dieses Mal zulassen wollen. Denn drei Jahre möchte die „Killer Queen“ noch boxen, bevor sie an ein Karriereende denkt.

“Ich bin meine eigene Marke”

Zuletzt verteidigte sie ihren WBA-Weltmeistertitel im Fliegengewicht, am 8. November 2014, gegen die Japanerin Naoko Fujioka. Nun ist ihr Vertrag bei der Kölner Sturm-Boxpromotion ausgelaufen: „Ich bin als Susi Kentikian meine eigene Marke. Doch bei der Felix Sturm Boxpromotion dreht sich alles nur um den Chef. Außerdem wurde ich zu teuer.“ Verdient hatte sie gut, aber Marketingarbeit wurde nicht für sie geleistet. Doch ist es bei den anderen Boxern der Sturm Boxpromotion wirklich anders? Kennt man in Box-Deutschland Namen wie Alex Born, Konni Konrad, Maurice Weber und Mike Keta? Unter den genannten männlichen Kollegen war die Boxerin mit armenischen Wurzeln sicher die Bekannteste. Dennoch ist die Enttäuschung der Fliegengewichtlerin verständlich: „Ich habe dort kaum eine Rolle gespielt und zwei Jahre meiner Karriere verloren. Die Karriere hat gelitten.” Denn unter ihrem Promoter Felix Sturm, den ehemaligen Weltmeister im Mittelgewicht, wurde es ziemlich ruhig um die einstige „Killer Queen“. Man hatte nicht das Gefühl, dass da wirklich jemand auf sie und das Frauenboxen setzen möchte. Vielleicht fehlten auch die richtigen Mitarbeitern, die es hätten verstehen müssen, den Marktwert der Boxerin nicht in den Keller fallen zu lassen. Von einem Profiboxer, der selbst noch in den Ring steigt sowie seine Promotion managen muss, kann man das natürlich nicht erwarten. Aber man hätte erwarten können, dass er die richtigen Leute für diesen Job einstellt! Von welchen Namen soll die Sturm Boxpromotion sonst später leben, wenn der Chef seine sportliche Laufbahn beendet? Dafür muss man in die Zukunft investieren, oder man zieht sich ganz aus dem Boxgeschäft zurück.

Killer-Queen ohne Killerinstinkt?

Leider konnte man den “mythischen Killerinstinkt” Kentikians nicht mehr so gut vermarkten, weil er ihr gegen stärkere Gegnerinnen abhandengekommen ist. In bisher 37 Kämpfen musste sie zwei Niederlagen gegen Melissa McMorrow und Carina Moreno einstecken. Auch ihre K.o.-Quote von 45,95 Prozent lässt nicht mehr auf die einstige Miniaturkampfmaschine, sie misst 155 cm, schließen. Damit fiel natürlich ihr Marktwert und der Rummel um ihre Person wurde weniger. Sie war von der Bildfläche verschwunden und musste ihre Milchschnitten alleine, ohne ein großes TV-Publikum verdrücken. Vitali und Wladimir Klitschko hat dies auch nicht weiter geschadet. Wladimir meldete sich nach seinen beiden letzten Niederlagen, gegen Corrie Sanders und Lamon Brewster, sogar stärker denn je zurück. Totgeredet wurde er bereits nach dem Sanders Kampf, nach seiner zweiten Niederlage als Profiboxer! Natürlich haben alle den Südafrikaner unterschätzt und es wäre unproblematischer gewesen gegen einen starken, ungeschlagenen Mann zu verlieren. Doch genau darin besteht die Chance eines jeden Underdogs: unterschätzt zu werden, kalt wie „Rocky Balboa“ zuzuschlagen und am besten noch einen Weltmeistertitel zu gewinnen.

Wird Frank Rieth ihr neuer Trainer?

