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Carlos Buitrago gewinnt Interimstitel der WBO

Der ungeschlagene 21-jährige Minimumgewichtler Carlos Buitrago sicherte sich am Samstagabend den WBO-Interimsgürtel. In Mexiko bezwang der Nicaraguaner den zuvor ebenfalls unbesiegten Lokalmatador Julian Yedras recht klar und verdient nach Punkten. Seine schnelleren Hände und seine überlegene Technik machten in den zwölf unterhaltsamen Runden den Unterschied aus.

Carlos Buitrago übernahm vom Start weg die Initiative. Er etablierte früh seinen eigenen Jab, mit dem er regelmäßig durch kam, während er die ersten Angriffe von Julian Yedras blockte oder ihnen mit Oberkörperbewegungen aus dem Weg ging. Zudem gelang es ihm ein paar gute Konter zu setzen, als Yedras zu ungestüm rein kam, doch auch der Mexikaner stellte sich schnell darauf ein und konterte kurz vor Schluss der ersten Runde Buitragos Konnter mit einem harten linken Haken, der Buitrago sichtlich durch rüttelte. Buitrago ging in den Clinch ehe er sich nach ein paar Sekunden wieder von dem Treffer erholt hatte. Dies nahm Buitrago als Warnzeichen, und der Venezuelaner boxte in den nächsten Runden zunehmend mehr aus dem Rückwärtsgang heraus, wo er seine schnelleren Hände aus der Distanz heraus nutzte.

Immer wieder prasselten schnelle Kombinationen von Buitago auf Yedras ein, die der 21-Jährige regelmäßig mit seinem starken linken Haken beendete. Für diesen schien Yedras vorerst keine Antwort zu finden, da er den Mexikaner viel zu häufig sauber am Kinn traf. Yedras hatte mehr Erfolg in der dritten Runde, als Buitrago teilweise zu offen und forsch agierte, doch Carlos Buitrago nahm das Heft in den folgenden Runden wieder in die Hand. Vor allem ließ er nun mit seinem guten Jab Yedras kaum in die Position kommen um Schläge abzufeuern und kontrollierte ihn so aus der Distanz heraus.

Die Runden blieben relativ eng, da Yedras den Kampf machte indem er nach vorne marschierte, und er auch durchaus gute Treffer anbringen konnte, während Buitrago sich viel auf den Jab konzentrierte und eher selten sich dem Schlagabtausch stellte um schnelle Kombinationen zu landen. So sah das übertragene mexikanische Fernsehen den Kampf nach sechs Runden beispielsweise mit 57-57 unentschieden. Doch insgesamt schien Buitragos bessere Defensive den Unterschied auszumachen, da es ihm gelang einem Großteil der Schläge auszuweichen oder sie zumindest teilweise zu blocken.

Wie es sich schon in der sechsten Runde angedeutet hatte, wurde der Kampf Anfang der zweiten Hälfte zunehmend zu einer wahren Ringschlacht. Carlos Buitrago blieb häufiger in der Halbdistanz stehen und bot den Zuschauern damit nun viel Action und Unterhaltung. Klar wurde dabei, dass Julian Yedras der größere Puncher der beiden war, doch seine weiteren und ungenaueren Schläge fanden weniger häufig ihr Ziel, als die kurzen, technisch korrekteren, und schnelleren Hände von Buitrago. So sammelte sich Buitrago Runde um Runde und baute seinen Punktevorsprung aus.

Yedras begann etwa ab der neunten Runde auch etwas erschöpft zu wirken von dem hohen Tempo und den vielen Treffern, die er kassieren musste. Auch seine weiten Schwinger, die oft ihr Ziel klar verfehlten, schienen ihm Kraft geraubt zu haben, da seine Angriffe langsam etwas weniger wütend wirkten und spärlicher gesät waren. Auch Buitrago gönnte sich etwas mehr Auszeiten, profitierte jedoch von dem nun etwas gedrosseltem Tempo, da es seinem Distanzboxen entgegen kam. Yedras beendete den neunten Durchgang zwar stark, doch alles in allem machte er in den letzten drei Runden nicht mehr genug um den Kampf noch zu drehen, zumal Carlos Buitrago die letzte Runde noch mal sehr klar dominierte.

Zwar sah es das mexikanische Fernsehen nach dem Schlussgong mit 114-114 unentschieden, doch die drei unparteiischen Punktrichter fanden mit 118-110, 116-113 und 118-111 für Carlos Buitrago ein gerechteres Urteil. Für den mit 21 Jahren noch sehr jungen Nicaraguaner bedeutete das bereits der siebenundzwanzigste Profisieg. Der neue Interimsweltmeister der WBO bleibt damit weiterhin ungeschlagen und darf nun auf einen Kampf gegen den echten WBO-Weltmeister Merlito Sabillo hoffen. Der 25-jährige Mexikaner Julian Yedras erlitt hingegen seine allererste Profiniederlage. Zuvor hatte Yedras alle seine 21 Kämpfe gewonnen, 13 davon vorzeitig.

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6 Kommentare

  1. boxfanatiker
    21. Juli 2013 at 13:39 —

    wenn interessiert ein minimumgewichtler

  2. Allerta Antifascista!
    21. Juli 2013 at 13:46 —

    Buitrago vs Sabillo wäre ein guter Fight! Der Sieger dann gegen Budler!

  3. El Demoledor
    21. Juli 2013 at 15:31 —

    @boxfanatiker:
    Bei Deinem Nickname kann ich den Kommentar nicht nachvollziehen.
    Diese Kämpfe sind doch viel actionreicher als von den meisten unaustrainierten und behäbigen HW´s. Als echter Boxfan sollte man verschiedene Klassen zu schätzen wissen, da je nach Körperbau natürlich auch andere Qualitäten zum Tragen kommen.
    Buitrago ist ein großes Talent mit schon reichlich Erfahrung, und da ich im Minimumgewicht seit Roman Gonzalez´ Aufstieg keinen Überflieger, aber eine Handvoll sehr, sehr guter Leute sehe (von denen Buitrago der Jüngste ist), kann er durchaus seinen Landsmann beerben. Wobei Gonzalez imo unerreicht ist.

  4. Allerta Antifascista!
    21. Juli 2013 at 16:32 —

    @El Demo
    Da hast du Recht, der Name passt zu dem Typ wie Leonidas zu Sturm! Ich denke, er hat das Wort Fanatiker mal in der Schule aufgeschnappt und fands cool, weiß aber nicht was es bedeutet! Vielleicht hat er sich deshalb auch mal eine zeitlang boxfantaiker genannt, was, wie ich finde, viel besser zu ihm passt!

  5. 300
    21. Juli 2013 at 18:20 —

    er hat bloß das X davor vergessen

  6. Allerta Antifascista!
    21. Juli 2013 at 18:27 —

    @300
    😆
    Das ist natürlich auch eine Möglichkeit!

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