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Carlos Molina nähert sich Titelkampf nach einseitigem Punktsieg über Cory Spinks

In einem Halbmittelgewichtseliminator der IBF gewann am Freitagabend in Chicago Carlos Molina problemlos gegen Cory Spinks. Der 29-jährige US-Amerikaner war über zwölf wenig anschauliche Runden klar überlegen, landete mehr und härtere Treffer und erzielte zudem Niederschläge in der elften und zwölften Runde. Nach dem Sieg darf er sich Hoffnungen auf einen Titelkampf mit IBF-Weltmeister Cornelius Bundrage machen, welcher Spinks in den letzten Jahren zwei Mal KO geschlagen hatte.

Die Rollen waren schnell verteilt. Während Cory Spinks versuchte den Kampf lang zu halten und dafür vor allem seinen rechten Jab und seine Beinarbeit benutzte, suchte Molina den Weg in die Halbdistanz um dort Kombinationen zu schlagen. Der Kampf startete recht ausgeglichen, doch Molina landete bald schon die besseren Treffer und erwischte Spinks in der letzten Minute der ersten Runde gleich mit zwei harten linken Haken zum Kopf. Spinks bewegte sich gut und zeigte eine solide Defensive, doch Molina schnitt ihm gut den Ring ab und genoss mit seiner höheren Workrate Erfolg sobald er Spinks an den Seilen stellen konnte, auch wenn Spinks durchaus ein paar Konter landen konnte.

Cory Spinks hatte Probleme klare und effektive Treffer zu landen, da Carlos Molina seine Angriffe perfekt timte. Auch in der dritten und vierten Runde war es Molina, der die besseren Treffer setzte, als er jetzt auch noch zusätzlich zum Körper ging. Ringrichter Celestino Ruiz verwarnte in Runde Vier Cory Spinks zwei Mal, dass dieser nicht so tief mit seinem Kopf abtauschen sollte. Wie erwartet riss der Kampf die Zuschauer auch nicht aus ihren Sitzen, da Cory Spinks sehr defensivorientiert agierte und Molina auch nur gerade genug machte um die Runden zu gewinnen. Beide Boxer landeten wenige wirklich klare Treffer und noch weniger harte Treffer, die den Kopf des Anderen zurück schnellen ließen. Nichtsdestotrotz fand der Kampf auf hohem Niveau stand, die beiden Stile komplimentierten sich lediglich nicht wirklich.

Auch dem Ringrichter missfiel der Kampf offensichtlich, als er sich in der sechsten Runde beide Boxer zur Seite nahm und sie warnte er würde bei weiterem Halten Punkte abziehen. Carlos Molina antwortete mit einer guten Schlussoffensive, die ihm auch diese Runde sicherte. Mit der rechten Geraden hatte der 29-Jährige auch anfangs der siebten Runde Erfolg, und in der einseitigen Runde Acht fand er mit dem Aufwärtshaken und vermehrten Körpertreffern öfter sein Ziel. Spinks blieb unterdessen zu inaktiv und zu sehr auf seine Defensivarbeit fokussiert.

Der ehemalige Welter- und Halbmittelgewichtschamp fiel nach Punkten immer weiter zurück, schien jedoch keinen Plan B zu besitzen. Zudem zog ihm der Ringrichter in Runde Neun einen Punkt fürs Halten ab. Mitte der zehnten Runde drehte Molina auf und bot dem Publikum endlich einmal was, als er mehrere starke Kombinationen zu Kopf und Körper aneinander reihte, und es für einen Augenblick so aussah, als wäre Cory Spinks möglicherweise sogar ein wenig angeschlagen.

Eine Runde später kam es dann sogar zum überraschenden ersten Niederschlag des Abends. Früh in der Runde attackierte Molina mit einem unvorbereiteten linken Haken zum Kopf, der Spinks überraschte. Cory Spinks ging zu Boden, fand jedoch schnell wieder hoch und wirkte nicht all zu angeschlagen. Molina setzte jedoch stark nach und suchte den KO. Als er einige weitere Treffer landete, ergriff Spinks Trainer sogar das Handtuch um bereit zu sein es bei weiteren klaren Treffern zu werfen. Spinks überstand jedoch die Runde und rettete sich auch über die zwölfte Runde. Zwar zählte ihn der Ringrichter in den letzten Sekunden des Kampfes noch einmal an, als er nach einer Vielzahl von Treffern zu Boden sackte, doch Cory Spinks erlebte den Schlussgong, so dass der Kampf über die volle Distanz ging.

Die Punktrichter wurden zu Rate gezogen und erklärten verdientermaßen Carlos Molina mit 119-106, 119-106 und 120-105 einstimmig zum Sieger. Für Molina, der seinen Kampfrekord auf 21 Siege bei fünf Niederlagen und zwei Unentschieden verbesserte, könnte damit bald sein erster Titelkampf an der Reihe sein, nachdem er in seiner Profikarriere oft Opfer kontroverser Entscheidungen geworden war. Cory Spinks hingegen nähert sich immer schneller seinem Karriereende. Der 34-Jährige verlor zum achten Mal in seiner sechzehnjährigen Profikarriere und zum zweiten Mal in Folge, nachdem ihn im letzten Juni Cornelius Bundrage in sieben Runden gestoppt hatte. In seinen letzten acht Kämpfen erlitt der ehemalige Weltmeister zudem gleich fünf Niederlagen.

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