So kann es auch bei Kentikian nicht nur an ihren Niederlagen liegen, dass ihre Karriere ins Stocken kam. Natürlich kann man den kurzzeitigen Hype um eine Boxerin nicht mit dem eines Schwergewichtsweltmeisters vergleichen. Dennoch spielen Persönlichkeit und Vermarktung eine entscheidende Rolle! Sportler zeichnen sich auch dadurch aus, wie sie mit Niederlagen und Kritik umgehen. Eine besondere Vermarktungsstrategie für die junge Boxerin konnte ich weder beim Magdeburger SES-Stall, noch bei der Sturm Boxpromotion erkennen. Derzeit ist die 27-Jährige frei wie der Wind und nimmt ihre Karriereplanung selbst in die Hand. Demnächst möchte sie wieder in Hamburg boxen, wo sie sich auch ihre Zukunft ausmalt. Nur ihren Trainer Magomed Schaburow, seit sechs Monaten Cheftrainer von Sturm, musste sie in Köln zurücklassen. Derzeit ist sie auf der Suche nach einem neuen Trainer und ihr ehemaliger Amateurcoach Frank Rieth soll in der engeren Auswahl stehen. Jedenfalls möchte die Hamburgerin ihre zehnjährige Karriere als Profiboxerin weiterführen, die sie einst so erfolgreich beim Hamburger Universum-Stall begonnen hatte. Wünschen muss man es ihr, weil es sonst wieder eine Profiboxerin weniger in Deutschland gibt!

Cecilia Braekhus boxt ab sofort für K2!

Nachdem sich das ZDF im Sommer 2010 von Universum verabschiedete, begann die Talfahrt für die ehemalige Hauptkämpferin. Der Fernsehpartner von Sturm, Sat.1, hielt es nicht einmal für nötig ihre Kämpfe live zu zeigen. Eine traurige Entscheidung, sicher von einem Mann getroffen, der Frauen lieber als Ringgirls anstatt als Boxerinnen auftreten sieht! Das Totschlagargument der geringen Nachfrage lasse ich nicht gelten, eben weil die Marke Susi Kentikian bereits funktioniert hat und eine Regina Halmich die Einschaltquoten in die Höhe trieb. Leider sind es persönliche Geschmacksentscheidungen, die die TV-Zukunft einer Boxerin bestimmen. Glücklicherweise ist die gebürtige Armenierin noch nicht so verzweifelt, dass sie Angebote für das “Dschungelcamp”, “Big Brother”, oder den „Playboy“ annehmen muss, um sich damit wieder in das sportliche Rampenlicht zu katapultieren. Dafür sollten ihre boxerischen Fähigkeiten ausreichen, die ihr zuletzt hohen fünfstellige Kampfbörsen einbrachten. Richtungsweisend wäre es, wenn der Berliner Sauerland-Boxstall wieder eine Frau bei sich aufnehmen und ihre Kämpfe live bei Sat.1 gezeigt werden würden. Besonders weil Cecilia Braekhus ab sofort bei K2 boxen wird und sich von Sauerland getrennt hat. Die Klitschko Brüder haben nun auch verstanden, dass man mit Boxerinnen Geld verdienen kann. Dass dies ein richtiger Schritt für die Zukunft sein kann, zeigen Frauen wie Ronda Rousey, die im MMA zu den Topverdienerinnen gehört und Filmrollen wie in Fast & Furious 7 angeboten bekommt. Die schöne MMA-Ikone soll einen Vertrag geschlossen haben, der ihr 75 000 Dollar pro Kampf sowie zusätzlich eine Siegesprämie von 75 000 Dollar garantieren soll. Weiter soll die Amerikanerin aus Santa Monica an den Per-Per-View-Einnahmen beteiligt sein. Demnach bin ich nicht die Einzige, die starke Frauen in der Öffentlichkeit sehen möchte. Manche wollen die Realität nur nicht wahrhaben und sehen sich dadurch in ihrer Männlichkeit beschnitten!

Von Samira Funk

Bild: PA

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4 Kommentare

  1. 8. April 2015 at 23:34 —

    “Glücklicherweise ist die gebürtige Armenierin noch nicht so verzweifelt, dass sie Angebote für das “Dschungelcamp”, “Big Brother”, oder den „Playboy“ annehmen muss”

    …naja, wäre eig. nicht soooo tragisch, wenn sie ein Angebot vom Playboy annehmen würde… 😉

    Aber, was das Frauenboxen an sich betrifft, denke ich persönlich, dass der Großteil der Zuschauer nicht unbedingt aus wirklichen Boxfans besteht, sondern eben einfach aus Männern, die eine Schwäche für “starke Frauen” haben. (…was jetzt von meiner Seite aus nicht abwertend (weder gegenüber den Boxerinnen, noch gegenüber den Zuschauern) gemeint sein soll).

