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Brandon Figueroa vs Stephen Fulton Jr – Titelvereinigung im Super-Bantamgewicht

Um eine Titelvereinigung im Superbantamgewicht ging es am Samstag in Las Vegas zwischen den US-Boxern WBC-Champ Brandon Figueroa aus Weslaco/Texas und WBO-Champ Stephen Fulton Jr aus Philadelphia/Pennsylvania. Wie dieser Kampf ausgehen würde, war für die meisten Boxfans völlig offen. Einen klaren Favoriten gab es nicht. Was das Publikum im Ring zu sehen bekam, war dann auch entsprechend ausgeglichen. Man war gespannt auf das Urteil der Punktrichter.

Keiner von beiden Boxern konnte den anderen eindeutig dominieren. Der Sieg ging dann durch MD-Entscheidung mit 114:114 und 2 Mal 116:112 an Fulton. Wobei die 116:112 wohl etwas hoch gegriffen waren. Ein ebensolches Urteil für Figueroa wäre genau so möglich gewesen. Es hätte sich auch kaum jemand darüber beschwert, wenn der Kampf mit einem „Unentschieden“ bewertet worden wäre.

Von Beginn an schenkten sich die beiden Weltmeister nichts. Beide gingen in Normalauslage und mit hohem Tempo aufeinander los und boten dem Publikum einen unterhaltsamen Kampf. Nach 3 Runden lag der Texaner vielleicht 2:1 Runden vorne und man fragte sich, ob der Mann aus Philadelphia irgend einen Einfall hat, wie er die Oberhand zurück gewinnen kann. Figueroa lehte sich oft auf seinen Gegner, was der Ref nicht ahndete.

Im weiteren Kampfverlauf schoss Fulton dann doch einige starke Hände ab, die ihm Vorteile auf den Punktrichterzetteln verschafften. Aber Figueroa nahm alles, was das geflogen kam, auch harte Uppercuts von Fulton. Man fragte sich allerdings, ob er das auch bis zum Ende der 12. Runde durchhalten wird. Er zeigte kaum „Abnutzungserscheinungen“ und steckte die Power von Fulton weg. In den Runden 8 und 9 suchten scheinbar beide Boxer die Entscheidung, aber sie teilten aus und steckten ein, ohne das bei einem von beiden Kontrahenten nennenswerter Schaden zu bemerken war.

In Runde 10 schien bei beiden Boxern das Limit erreicht zu sein. Jetzt ging es nur noch darum, entweder eine Chance für eine vorzeitigen Sieg zu finden oder einfach nur durchzukommen. In der vorletzten Runde das gleiche Bild. Beide waren jenseits von Gut und Böse und kämpften schon im roten Bereich ihrer Akkuladungen. Die 12. Runde ging dann noch einmal an Figueroa, weil er mehr Willen aufbrachte, auch wenn seine Angriffe nicht zu erwünschten vorzeitigen Sieg reichten. Hinter den Schlägen war keine Power mehr. Fulton konnte froh sein, den Kampf überstanden zu haben. Auch wenn er scheinbar locker mitboxte, von ihm selbst kam fast nichts mehr. Eine weitere Runde mit wenigstens ein paar Powershots hätten ihm wohl „das Genick gebrochen“.

Um so erstaunlicher war dann das Urteil zu Gunsten von Fulton. Figueroa beschwerte sich nach der Urteilsverkündung noch im Ring darüber, dass dieses Ergebnis die „robbery of the year“ gewesen wäre. Was soll er auch anderes sagen. Der Kampf war knapp. Vielleicht gibt es ein Rematch? Aber was sollte man dann anderes sehen? An Spekulationen über ein parteiisches Kampfgericht wollen wir uns nicht beteiligen. Am besten, man bildet sich selbst sein Urteil.

Leider gibt es im Moment noch keinen zusammenhängenden Clip von dem Kampf zu sehen. Hier der Beginn und die folgenden Runden auf YouTube:

Wenn ein Punktrichter diese letzte Runde an Fulton gegeben hat, sollte er´besser den Job wechseln:

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2 Kommentare

  1. 28. November 2021 at 10:19 —

    Von robbery of the year kann man sicherlich nicht sprechen, aber mMn ein draw oder ein knapper Sieg Figueroa wäre wesentlich vertretbarer gewesen. 116-112 und das 2x ist allerdings ein Witz.

    • 28. November 2021 at 19:20 —

      Absolut. Enger Fight, aber auch wenn man sich die Stats ansieht: Figueroa hat Fulton ganz klar outworked und outlanded und das in beinahe jeder Runde. Wie man den letzten Durchgang an Fulton geben kann, ist mir ebenfalls ein Rätsel.

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