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Bute is Back – Vorzeitiger Sieg über Europameister di Luisa

Mit einem vorzeitigen Sieg meldete sich nach 20 Monaten Ringabstinenz der 35-jährige Lucian Bute zurück im Boxgeschäft. Der gebürtige Rumäne fertigte am Samstag den EBU (EU) Europameister Andrea di Luisa mit einem TKO 4 ab. Dabei war di Luisa guter Dinge und glaubte wohl tatsächlich daran, in Kanada einen Sieg erringen zu können. Doch es sollte so kommen, wie es sich Bute für sein Comeback ausgerechnet hatte.

Der Italiener stieg von Beginn an frisch und ohne Zurückhaltung in den Kampf ein, konnte allerdings in keiner der 4 geboxten Runden wirklich überzeugen. Die besseren Treffer setzte Bute. Schließlich gelang es dem Rechtsausleger in der 4. Runde, eine harte Schlaghand über Cross präzise am Kopf von di Luisa unterzubringen. Der musste runter und war noch nicht wieder voll da, als der Kampf weiter ging. Er kassierte weitere schwere Kopftreffer, bis aus seiner Ecke das Handtuch geflogen kam. Damit war für Bute die Rückkehr wie angekündigt geglückt.

Lucian Bute war von 2007 bis zu seiner desaströsen Niederlage gegen Carl Froch (2012) IBF-Weltmeister im Supermittelgewicht. Er wurde nicht zum Super-Six-Turnier eingeladen, obwohl er zu dieser Zeit einer der besten Supermittelgewichtler war. Den Sieg dabei errang Andrè Ward und man vermutete, dass es anschließend einen Mega-Kampf zwischen Ward und Bute geben würde. Doch es war der im Super-Six-Finale unterlegene Froch, der diesen Kampf bekam und dabei einen grandiosen Sieg feiern konnte. Der bis dahin ungeschlagene Lucian Bute war vorerst entzaubert und als IBF-Champ entthront. Noch im gleichen Jahr konnte er in Monaco Denis Grachev im Halbschwergewicht besiegen. Im Januar 2014 verlor er nach Punkten gegen Jean Pascal und man glaubte, dass es nun mit der Karriere von Bute vorbei wäre.

Sein Comeback gegen di Luisa soll wohl nun den Restart seiner Karriere einläuten. Doch was will er im Halbschwer erreichen? Diese Gewichtsklasse wird momentan von Sergey Kovalev dominiert. Vielleicht rechnet er sich aus, gegen ihn anzutreten? Zumindest ein Kampf gegen ihn sollte noch mal eine gute Börse für Bute bringen. Selbst wenn die Aussichten auf einen Sieg mehr als vage wären. Bis es soweit kommt, wird Bute allerdings noch andere Gegner besiegen müssen. In der BoxRec-Liste ist er jetzt erst einmal wieder auf Rang 27 eingestiegen.

Wer sich den Kampf zwischen Bute und di Luisa noch einmal anschauen möchte, wird auf youtube unter „2015-08-15 Lucian Bute vs Andrea di Luisa“ fündig.

Bei der gleichen Veranstaltung gab es auch einen Titelfight. Der in Kanada lebende Kolumbianer Eleinder Alvarez verteidigte seinen WBC-Silver Gürtel gegen den Südamerikaner Isidoro Prieto. Dabei hatte der Titelverteidiger im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun, denn Prieto lies von Beginn bis zum Ende der 12. Runde keinen Zweifel daran, dass er nicht als Verlierer nach Hause fahren will. Das Punkturteil von 3x 117:111 für Alvarez scheint etwas hoch ausgefallen zu sein. Am Sieg des Titelverteidigers sollte es aber keinen Zweifel geben.

Auch dieser Kampf ist auf youtube (2015-08-15 Eleider Alvarez vs Isidro Prieto) zu finden. Der Kampfgeist beider Boxer ist dabei wirklich sehenswert.

von Johannes Passehl

 

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11 Kommentare

  1. 17. August 2015 at 09:42 —

    Johannes, von heute an sollst du 1 Euro für jedes “entzaubert” innerhalb deiner Artikel in ein Glas werfen.

  2. 17. August 2015 at 11:56 —

    Also ich glaube nicht das Bute noch einmal WM wird,weder im Supermittel und schon gar nicht im Halbschwer!
    Spätestens wenn er auf einen Gegner trifft der ihm mit harten Kopftreffern zusetzen kann,wird das Trauma das er gegen Froch erlitten hat wieder in Erinnerung rufen und er verliert,denn ich glaube nicht das er diese Niederlage/diesen KO wirklich überwunden hat!?

