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‚Canelo‘ Alvarez – Running in Circles

‚Canelo‘ Alvarez – Running in Circles

Ich gebe zu: langsam kann ich dem Thema „Gegen wen tritt Saul Alvarez als nächstes an“ nichts mehr abgewinnen. Seit dem vergangenen November wird diese Frage im Wochenrhythmus wieder hochgespült und mit ständig neuen Spekulationen oder Zitaten von Mitgliedern aus dem Team von Saul Alvarez neu befeuert.

Ryota Murata, Gennady Golovkin, Anthony Dirrell, Sergiy Derevyanchenko, John Ryder, David Lemieux, Fedor Chudinov, Jason Quigley, Tureano Johnson … quer durch die Gewichtsklassen und Boxrankings zieht sich die Spur der Vermutungen. Selbst der Name eines MMA-Kämpfers tauchte auf, wobei Jorge Masvidal sich selber ins Spiel gebracht hat.

Und immer wieder zwei Namen: Billy Joe Saunders und Callum Smith. Doch Namen sind hier wohl Schall und Rauch, es geht anscheinend ausschließlich um eines: um Geld. Im Idealfall um viel Geld, das mit möglichst wenig Aufwand verdient werden kann. Anders kann der Wunsch von Saul Alvarez, gegen den türkischen Supermittelgewichtler Avni Yildirim zu kämpfen, wohl nicht erklärt werden.

Ich möchte Avni Yildirim hier weder beleidigen, noch bloßstellen. Aber das, was im Kampf von Yildirim gegen Chris Eubank jr im Oktober 2017 passiert ist, würde sich gegen den schnellen, schlagstarken und technisch versierten Saul Alvarez vermutlich wiederholen.

Aber gerade weil es um Geld geht, könnte der Wunsch von Alvarez, gegen Yildirim zu boxen, platzen. Der Streamingdienst DAZN, mit dem Saul Alvarez bekanntermaßen einen Deal über mehr als 365 Millionen US-Dollar abgeschlossen hat, möchte nämlich auch Geld verdienen. Und das könnte bei einem Kampf gegen Avni Yildirim schwierig sein.

Nun bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Yildirims Manager Ahmet Öner hat angeblich Kontakt zu Al Haymon aufgenommen. Ömer erklärte der „Bild“ in einem Interview: „Er wird für uns die Verhandlungen führen. Sein Partner im TV-Bereich ist Showtime. Kommt es bis zum 22. September zu keiner Einigung, geht der Kampf in die Versteigerung. Wir werden 40 Millionen US-Dollar bieten.

Saul Alvarez und „Golden Boy Promotions“ scheint das bislang nicht zu interessieren. Stattdessen haben Oscar De La Hoya & Co wieder den Würfelbecher in die Hand genommen. Ein neues Spiel mit alten Namen: Billy Joe Saunders und Callum Smith. Beide Boxer kommen aus Großbritannien, beide sind bei Eddie Hearns Matchroom Boxing unter Vertrag. Und Hearn hat – wie auch „Golden Boy Promotions“ – eine Partnerschaft mit DAZN.

Eigentlich müsste da doch schnell etwas „einzutüten“ sein, wenn auch unter „coronavirus“-erschwerten Bedingungen. Doch deswegen für weniger Geld anzutreten, scheint für Saul Alvarez keine Option zu sein, von den potenziellen Gegnern wird das aber erwartet.

Unterm Strich: ein schwaches Bild. Man sollte meinen, dass Alvarez, der in der Vergangenheit von DAZN pro Kampf mehr als 35 Millionen US-Dollar bekommen hat, durchaus in der Lage wäre, in schwierigen Zeiten einem Vertragspartner gegenüber auch mal Zugeständnisse zu machen. Aber: Fehlanzeige.

Der nächste Kampf des mexikanischen Boxweltmeisters – zumindest das steht angeblich schon fest – soll im November in Las Vegas oder Los Angeles stattfinden. Aber das Gegnerkarussell dreht sich vorerst weiter …

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10 Kommentare

  1. 26. August 2020 at 12:41 —

    Was soll das ganze. alvarez ist im mittel und supermittel nicht zu schlagen. egal wer sein gegner ist!

    • 26. August 2020 at 12:56 —

      Na ja … da gäbe es schon Aspiranten

    • 26. August 2020 at 13:46 —

      Nun ja, Canelo hat den meisten Fan-Lieblingen vor laufender Kamera die Hosen ausgezogen, da staut sich schon mal der ein oder andere Hass auf, welcher sich dann zumeist in inhalts- und hirnlosen Verbalorgien äussert (siehe Gladinskis Meisterwerk der Stupidität).

