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Canelo Alvarez: Natürlich will ich eine Revanche, das bleibt nicht so !

Normalerweise wird nach den meisten WM-Boxkämpfen vielleicht noch einen oder twei Tage darüber gesprochen, bei einigen wollen aber die Diskussionen darüber nicht abreißen. So sorgt die Punktniederlage von Canelo Alvarez gegen WBA-Champ Dmitrij Bivol noch immer für Gesprächsstoff. Beide Seiten legen auch noch Argumente nach.

Canelo, der zusammen mit Boxgrößen wie Mayweather einer der am besten bezahlen Boxer aller Zeiten, hatte kurz vor dem Bivol-Kampf einen neuen Vertrag mit DAZN über 3 Kämpfe gemacht, die ihm insgesamt 180 Mio Dollar einbringen sollen. Natürlich gingen die Vertragsparteien davon aus, dass Canelo weiterhin souveräne Siege einfährt. Doch das kam gegen Bivol erst einmal anders. Canelo verlor den Kampf gegen Bivol und selbst wohlwollende Punktrichter konnten ihn dabei nicht retten.

Das Ergebnis nach 12 Runden lautete 3 Mal 115:113 für Bivol. Seltsamerweise bewerteten alle 3 Punktrichter sogar jede einzelne Runde identisch. Wer da noch an Zufall glaubt – naja, lassen wir das. Wirklich gewonnen hat Alvarez vielleicht 2 oder 3 Runden. Auch die größten Fans des „Zimtboys“ mussten zugeben, dass ihr Idol nicht überzeugen konnte.

Gleich nach dem Kampf versuchten sich die Freunde des gepflegten Faustgefechts gegenseitig dabei zu überbieten, die Ursachen dieser Niederlage zu ergründen. Für viele Fans war es klar, dass diese für Canelo hohe Gewichtsklasse die Ursache seiner unzureichenden Leistung gegen Bivol war. Andere meinten sogar, dass er in Bivol endlich seinen Meister gefunden hat. Vielleicht ist da überall ein bisschen Wahrheit dabei. Aber stimmt das insgesamt wirklich?

Kann es nicht auch ein, dass Alvarez nicht alles gegeben hat, um diesen Kampf für sich zu entscheiden? Besonders verausgabt hat Canelo sich gegen Bivol nicht. Wir haben ihn schon anders, vor Allem mit mehr Risikobereitschaft und Siegeswillen, boxen sehen. Sollte es vielleicht sogar auf dieses Ergebnis hinaus laufen, um dann in einem Rematch zu beweisen, dass er mehr kann? Siegt er dann, wird es sogar einen dritten entscheidenden Kampf geben und sein Vertrag mit DAZN wäre erfüllt. Alle Beteiligten wären zufrieden.

Alvarez will das Ergebnis auf keinen Fall so stehen lassen. Er sagte gegenüber der Internetseite „tvazteca.com“: „Bivol ist ein guter Kämpfer, er geht rein und raus, ich habe sein Gewicht sehr gespürt, man kann ihn nicht so leicht treffen; Es war ein toller Kampf. Du gewinnst und du verlierst, es ist ein Sport und du musst es akzeptieren. (…) Natürlich will ich eine Revanche, das bleibt nicht so.“

Vielleicht sehen wir nun statt dem 3. Kampf gegen Golovkin, im September erst einmal das Rematch gegen Bivol. Wenn Canelo diese Option zieht, hat die Revanche Vorrang, und Golovkin hat das Nachsehen. Bivol hat sich sogar bereit erklärt, in einem Rematch die Gewichtsklasse zu wechseln und gegen Canelo im Supermittelgewicht um die ganze Titelsammlung des Mexikaners zu kämpfen. Er hat allerdings noch Zweifel daran. ob es ihm leicht fällt auf 168 Pfund runter zu gehen. Zumindest sagt Bivol das gemäß einem Artikel der Seite Boxingscene.

Bivol sagte dazu, dass er es noch besser kann. Canelo wäre nur in den ersten Runden „bullig und hart“ gewesen. Bivol sinngemäß: „Vielleicht fühlte er es auch. Ich weiß nicht, was er fühlt. Das kann ich noch besser. Ich möchte nicht darüber reden, was ich in Bezug auf die Strategie besser machen werde.“

Man kann also gespannt sein, wer im Rematch mit welcher Strategie antreten wird. Canelo-Fans in Mexiko und überall auf der Welt stehen unter Spannung. Auf jeden Fall weiß Canelo jetzt, aus welchem Holz Bivol geschnitzt ist. Der Rückkampf wird mehr Aufmerksamkeit bekommen, als die letzten Siege gegen Plant, Saunders, Yildirim oder Smith. Canelo muss Farbe bekennen und ist gezwungen, mehr Leistung zu zeigen. Sollte er auch das Rematch verlieren, hat er seinen Zenit überschritten.

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7 Kommentare

  1. 14. Mai 2022 at 13:48 —

    Wenn ein Rückkampf gegen Bivol dann im Halbschwer, nicht ins Supermittelgewicht “runter holen” damit Canelo ein Vorteil hat, es ist doch nichts neues das Boxer ne Gewichtsklasse zu gehen und dann ihre physischen Grenzen aufgezeigt bekommen, Oscar Delahoya ist es auch passiert und er ging wieder runter

  2. Der Zimtkönig wirkte sehr träge und aufgebläht.
    Gut möglich das in der Vorbereitung was schief gelaufen ist, weil so unfit habe ich den Feuerkopf noch nie gesehen.
    Egal wie deutlich Bivol gewonnen hat, wir wissen alle das canelo es besser kann. Das grenzte ja an arbeitsverweigerung.
    Der zweite kampf wird definitiv enger werden.

    • 14. Mai 2022 at 22:14 —

      pure Überheblichkeit!!!

      Canelo ist davon ausgegangen, dass sich das mit ein paar Power Punches spätestens zum Ende hin à la Kovalev “klären” lässt.

      Im Halbschwergewicht sind andere Jungs unterwegs und von daher tippe ich – wenn überhaupt – auf einen Rückkampf im Supermittel, um sich so Vorteile zu verschaffen.

      Spätestens im Kampf gegen Beterbiev wären die Judges überflüssig.. Canelo ballert gut raus, aber da wäre dann definitiv Feierabend!!

      Nur einen einzigen Gedanken an Usyk zu verschwenden zeigt, wie realtitätsfern die Canelo-Truppe zur Zeit unterwegs ist 🙂

    • 15. Mai 2022 at 01:19 —

      .. Dr. Fallobsthammer

      ….wir wissen alle das es Canelo besser kann…

      Jeiin!
      Canelo kann es nur besser wenn man ihn agieren lässt!

      Bivol hat es seit langen besser gemacht als alle Canelo-Gegner die nur reagiert haben!
      Bivol hat es geschafft das Canelo reagieren musste und nicht selbst agieren kann und ist daran kläglich gescheitert!

  3. 14. Mai 2022 at 22:18 —

    Bivol bekommt den schwarzen Peter zugeschoben, wenn es mit dem Rematch nicht passt und dann kommt der 3. Fight gegen Golovkin – im Supermittel.

    Was wäre es für ein Fest, wenn Gena dann noch einmal abliefern könnte 🙂

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