    Auch wenn ich nicht im Geringsten daran zweifle, dass die meisten Profiboxerinnen (gerade Cecilia Braekhus oder früher Regina H. oder Ina M.) hervorragende Athletinnen sind, gibt es doch einige Aspekte, die mich (und sicher auch viele andere Boxfans) eher skeptisch gegenüber dem Frauenboxen stimmen:

    Die Tatsache, dass sogar bei Titel- bzw. WM-Kämpfen 10 x 2 Min anstatt 12 x 3 Min geboxt wird, ist z. B. für viele ein Grund, Frauenboxen nur als eine sehr “entschärfte” Form des “richtigen Boxens” zu sehen.

    Dass aufgrund der weiblichen Anatomie die “zulässige Trefferfläche” am Oberkörper im Vergleich zum Männerboxen nochmals deutlich reduziert ist, ist ebenfalls ein (vllt. nicht ganz so wichtiger) Aspekt. (Bitte nicht falsch verstehen: Das soll definitiv NICHT heißen, dass ich DAFÜR wäre, dass Frauen sich gegenseitig das Dekolltee breitklopfen…)

    Was für mich vllt. der wichtigste Aspekt ist, ist die Tatsache, dass (teilweise auch aus Mangel an Konkurrenz) gehypte Boxerinnen mit einflussreichem Boxstall im Rücken nach 10 Kämpfen mitunter schon 7fache Weltmeisterin sind und ihre Titel dann gegen Gegnerinnen mit einem Kampfrekord von 5/3/2 verteidigen, während es bei den Herren als absoluter Skandal angesehen wird, wenn ein in 29 Kämpfen ungeschlagener Pianeta eine Titelchance bekommt…

    Desweiteren hat man den Eindruck, dass die Boxställe bei den sorgfältig aufgebauten Frauen (sicher nicht zuletzt wegen der geringen Anzahl) noch vorsichtiger sind und überraschend starke Herausforderinnen gerne mal um den verdienten Sieg gebracht werden und dann im Normalfall auch keine Chance auf einen Rückkampf bekommen…

    Zuletzt “stört” mich beim Frauenboxen, dass dort wesentlich weniger hart geschlagen wird als bei den Männern, wobei ich aus diesem Grund allerdings auch bei den Männern fast nur die höheren Gewichtsklassen ansehe. Somit geht es bei diesem Aspekt ja eher um “persönliche Vorlieben”, sodass die meisten Fans, denen es eher um die Technik als um die Kraft geht, mir in diesem Punkt sicher nicht zustimmen würden…

    Fazit: Ich bin definitiv kein Gegner des Frauenboxens, gucke mir auch ab und zu einen Kampf an, aber für mich persönlich hat Männerboxen dennoch einen erheblich höheren Stellenwert.

  2. Sturm Promotions ist der Beste Stall den es gibt, Weltweit!

    Demnächst soll sogar GGG bei Sturm Promotions unterschreiben.

  3. 9. April 2015 at 14:42 —

    Ich habe vor vielen Jahren mal Lucia Rijker boxen sehen und kann seit dem keine keine der Boxerinnen, die sich im Fernsehen präsentieren oder präsentiert haben (auch Regina Halmich war KEINE Ausnahme!!) ernst nehmen, da ich am o.g. Beispiel erfahren habe was möglich wäre. Rijker hätte damals viele Männer ihrer Gewichtsklasse besiegt. Sie war dabei weder Monster noch Mutantin, sondern einfach nur eine großartig trainierte Boxerin.
    Was momentan beim Frauenboxen als Leisungssport einem zahlenden Publikum vorgesetzt wird ist einfach beschämend und nicht sehenswert.

  4. 9. April 2015 at 14:46 —

    Nur mal so zum gucken:
    Born December 6, 1967 (age 47)
    Amsterdam, Netherlands
    Other names The Dutch Destroyer, Lady Tyson
    Nationality Dutch
    Height 1.69 m (5 ft 6 1⁄2 in)
    Weight 63.5 kg (140 lbs)
    Style Orthodox
    Professional boxing record
    Total 17
    Wins 17
    By knockout 14
    Losses 0
    Kickboxing record
    Total 38
    Wins 37
    By knockout 25
    Losses 0
    Draws 1

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