      Das traurige daran:
      Wahrscheinlich wird es noch schlimmer, denn Alvarez, ob man ihn mag oder nicht, ist in der Tat, so wie du es ja gesagt hast, weder im Mittelgewicht noch im Supermittelgewicht zu schlagen. Er wird noch den ein oder anderen Fan-Liebling vom Sockel holen. Antiphatie bei den schlechten Verlieren ist da vorprogrammiert!

    • 27. August 2020 at 07:02 —

      Alvarez soll in SMW nicht zu schlagen sein..?

      Dämliche Aussage.. Jeder ist schlagbar und im SWM gibt es natürlich Kandidaten, die Canelo gefährlich werden können..

      • 27. August 2020 at 12:45 —

        Du musst nicht alles gleich so wörtlich nehmen. Gerade im Boxen ist die Aussage “nicht schlagbar” doch eher ein geflügeltes Wort, als ein definitiver Fakt. So waren bzw. ist z.B. Tyson, Lewis und Fury ebenfalls unschlagbar und das obwohl zwei von ihnen geschlagen wurden.

        Prinzipiell bedeutet diese Aussage doch nur, dass ein Boxer seinen Kontrahenten in den meisten Belangen überlegen ist und genau das ist Canelo. Selbstverständlich gibt es Aspiranten, welche die Überlegenheit kompensieren könnten, aber spätestens das Alter wird dafür Sorge leisten, dass Canelo schlagbar wird. Zudem wurde Canelo ja auch schon geschlagen!

        Es ist halt nur so, dass die Aspiranten dann auch gegen Canelo boxen müssen, um das zu beweisen. Bis dahin hat Canelo im Ring beinahe den Eindruck der Unschlagbarkeit hinterlassen.

        • 28. August 2020 at 13:46 —

          Gut seh ich ein, hast ja mehr oder weniger Recht..

          Bei mir persönlich hat er den Eindruck jetzt nicht ganz so hinterlassen.. Nüchtern betrachtet finde ich er hat einen Fight vs GGG verloren und auch den zweiten hätte ich maximal Draw gewertet.. Gegen Cotto sah er auch nicht unfehlbar aus..

          Benavidez in guter Verfassung oder ein topmotivierter BJS könnten Alvarez schon gefährlich werden..

  2. 26. August 2020 at 12:43 —

    Stimme dir zu das es sehr wahrscheinlich ist das die meißten der designierten Gegner wegen dem Pursesplit nicht gegen Canelita antretreten wollen.

    Leider hat doch die Vergangenheit aufgezeigt das ein Gefecht gegegen GBP Golden-Bitch nicht zum Sieg führen kann.
    Ein Gefecht gegen Canela bedeutet doch immer auch ein Gefecht gegen die Punktrichter, den Ringrichter und (ohne die Coronaverarsche) auch gegen das Publikum.

    Das will sich glaube ich kein Athlet von Format mehr antun, für ein 90/10 oder bestenfalls 85/15 Split in den Ring zu steigen um zu verlieren. Denke einfach das Business zeigt Golden Boy was ein Alvarez ohne brauchbaren Gegner so wert ist. Nicht mal mehr sein Network will ihn gegen Journeymen antreten lassen, weil sie genau wissen das sie ihn für nicht und wieder nicht bezahlen würden, ohne einen Profit erwirtschaften zu können.

  3. 26. August 2020 at 18:24 —

    Gebe Schreiberling Recht, das ganze Thema nervt hoch 10:
    boxingscene.com/golden-boy-dazn-discussing-canelo-fighting-smith-saunders-november–151239

  4. 26. August 2020 at 18:34 —

    Fakt ist eins keiner kann zurzeit canelo besiegen. GGG ist zu halt. Saunders laber nur Müll und am Ende werden auch seine skills nicht reichen.

    Und selbst wenn es am Ende doch reichen sollte, gibt es da noch ein Problem!!!!
    Die punktrichter!!!!!

    Am Ende gewinnt immer canelo.

    Außer man gewinnt fast jede Runde.
    Oder canelo geht schwer ko.

    Mann muss mindest 8 Runden klar gewinnen,
    Damit die Punkte Richter, so in die ange getrieben werden.

    Und ich sehe zurzeit keinen boxer, dass canelo schlagen kann.

    Man kann viel über ihn sagen., aber er kann Boxen und hat sich richtig krass entwickelt.

    Er wird besser und besser.

    • 26. August 2020 at 18:56 —

      Stimmt, ganz genau so ist das mit Canelo!

      Aber der Schreiberling hat schon ein kleines bisschen Recht, denn es gibt in der Tat ein paar Aspiranten, welche gegen Canelo boxen sollten…

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