  3. 17. August 2015 at 13:19 —

    Di Luisa als Europameister zu bezeichnen ist das gleiche wie Sidon als Weltmeister zu bezeichnen. Diese EU oder EE Titel sind doch ein Witz

  4. 17. August 2015 at 19:16 —

    Bute wog bei diesem Kampf mit 170 und einem bisschen ein und sah sehr fit aus, er sollte besser wieder im SMW starten. Besser als Zeuge oder Sturm ist er allemal und mit Groves, Jack und Abraham gibt es hier genug schlagbare, mit DeGale und Ward auch zwei extrem herausfordernde Gegner – er wäre mit seinem flüssigen, zuschauerfreundlichem Stil auf jeden Fall eine Bereicherung für die Gewichtsklasse.

  5. 17. August 2015 at 20:11 —

    Ich hätt ein Remach gegen Pascal gesehen…vielleicht kommt es noch….Bute hat absolut keine Nerven mehr..wenn er gegen Pascal im ganzen Kampf so gekämpft hätte wie in der letzten Runde , dann hätte er Pascal in 6 Runden zerstört…die Psyche hat da nicht mitgespielt…ich seh auch keine große Zukunft mehr für ihn…der soll lieber in Würde zurück treten

  6. 17. August 2015 at 21:13 —

    Naja.Die Niederlage gegen Froch hat den lieben Bute innerlich gebrochen.Die meisten Boxer die Brutal K.O gehen,sind meistens danach nicht mehr zu gebrauchen.Mal schauen wie Huck mit seinem “Trauma” umgeht 😀

  7. 17. August 2015 at 21:35 —

    Ich denke dieses Trauma wird völlig überbewertet , jeder Boxer weiß worauf er sich einlässt ,wenn er das Seilquadrat betritt . Ich kenne keinen meiner ehemaligen Boxkameraden incl. mich der angst hatte schwer KO zu gehen . Das immense Lampenfieber bezog sich darauf , einfach nur schlecht zu sein.

    • 18. August 2015 at 13:24 —

      Interessante These Angel. Es stellt sich dann die Frage, warum Bute nicht von der Rematch Klausel Gebrauch gemacht hat???

    • 18. August 2015 at 13:45 —

      Klar hat kein Boxer Angst, KO zu gehen. Boxer sind fokussiert auf ihren Sieg, nicht auf eine eventuelle Niederlage und programmieren ihr Mindset positiv auf den Erfolg. Aber wenn dieses innere Programm durch eine verheerende Niederlage einen Kollaps erleidet, kann es eben passieren, dass man sich nicht mehr so positiv einstellen kann und die Antizipation eines Niederschlags oder eines negativen Erlebnisses kann dich dann in entscheidenden Momenten lähmen oder verhindern, dass du das Richtige tust. Eine solcher „schwarzer Fleck im Kopf“ hat meiner Meinung nach Bute in den ersten zehn Runden gegen Pascal daran gehindert, offensiver zu boxen und er wurde aus Angst, zu verlieren, zu vorsichtig und zu gehemmt. Erst als die Niederlage nach Punkten quasi schon feststand, löste sich bizarrerweise die Blockade. Ich kann mir vorstellen, dass das Erlebnis dieser letzten beiden Runden, bei denen Bute klar überlegen war, wichtig für den revitalisierten Boxer Bute von heute war, zumal er nicht nur von der Niederlage durch Froch, sondern auch durch häufige Verletzungen gepeinigt war.

    • 18. August 2015 at 14:50 —

      Niemand hat Angst schwer ko zu gehen
      bis er einmal schwer ko gegangen ist
      dann trennt sich die Spreu vom Weizen
      manche belastet das gar nicht und die machen weiter wie bisher
      andere wiederum werden zu Wlad Klitschko

  8. 18. August 2015 at 12:31 —

    ich bin auch der meinung, das bute lieber wieder in das smw wechseln sollte, dort stehen seine chancen höher nochmal einen
    wm titel zu gewinnen, gegen den krusher wird er schwer ko gehen und der jüngste ist bute auch nicht mehr
    -https://www.youtube.com/watch?v=bLaNwWP95jA..
    -https://www.youtube.com/watch?v=2COIu28PCKA..

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